Europa League Der VfB bittet um Geduld
Marko Schumacher, 18.08.2010 13:59 Uhr
Den Torhüter Sven Ulreich zählt der VfB-Trainer Christian Gross zu denjenigen Spielern, die noch Zeit brauchen. Foto: Baumann
Den Torhüter Sven Ulreich zählt der VfB-Trainer Christian Gross zu denjenigen Spielern, die noch Zeit brauchen. Foto: Baumann
Stuttgart - Die Bestätigung seiner These fand Fredi Bobic kurz vor dem Einschlafen. Spätabends schaute sich der VfB-Manager dieser Tage im Fernsehen internationalen Fußball an, aus den Ligen in Frankreich und Holland. Die Favoriten bezogen Niederlagen oder taten sich zumindest schwer, weshalb Bobic anschließend beruhigt entschlummert ist. "Viele gute Teams", sagt er, "straucheln im Moment und haben mit Problemen zu kämpfen."

Der VfB, das will Bobic damit sagen, befindet sich also mit seiner bislang holprigen Vorbereitung und dem mühevollen 2:1- Pflichtspielstart im Pokal in Babelsberg in bester Gesellschaft. Es sei für alle Mannschaften "unheimlich schwierig, jetzt schon Fahrt aufzunehmen", keine Mannschaft "weiß, wo sie steht". Der Grund dafür: die vielen Termine. Erst ein Länderspiel, dann der DFB-Pokal gefolgt von der Europa League, anschließend der Bundesligaauftakt und danach schon wieder eine Länderspielpause. "So ein Durcheinander habe ich noch nie erlebt", sagt Bobic.

Es müssen viele Interessen befriedigt werden


Natürlich weiß der Manager, dass für alle Mannschaften der gleiche Spielplan gilt und viele Interessen befriedigt werden müssen. Aber er fragt sich trotzdem, ob das Länderspiel in Dänemark sein musste und ob man die erste Pokalrunde nicht besser nach hinter geschoben hätte. Denn der Preis für diese Terminhatz ist hoch. Was fehlt, ist die Zeit für die tägliche Trainingsarbeit, für das Einspielen und das gegenseitige Kennenlernen. Und so bleibt Bobic nichts anderes übrig, als um ein wenig Geduld zu bitten und den Anhang um ein paar Wochen zu vertrösten: "Man muss die Ansprüche auch mal zurückschrauben. Es wird bis in den Herbst hinein dauern, bis man richtig ins Rollen kommt."

Irgendwie durchwursteln und hoffen, dass es irgendwann besser wird - so lautet derzeit das Motto des VfB. Und so gibt es auch niemanden, der im Play-off-Hinspiel der Europa League am Donnerstag bei Slovan Bratislava (18.45 Uhr/Eurosport) ein Fußballfeuerwerk der Stuttgarter Mannschaft erwarten würde. Auf einen Sieg "mit mindestens einem Tor Vorsprung" hofft der VfB-Trainer Christian Gross. Vermutlich wäre er aber auch schon mit einem Remis zufrieden, denn auch das würde seiner Mannschaft gute Aussichten eröffnen, im Rückspiel am 26. August die Gruppenphase der Europa League zu erreichen.

"Die Mannschaft muss noch wachsen"


"Selbstverständlich", sagt Gross, stehen die Resultate im Vordergrund. Das ist aber nicht so einfach, denn auch der Trainer weiß, dass noch viel Arbeit bevorsteht und die Mannschaft noch lange nicht so Fußball spielt, wie er sich das vorstellt. "Ich erwarte von allen mehr. Die Mannschaft muss noch wachsen", sagt Gross.

Kommentare (20)
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AUG
20
Stuggifan, 13:37 Uhr

@Jormann

Der Torwartkritik muss ich massiv widersprechen! Natürlich hat Sven Ullreich nicht die Ausstrahlung eines Jens Lehmann und ein paar Defizite in der Strafraumbeherrschung. Ersteres ist jedoch nicht zwangsläufig erstrebenswert und bei den gezeigten Ansätzen von unserer Nummer 1 fehlt zur Verbesserung von zweiterem hauptsächlich die Spielpraxis. Ein Knipser wäre natürlich nicht schlecht, aber vielleicht macht uns der Harnick ja noch den Knipser. Wann immer ich ihn bisher gesehen habe, hat er Leben ins Spiel gebracht. Das sind ganz andere Bewegungsabläufe als bei PaPro und CiMa, eine ganz andere Körpersprache.

AUG
20
Stuggifan, 13:31 Uhr

@R und andere

Genauso wie Hoeneß und Rummenigge es offensichtlich schaffen, als Sportler betriebswirtschaftliches Know-how zu erlernen, können Herr Staudt & Co als Betriebswirtschaftler die Fußballwelt kennen lernen - das ist in meinen Augen kein Widerspruch. Und früher, als der VfB ehrenamtliche Präsidenten hatte, damals hatte der Fußball an sich noch nicht diese Dimensionen. Wer einen Scout in Südamerika hatte, war schon top, heute hat jeder Verein aus x Ligen seine Scouts auf der ganzen Welt verteilt zum Beispiel. Das Marketing etc. damaliger Zeit ist nicht mit dem heute zu vergleichen. Die gewachsenen Strukturen machen so etwas notwendig.

AUG
19
Peter, 13:58 Uhr

Charakter

@jorman Nur eins hast Du bei Deiner Aufzählung vergessen. Zum Torwart und seinem Können zählt auch der Charakter und den hat Hildebrand beileibe nicht. Denke nur an seinen unrühmlichen Abgang vom VfB. Ja, jetzt wäre ihm der VfB wieder gut genug, damals war er es nicht. Weil das so ist, deshalb eine Mannschaft ohne Hildebrand. Zum anderen, warum hackt man ständig nur auf dem Torwart Ulreich herum? Laßt ihn erst einmal spielen und nicht schon jetzt den Stab über ihn zu brechen. Eine Chance sollte man ihm schon geben!

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