Euronics Euronics macht weniger Umsatz

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Ein Nachfrageeinbruch und Preisverfall bei TV-Geräten drücken den Umsatz der Einkaufsgemeinschaft Euronics. Der Vorstandssprecher Benedict Kober ist dennoch optimistisch, dass sich Qualität und Service durchsetzen.

An zwölf  Standorten will Euronics in diesem Jahr neue Fachmärkte eröffnen. Foto: Euronics
An zwölf Standorten will Euronics in diesem Jahr neue Fachmärkte eröffnen.Foto: Euronics

Stuttgart - Die Fußball-Europameisterschaft 2012 war zugleich Fluch und Segen für Euronics Deutschland. Sie hat dem Elektronik-Einkaufsverbund ein starkes erstes Halbjahr eingebracht und ein schlechtes zweites – inklusive Weihnachtsgeschäft –, sagte Euronics-Vorstandssprecher Benedict Kober am Dienstag bei der Jahrespressekonferenz in Stuttgart. Wer sich die Spiele in Polen und der Ukraine schon auf dem neuen Flachbild-TV angeschaut hatte, brauchte logischerweise kein neues Gerät mehr unter dem Weihnachtsbaum. Auch die Umstellung auf digitale Satellitenübertragung trug dazu bei, dass die Kundschaft oftmals Neuanschaffungen auf die erste Jahreshälfte vorgezogen hat.

Doch nicht einmal EM und Olympia in London zusammen konnten der umsatzstärksten Verbundgruppe für Unterhaltungselektronik bis zum Ende des Geschäftsjahres 2011/12 (30. September) einen Zuwachs bescheren. Ein zweistelliges Plus aus der ersten Jahreshälfte sei vor allem durch die rückläufige Nachfrage und den zunehmenden Preisverfall bei Fernsehgeräten bis Ende September in ein Minus umgekehrt worden, beschrieb Kober den atypischen Jahresverlauf. Die Umsätze des Unternehmens mit Stammsitz in Ditzingen sanken im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 1,67 Milliarden Euro.

Der Bereich Telekommunikation legt zu

Bei der Unterhaltungselektronik, die rund die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmacht, habe der Rückgang trotz guter Absatzzahlen bei drei Prozent gelegen. Auch die Umsätze anderer großer Warenbereiche wie PC/Multimedia (minus ein Prozent) und Haushaltsgeräte (minus vier Prozent) seien leicht gesunken. Dagegen habe der Bereich Telekommunikation um vier Prozent zugelegt, was Kober auf gemeinsame Vermarktungsaktivitäten mit verschiedenen Netzbetreibern zurückführt.

Insgesamt zeigte sich der Vorstand zuversichtlich, durch die Fortführung einer konsequenten Qualitäts- und Servicestrategie wieder auf Wachstumskurs zu gelangen. Für die 1692 Händler im Verbund (Vorjahr: 1730) konnten mit 95,1 Millionen Euro sogar höhere Bonuszahlungen als im Vergleichszeitraum 2010/11 (94,1 Millionen Euro) realisiert werden. Die Ausschüttung der Jahresüberschüsse an die Betreiber der bundesweit knapp 1900 Fachgeschäfte und Fachmärkte blieb in etwa konstant bei 5,5 Millionen Euro, ebenso die Zahl der Beschäftigten (rund 12 000).

Die Branche erwartet immense Zuwächse bei Tablets

Grund zum Optimismus geben Kober auch Prognosen für die gesamte Branche Consumer Electronic: Demzufolge wird auch in diesem Jahr jeder Deutsche im Schnitt rund 470 Euro für Elektrogeräte ausgeben. Während die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik für 2013 im Bereich TV-Großgeräte einen konstanten Absatz von zehn Millionen Geräten erwartet, prognostiziert sie zweistellige Zuwachsraten für Tablets (5,7 Millionen, plus 62 Prozent) und Smartphones (21 Millionen, plus elf Prozent). Potenzial sieht der Euronics-Chef auch bei neuen Bildschirm-Technologien, der Sicherheitstechnik, der digitalen Gesundheitskontrolle und im Bereich der Energieeffizienz.

Die Einkaufsgemeinschaft plant in diesem Jahr an zwölf Standorten neue Fachmärkte. Erstmals in der neunjährigen Firmengeschichte könnte es auch sogenannte „Regiebetriebe“ geben, die durch die Zentrale geführt werden. Damit will das Unternehmen verhindern, dass Märkte ohne Nachfolgeregelung bei Ausscheiden eines Händlers schließen müssen. Die Zahl dieser Fälle liegt Kober zufolge im laufenden Jahr bei zwei bis fünf.

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