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Esslingen Zwei Verletzte bei Großbrand
Wolfgang Berger, 10.02.2012 10:33 Uhr
An dem Gebäude ist ein Schaden von 100 000 Euro entstanden. Foto: Horst Rudel
An dem Gebäude ist ein Schaden von 100 000 Euro entstanden. Foto: Horst Rudel

Esslingen - Der Alarm geht bei der Feuerwehr am Freitag kurz vor 4 Uhr ein. Anwohner melden einen Brand in der Seniorenwohnanlage in der Esslinger Richard-Hirschmann-Straße. Als die Löschmänner Minuten später an dem Gebäude für betreutes Wohnen eintreffen, schlagen schon die Flammen aus mehreren Fenstern. Die Feuerwehr bringt 25 Bewohner über das Treppenhaus in Sicherheit. Der Rettungsdienst versorgt die Senioren in der Aula der benachbarten Katharinenschule.

Eine 75 Jahre alte Frau wird schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Ebenso wie sie, erleidet auch ein 68-Jähriger eine Rauchgasvergiftung. Die Verletzungen bei dem Mann erweisen sich als leicht. Außer den beiden Verletzten werden noch fünf Hausbewohner vorsorglich in die Klinik gebracht. Um 4.40 Uhr ist der Brand dann unter Kontrolle.

Eine defekte Heizdecke könnte die Brandursache sein

Ausgebrochen ist das Feuer in einem Zimmer im dritten Obergeschoss. Zwischenzeitlich drohten die Flammen auf die vierte Etage überzugreifen. Das mehrstöckige Gebäude des Alexander-Stifts ist teilweise unbewohnbar geworden. Laut Helmut Reder, dem Geschäftsführer des zur Diakonie Stetten gehörenden Alexander-Stifts, könnte eine Heizdecke den Brand ausgelöst haben. Diese Möglichkeit werde geprüft, so die Auskunft von Christine Menyhart, eine Sprecherin der Polizeidirektion Esslingen. Die Brandursache stehe aber noch nicht fest.

Heizdecken mit Sicherheitsmechanismus stellten grundsätzlich keine Gefahr dar. Das erklärt Rainer Stalzer, der Esslinger Stadtbrandmeister und stellvertretende Kreisbrandmeister, auf Nachfrage. Solange solche Decken nicht defekt sind, sei deren Gebrauch unbedenklich.

Helmut Reder zufolge haben die Bewohner „Riesenglück“ gehabt. Über die gesetzlichen Vorschriften hinaus sei das Haus mit einer modernen Sicherungsanlage ausgestattet. Die Brandmelder in jedem Zimmer seien direkt an den Hausnotruf angeschlossen. Der interne Alarm sei deshalb ohne Verzögerungen ausgelöst worden. „Nicht auszudenken, was sonst hätte alles passieren können“, sagt Reder. Dank des Sicherheitskonzepts seien die Senioren womöglich einer Katastrophe entgangen, meint der Geschäftsführer.

Die Betroffenen können leer stehende Wohnungen beziehen

Das Gebäude verfügt über 30 Wohnungen, in denen rund 40 Menschen zu Hause sind. Die Betroffenen müssen sich Helmut Reder zufolge nicht darum sorgen, wo sie künftig wohnen werden. Der Geschäftsführer des Alexander-Stifts bezeichnet es als „doppeltes Glück“, dass in dem Haus in der Richard-Hirschmann-Straße gerade Wohnungen leer stehen. Die Räume hätten in Kürze renoviert werden sollen. Die Bewohner der ausgebrannten Wohnungen könnten nun die freien Räumlichkeiten beziehen, so dass niemand in einem anderen Haus untergebracht werden müsse.

An dem Großeinsatz beteiligt waren 73 Mann und 16 Fahrzeuge der Esslinger und der Ostfilderner Feuerwehr. Der Rettungsdienst war mit 43 Mann vor Ort, zudem sieben Polizeistreifen. Der Schaden an dem Gebäude beträgt rund 100 000 Euro.

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