|
|
Bild 1 von 2 |
|
Donzdorf - Mitten in der heißen Phase der fünften Jahreszeit ist der Fasnacht in Donzdorf (Kreis Göppingen) ihr Obernarr abhandengekommen. Eberhard Schmid, der Präsident des Kulturrings, hat seinen Rücktritt erklärt. Der Kulturring ist der Zusammenschluss der Donzdorfer Vereine, tritt aber vor allem als Organisator der Prunksitzungen und des Fasnachtsumzugs in Erscheinung. Zuvor hatte die Lokalzeitung über die Auftaktsitzung berichtet und sich darüber lustig gemacht, dass "erstmals seit Menschengedenken" der Ministerpräsident nicht dazu eingeladen worden sei. Offenbar besitze Winfried Kretschmann das falsche Parteibuch. Doch bei Kritik verstehen auch die Narren in Donzdorf keinen Spaß. Die Berichterstattung sei ein Schlag ins Gesicht, sagt Schmid.
Seit dem Jahr 2001 hatte der Kulturring-Präsident dem Ministerpräsidenten alljährlich eine Einladung zukommen lassen. Erwin Teufel musste mehrfach passen. Günther Oettinger schaute zweimal vorbei. Im vergangenen Jahr verfolgte dann Stefan Mappus zumindest die zweite Hälfte des Fünfstundenprogramms. "Ich habe ihn dann für dieses Jahr gleich wieder eingeladen", sagt Schmid.
"Ich habe eine Aversion gegen den Mann"
Nach der Wahlniederlage erneuerte er diese Einladung. Erst später sei die Frage aufgeworfen worden, ob nicht auch der neue Ministerpräsident eingeladen werden müsste. Dagegen habe er sich nicht gestemmt. Er habe aber erklärt, dass er den Grünen nicht holen werde. "Ich habe eine Aversion gegen den Mann", sagt der 70-Jährige, der seit 40 Jahren CDU-Mitglied ist. Doch wer außer dem Chef hätte die Einladung aussprechen sollen, fragt sich nicht nur der Sitzungspräsident Roland Hölldampf. Für den Kulturring sei der Rücktritt zum ungünstigsten Zeitpunkt gekommen. Der Umzug und zwei der vier Prunksitzungen stehen schließlich noch aus.
Mappus hat übrigens abgesagt. Am vergangenen Wochenende war sein ehemaliger Innenminister Heribert Rech unter den 650 Gästen in der Stadthalle. Und im nächsten Jahr darf auch Kretschmann kommen. Man werde ihm die Einladung persönlich überbringen, sagt Hölldampf.
