Etat des Verbands Region Stuttgart Verbesserungen, aber auch Verzögerungen

Von  

Der Regionalverband hat seinen Haushalt für 2015 präsentiert. Mit 323 Millionen Euro wird sich der Haushalt des Verbandes im Jahr 2015 kaum gegenüber 2014 ändern. Für den Betrieb der S-Bahn gibt der Verband mit 291,5 Millionen Euro den Löwenanteil aus.

Der Verband Region Stuttgart (VRS) will die S-Bahn attraktiver machen und hat dafür  Mittel in den Haushaltsentwurf 2015 eingestellt.  Auch Pedelec-Stationen, hier die in Bietigheim-Bissingen, sollen


ausgebaut werden. Foto: VVS
Der Verband Region Stuttgart (VRS) will die S-Bahn attraktiver machen und hat dafür Mittel in den Haushaltsentwurf 2015 eingestellt. Auch Pedelec-Stationen, hier die in Bietigheim-Bissingen, sollen ausgebaut werden.Foto: VVS

Stuttgart - Der Verband Region Stuttgart (VRS) will die S-Bahn attraktiver machen und hat dafür Mittel in den Haushaltsentwurf 2015 eingestellt. Die geplanten Expressbusse allerdings werden im nächsten Jahr wohl noch nicht unterwegs sein. Hier die wichtigsten Ziele des Regionalverbandes im kommenden Jahr.

Die Eckdaten des Haushaltes

Mit 323 Millionen Euro wird sich der Haushalt des VRS im Jahr 2015 kaum gegenüber 2014 ändern. Für den Betrieb der S-Bahn gibt der Verband mit 291,5 Millionen Euro den Löwenanteil aus. Freuen können sich in gewisser Weise die Landkreise: Sie überweisen fast 20 Prozent weniger Geld als Verkehrsumlage an den Verband; allerdings müssen sie im Gegenzug künftig gewisse Buslinien direkt bezahlen. So haben sie, wenn nicht Geld, so doch etwas Freiheit gewonnen. Dies ist ein Ergebnis der teils emotional geführten Auseinandersetzung um die sogenannte Allgemeine Vorschrift.

Der Schuldenstand erhöht sich 2015 leicht auf 32,8 Millionen Euro; gegenüber dem Höchststand von fast 80 Millionen Euro im Jahr 2004 ist das aber ein deutlicher Rückgang. Erfreulich für den Verband: Er musste immer wieder Verkehrsprojekte vorfinanzieren; jetzt hat das Land fast alle Schulden zurückbezahlt.

Der neue ÖPNV-Pakt

Züge der S 1 werden verlängert

Anfang dieses Jahres haben sich nach einem handfesten Streit das Land, der Regionalverband, die Landkreise und die Stadt Stuttgart auf eine etwas neue Zuständigkeit beim Nahverkehr geeinigt. Der VRS darf jetzt erstmals Busse fahren lassen, und zwar sogenannte Expressbusse, die wichtige Orte, wie zum Beispiel Leonberg oder Esslingen und den Flughafen verbinden sollen. Auch bei den P&R-Plätzen will sich der VRS engagieren. Insgesamt hat der Verband jetzt 500 000 Euro in den Haushalt eingestellt und zwar, da das Gesetz noch nicht verabschiedet ist, vorerst aus den Rücklagen; erst von 2016 an wird die Umlage für die Landkreise und Stuttgart erhöht. Die Regionaldirektorin Nicola Schelling hält 2015 aber erst „Vorarbeiten“ für möglich, sprich, die Expressbusse werden noch nicht fahren. Man wolle aber mit der Arbeit anfangen, sobald das Gesetz in Kraft sei.

Verbesserungen bei der S-Bahn

Mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember dieses Jahres weitet der VRS den 15-Minuten-Takt der S-Bahn morgens und abends aus. Zudem werden Züge der S 1 verlängert, damit mehr Menschen Platz haben. Trotz der Verbesserungen bleiben die Kosten mit 80 Millionen Euro beinahe gleich; man habe beim neuen S-Bahn-Vertrag mit der Bahn gut verhandelt, sagte Nicola Schelling. Bei der geplanten Bestellung von zehn zusätzlichen Zügen für rund 80 Millionen Euro sind die Verhandlungen mit dem Hersteller Bombardier noch nicht beendet. Man ist jetzt aber nicht mehr so stark unter Zeitdruck; zunächst galt das Angebot nur eine begrenzte Zeit, jetzt reicht eine Entscheidung bis Jahresende. Die Züge würden 2016 und 2017 geliefert.

