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Berlin - Eigentlich wollte Karl-Theodor zu Guttenberg in Berlin in aller Ruhe über Internetthemen sprechen - dann landete eine Torte im Gesicht des Ex-Verteidigungsministers. Der EU-Berater für Internetfragen hatte sich am Donnerstag mit dem Piraten-Politiker und Netzaktivisten Stephan Urbach in einem Café in Berlin-Friedrichshain getroffen, als er, wies es später im Internet hieß, „getortet“ wurde. „Wir saßen zusammen, als gegen 20.15 Uhr einige Menschen hereinkamen und Herrn Guttenberg eine Sahnetorte ins Gesicht drückten“, sagte Urbach der Nachrichtenagentur dpa am Freitag. „Herr Guttenberg hat das aber sehr locker genommen.“
Der Ex-Politiker war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Auf Facebook reagierte er auf den Angriff aber mit Humor. „Hurra, eine Tortenattacke!“, schrieb er bei Facebook. „Ich dachte schon, ich würde in Friedrichshain verhungern. (...) Eine wunderbare Schwarzwälder Kirschtorte. Beim nächsten Mal dann gerne Käsesahne!“
Zu der Aktion bekannte sich die „Hedonistische Internationale“, die bereits mit anderen Spaßprotesten von sich reden machte. In einem auf Youtube-Video ist zu sehen, wie Guttenberg eine Sahnetorte ins Gesicht gedrückt wird. Auf der Webseite der Spaßguerilla-Gruppe hieß es: „Wir werden jeden weiteren Rückkehr-Versuch des Herren von und zu beobachten und süß torpedieren.“
Eigentlich sollte es bei dem Treffen um die Themen Netzpolitik und Internetfreiheit gehen. Seit Dezember ist der 40-Jährige EU-Berater für Internetfragen bei EU-Kommissarin Neelie Kroes. Für die Ernennung hagelte es Kritik, vor allem aus Deutschland. Im März 2011 war Guttenberg als Verteidigungsminister zurückgetreten, weil bekannt wurde, dass er Teile einer Doktorarbeit abgeschrieben hatte. Auf die Spur gekommen waren ihm Plagiatsjäger im Internet. Danach ging er in die USA.
Auch Urbach hatte Guttenbergs Berufung damals kritisiert und ihn zu einer Stellungnahme aufgefordert. Daraufhin hatte der EU-Berater ein Gespräch erbeten. Das Treffen ist in der Netz-Szene umstritten: Manche glauben, dass Guttenberg so eine Plattform gegebenen werde und er sich einen Weg zurück in die Öffentlichkeit bereiten wolle.
Spiegel Online sagte Urbach, der Referent bei der Piraten-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus ist: „Guttenberg wirkte ernsthaft interessiert an dem, was wir zu sagen haben.“ Dennoch müsse er sich sein verloren gegangenes Vertrauen erst wieder hart erarbeiten. „Ob und wie er das schafft, wird die Zeit zeigen“, schrieb Urbach in seinem Blog.


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Da werden wir ja in Zukunft
eine lebendige Politik sehen, wenn im Berliner Abgeordnetenhaus bei den debatten Torten statt Argumente ausgetauscht werden.
Politik der Werfer
Ob es am Hang zur unfreiwilligen Komik bundesdeutschen Politikverschnitts liegt oder aber die neuen Disziplin des Dreck-Werfens - mit Worten oder Torten - die Politikfertigkeit der Zukunft ist, kann jetzt noch nicht endgültig beurteilt werden. In diesem Sinne muss Herrn Gabriel von der SPD und den Piraten noch viel Training abverlangt werden. Wulff oder zu Guttenberg erscheinen noch als zu überlegene Gegner für die Niederungen linkischen Sudelns und Schmierens zu sein.
cooler typ dieser guttenberg
Er nimmt den job in brüssel und lässt sich von den dazu piraten beraten. Schließlich weiß er, wie man locker an die richtigen informationen kommt. Und ich kann mir vorstellen, dass so ein pirat durchaus "stolz" ist, mit KT an einem tisch sitzen zu dürfen. Und damit das auch jeder mitkriegt lässt man sich eine torte bringen...