Fahrlässige Tötung Fußballtrainer müssen hohe Strafen zahlen

Von do 

Weil ein D-Jugendspieler in ihrer Obhut ertrunken ist, sind zwei Fußballtrainer aus der Ortenau verurteilt worden. Der Bub konnte nicht schwimmen.

Die Acherner Richter sagen im Urteil: Wenn sie mit Kindern in Seen baden, müssen die Betreuer einen Rettungsschwimmerschein  gemacht haben. Foto: dpa
Die Acherner Richter sagen im Urteil: Wenn sie mit Kindern in Seen baden, müssen die Betreuer einen Rettungsschwimmerschein gemacht haben.Foto: dpa

Achern - Zu hohen Geldstrafen wegen fahrlässiger Tötung hat das Amtsgericht Achern (Ortenaukreis) zwei Jugend-Fußballtrainer verurteilt. Die beiden 42 und 45 Jahre alten Männer hatten an einem heißen Augusttag anstelle des üblichen Trainings mit D-Junioren (zehn bis zwölf Jahre) einen Lauf zu einem drei Kilometer entfernten Baggersee gemacht und dort gebadet. Dabei war ein Zwölfjähriger, der am Ufer zurückgeblieben war, zunächst unbemerkt in tiefes Wasser abgerutscht und ertrunken. Er konnte erst eine Stunde später von einem Rettungstaucher tot geborgen werden. Der Junge war erst vier Monate zuvor mit seiner Mutter aus Kamerun eingewandert. Er konnte nicht schwimmen, hatte dies nach Aussagen der Angeklagten und mitbeteiligter Jugendlicher aber nicht gesagt.

Die Trainer haben die Aufsichtspflicht gröblich vernachlässigt

Nach Auffassung des Richters haben die beiden seit mehreren Jahren in dem Verein als Jugend-Trainer tätigen Angeklagten ihre Aufsichtspflicht „in gröblicher Weise vernachlässigt“. Sie hätten die ihnen anvertrauten Jugendlichen nicht in gefährliche Situationen bringen dürfen. Ihr Fehlverhalten werde noch dadurch verstärkt, dass an den Baggersee Badeverbot bestand und sie keine Ausbildung als Rettungsschwimmer haben. Dass sie ihre Tätigkeit ehrenamtlich ausübten, sei keine Entschuldigung. Wer solche Funktionen übernimmt, müsse sich fortbilden, sagte der Richter. Dies sei auch eine Aufgabe der Vereine, die ihre Mitarbeiter aufklären oder schulen müssten. Die Verteidiger wollen gegen das Urteil – 140 Tagesätze à 60 beziehungsweise 50 Euro – Berufung einlegen.

In der Öffentlichkeit hatte der Unfall großes Mitgefühl ausgelöst, sowohl für den Verunglückten und seine Mutter als auch für die Trainer, die als sehr erfahrene und gut beleumundete Männer geschätzt werden. Die Vereine befürchten, jetzt noch größere Probleme zu bekommen, ehrenamtliche Jugendbetreuer zu gewinnen.

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4 KommentareKommentar schreiben

Im Namen des Volkes gesprochen?: Es ist unbestritten, dass es sich um ein tragisches Unglück handelt, das nicht hätte passieren dürfen. Allerdings lässt vor allem die Urteilsbegründung Zweifel, ob hier wirklich im Namen des Volkes gesprochen wiurde: 'wer eine solche Funktion hat, muss sich fortbilden...'. Damit wird es unmöglich weden, künftig Ehrenamtliche zu finden, die einen Teil ihrer Freizeit unentgeltlich für die Gemeinschaft aufbringen. Der Richter ám Amtsgericht will damit das Ehrenamt in Sportvereinen abschaffen. Ob dies im Namen des Volkes ist?

Höhe der Strafe: @ Yvonne Die Höhe der Strafe bemißt sich nach dem Einkommen des Verurteilten. Bei 5o Euro am Tag geht man dvon aus, dass der Verurteilt dieses Einkommen pro Tag hat. Und 1 Tagessatz entspricht 1 Tag Haft. Das Beispiel (Fahrrad-)Ausflug zu (unbeaufsichtigten) Badesee ist übrigens das Standardbeispiel in jeder Jugendleiterausbildung wenn es um Planung von ausflügen, Gefahren, Einwilligung von Eltern, Fähigkeiten (Schwimmen, Radfahren) der Jugendlichen,... Hätten die beiden Trainer diese Ausbildung gehabt, dann hätten sie diese Gefahren vermutlich gekannt...

Höhe der Strafe: @ Yvonne Die Höhe der Strafe bemißt sich nach dem Einkommen des Verurteilten. Bei 5o Euro am Tag geht man dvon aus, dass der Verurteilt dieses Einkommen pro Tag hat. Und 1 Tagessatz entspricht 1 Tag Haft. Das Beispiel (Fahrrad-)Ausflug zu (unbeaufsichtigten) Badesee ist übrigens das Standardbeispiel in jeder Jugendleiterausbildung wenn es um Planung von ausflügen, Gefahren, Einwilligung von Eltern, Fähigkeiten (Schwimmen, Radfahren) der Jugendlichen,... Hätten die beiden Trainer diese Ausbildung gehabt, dann hätten sie diese Gefahren vermutlich gekannt...

Hohe Geldstrafen?: 8.400 bzw. 7.000 Euro sind hohe Geldstrafen für fahrlässige Tötung? Ich bin sprachlos... Mir ist bewusst, das der Junge durch Geld nicht wieder lebendig wird und dass die beiden Männer sicherlich für den Rest ihres Lebens durch die Schuld und ihr belastetes Gewissen genügend gestraft sind, aber diese Überschrift ist trotzdem respektlos!

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