Programm für nachhaltige Mobilität

Schon vier Mal hat die Region Projekte zur nachhaltigen Mobilität gefördert – künftig wolle man aber Schwerpunkte setzen. Der im Vergleich mit Bundesmitteln geringe Betrag von 1,5 Millionen Euro soll so zielgerichteter eingesetzt werden. Schelling nannte als Beispiel den Ausbau von Pedelec-Stationen, die es bisher nur in Bietigheim-Bissingen und Schwieberdingen gibt. Der Wirtschaftsausschuss wird entscheiden, welche Schwerpunkte dies sein werden. Der VRS kann sich daneben auch vorstellen, eigene Projekte zu entwickeln.

Geld für interkommunale Projekte

Zum ersten Mal gibt es Geld für interkommunale Projekte

Erstmals stellt der VRS 350 000 Euro für interkommunale Projekte zur Verfügung. So sollen die Zusammenarbeit von Gemeinden beispielsweise bei Gewerbegebieten gefördert werden; bisher waren solche Kooperationen nicht allzu erfolgreich. Auch die Errichtung von Stellplätzen für Wohnmobile könne unterstützt werden.

Stuttgart 21 und Filderbahnhof

Die Befürchtungen auf den Fildern, dass das S-Bahn-System durch Stuttgart 21 aus dem Tritt geraten könnte, hat beim VRS, dem Aufgabenträger für die S-Bahn, bisher nicht zu einer Reaktion geführt. Man habe schon vor der Erörterung zum Filderabschnitt in einer Stellungnahme klargemacht, sagte Nicola Schelling, dass der reibungslose Betrieb der S-Bahn für den VRS oberste Priorität habe. Von der Bahn habe man noch keine Antwort erhalten; diese wolle man abwarten. Die CDU-Regionalfraktion hat dagegen nun die Landesregierung aufgefordert, mit der Deutschen Bahn erneut in Verhandlungen zu treten, um den „Filderbahnhof plus“ zu verwirklichen. Im Haushalt der Region sind für das nächste Jahr wieder 12,5 Millionen Euro für Stuttgart 21 eingeplant. Bis 2017 wird sich der Verband mit insgesamt 100 Millionen Euro an dem Bahnprojekt beteiligt haben.

  Artikel teilen
3 Kommentare Kommentar schreiben

Trauerspiel S-Bahn Stuttgart: Es ist unglaublich was die Bahn sich alleine diese Woche geleistet hat: Bei der S-Bahn gab es JEDEN Tag größere Störungen und Verspätungen! Wann werden endlich die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen und wie will man mit dieser schwachen Leistungen eine Fahrpreiserhöhung rechtfertigen ??? Die Verkehrslage in der Region Stuttgart ist nur noch peinlich. (sowohl auf der Strasse, als auch auf der Schiene)

Weshalb sollte die Bahn die Region verklagen?: Mir ist keine Verlautbarung bekannt, dass sich die Region nicht an den Finanzierungsvertrag einschließlich der Sprechklausel halten wolle.--- Bis es zu einer Kostenverteilung kommt, ist übrigens auch der OB Kuhn und die jetzige Landesregierung längst Geschichte. --- Dass es also je zu einem Gerichtsprozess kommen wird, ist keinesfalls sicher.

Frau Schelling, Ihr Job ist es nicht auf Briefe der Bahn zu warten, sondern diese Region zu entwickeln: Vorsitzende des Verbandes Region Stuttgart zu sein ist kein leichter Job, aber Sie haben sich dafür beworben und sind aus einer Runde kluger und erfahrener Menschen dafür ausgewählt worden. Wir, die Bürger dieser Region, erleben eine erschreckend verluderte S-Bahn. So gab es heute, am 01.10.2014, jeweils morgens wie abends quasi einen S-Bahn-Kollaps von je über einer halben Stunde. Gleichzeitig offenbarte sich in der Messehalle am Flughafen, dass die Bahn falsche Daten liefert, keine Fahrgastzahlen hat und wahrscheinlich eine erneute Anhörung und damit eine noch längere Bauzeit des Tunnel-Bahnknotens (um das Unwort zu vermeiden) auf uns zukommt. Die Bahn wird auch den Verband Region Stuttgart auf verbaute Mittel verklagen, Mittel die jetzt gerade durch Planungspfusch vergeudet werden. Was ist Ihre Strategie bei all dem? Wie werden Sie uns vertreten? Wir würden das gerne wissen und Handlungen und Haltung sehen.

Artikel kommentieren

Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt.