KommentarEsslinger Busstreit Eine Glaubensfrage

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Esslingen setzt künftig verstärkt auf die O-Bus-Technik. Ob das die richtige zukunftsweisende Technik ist, lässt sich schwerlich beurteilen, meint unser Autor Kai Holoch.

Der Elektrohybridbus hat sich seit seiner Einführung (unser Bild) in Esslingen bewährt. Foto: Horst Rudel
Der Elektrohybridbus hat sich seit seiner Einführung (unser Bild) in Esslingen bewährt. Foto: Horst Rudel

Esslingen - Vielen Fahrgästen des öffentlichen Nahverkehrs ist es egal, von wem und mit welcher umweltfreundlichen Technik sie in Esslingen von A nach B transportiert werden. Hauptsache, die Busse sind pünktlich. So gesehen wird die knappe Entscheidung des Gemeinderats für den Ausbau des vom Städtischen Verkehrsbetriebs (SVE) betreuten O-Bus-Netzes – samt des Einsatzes von Elektro-Hybrid-Bussen – keinen Sturm der Entrüstung auslösen. Auch dass in Zukunft 63 Prozent statt bisher 51 Prozent der Busstrecken in Esslingen vom SVE bedient werden, wird kaum jemanden stören.

Klagen werden vor allem die beiden privaten Busunternehmen Fischle und Schlienz. Ihnen ist es nicht gelungen, die Kürzung des vom SVE an private Betreiber zu vergebenen Linienbündels zu verhindern. Ihr Vorstoß, in Zukunft rein batteriebetriebene Busse einzusetzen, hat nur die CDU, die Freien Wähler und die FDP überzeugt. Die anderen Fraktionen wollen lieber auf die erprobte und zuletzt verlässliche O-Bus-Technik setzen.

Wer mit seiner Argumentation recht hat, lässt sich vom Laien schwer beurteilen. Sicher ist, dass beide Wege in die richtige Richtung weisen. So gesehen gibt es im Gemeinderat weder Sieger noch Verlierer. Und wenn in Zukunft die Busse in Esslingen vielleicht sogar noch pünktlicher fahren als bisher, sind fast alle glücklich.