Evangelischer Dekan von Ditzingen mahnt Osterbotschaft beinhaltet das Engagement für Flüchtlinge

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Der Dekan Friedrich Zimmermann denkt bei den Festtagen auch an besonders schutzbedürftige Menschen. Das leite sich direkt aus der Osterbotschaft ab, meint er.

Für Friedrich Zimmermann ist das Osterfest   kein Fest der Trauer. Foto: factum/Bach
Für Friedrich Zimmermann ist das Osterfest kein Fest der Trauer.Foto: factum/Bach

Ditzingen - Das Sterben Jesu am Karfreitag und seine Auferstehung am Sonntag darauf: das ist nicht die alleinige Botschaft, die vom christlichen Osterfest und dem Neuen Testament ausgeht. Der evangelische Dekan Friedrich Zimmermann aus Ditzingen leitet daraus für die heutige Zeit viel mehr ab. Zum Beispiel, dass man sich um Menschen kümmern müsse, die hierzulande der Todesgefahr entrinnen und im Frieden leben wollen.

„Wir leben, um Leben zu ermöglichen und zu fördern, auch das Leben vieler, die auf der Flucht und auf der Suche nach Heimat sind“, schreibt Zimmermann im Ditzinger Gemeindebrief. Im Gespräch hat er seine Ansicht verdeutlicht.

Landeskirche verstärkt Arbeit für Flüchtlinge

Die evangelische Landeskirche Württemberg stellt viel Geld bereit, damit die Gemeinden und die Stellen der kirchlichen Sozialarbeit sich vor Ort mehr als bisher um Flüchtlinge kümmern können (siehe „Diakonie verstärkt Hilfe für Flüchtlinge“). Zimmermann begrüßt es, dass die Bezirkssynode, die von Vertretern aller 13 Kirchengemeinden im Strohgäu gebildet wird, die entsprechenden Pläne in ihrer Sitzung am Wochenende fast einstimmig gebilligt hat. Den Auftrag dazu leitet er unmittelbar aus der Osterbotschaft ab.

Die Auferstehung der Toten „ist Gottes Tat“, hat Zimmermann seiner Gemeinde jüngst geschrieben. Das Kreuz sei kein Todeszeichen, sagt er, „sondern ein Pluszeichen, ein lebensbefürwortendes Zeichen“. Am Karfreitag geschehe Versöhnung: „Gott versöhnt sich mit uns, und wenn ich versöhnt bin, habe ich meinen Frieden mit der Welt. Dann kann ich selbst versöhnen.“ Die Osterbotschaft, so Zimmermann, habe damit zu tun, dass sich der Einzelne um andere kümmere – so, wie er könne. „Weil Gott ein Kümmerer-Gott ist. Man darf sehr viel, auch im sozial-diakonischen Bereich.“

„Ängste zu schüren widerspricht christlichem Glauben“

Zimmermann geht noch einen Schritt weiter: „Wir sollten vor Ort Versöhnung leben, wo es ganz konkret wird – bevor man sich um Entferntes kümmert.“ Das heißt, sich um fremde Menschen kümmern, die hierher kommen. In diesem Zusammenhang kritisiert er, dass „zum Beispiel wegen der Flüchtlinge in unserer Gesellschaft“ Ängste geschürt würden – auch wenn diese zum Teil sehr diffus seien. „Das widerspricht dem christlichen Glauben.“ Sorge dürfe man gleichwohl haben.

Vielen Theologen gilt Jesu Tod am Karfreitag und seine Auferstehung am Ostersonntag als das höchste Fest der Christenheit – wichtiger noch als Weihnachten. Teilt Zimmermann diese Ansicht? „Das eine geht nicht ohne das andere“, sagt er, „Weihnachten zielt auf Ostern hin.“ In vielen alten Krippen seien die drei Kreuze von Golgatha dargestellt. Zimmermann freut sich auf den Osternachtsgottesdienst, den er dieses Jahr zum ersten Mal hält, um 6 Uhr in der Konstanzer Kirche. Für ein „starkes Zeichen“ hält er zudem den 8-Uhr-Gottesdienst auf dem Friedhof.

Auch das Osterbrauchtum hält der Dekan für wichtig – vom fleischlosen Essen am Karfreitag („auch keinen Fisch“) über die Lebenssymbolik der Eier und deren rote Farbe, die auf das Blut Christi hindeute und auch die Farbe der Liebe sei. Noch eines findet er toll: Hasen. Als Kekse oder aus Schokolade. „Rein geschmacklich.“

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Und wieder : bemüht die Kirche das längst widerlegte Klischee des "schutzsuchenden Flüchtlings" - in völliger Ignoranz dessen, dass der überwiegende Teil der sog. "Flüchtlinge" nicht aus Kriegsgebieten flieht, sondern aus wirtschaftlichen Gründen kommt. Und wieder muss man betonen, dass der größte Teil der Afrikaner und Nordafrikaner, sowie auch Afghanen und Iraker nur dem Ruf der Verlockung gefolgt sind, entsprechend fordernd treten sie hier auf. Und wieder muss betont werden, dass auch Griechenland, Mazedonien, und sogar die Türkei sichere Länder sind. Dennoch wollen die meisten nach Deutschland - wiederum zumeist aus wirtschaftlichen Gründen. Die reine Flucht vor Krieg kann da nicht mehr als Argument angebracht werden. Dass die Kirche wider besseres Wissen immer noch in dieses Horn bläst, hat mich in diesem Monat zum finalen Kirchenaustritt bewogen: Für die Renovierung des kleinen Dorfkirchleins ist kein Geld da, so dass die Gemeinden mit Bettelbriefen an ihre Mitglieder herntreten müssen. Für de sog. "Flüchtlinge" hingegen ist Geld en masse da, alles scheint kein Problem zu sein. Für mich ist diese Amtskirche jetzt Vergangenheit.

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