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Fasching Königliche Hoheiten für 48 Tage
Heike Armbruster, 10.02.2012 14:00 Uhr
Patrik I. und Jenny I., das Stadtprinzenpaar. Foto: privat
Patrik I. und Jenny I., das Stadtprinzenpaar. Foto: privat

Mitte - Niemand musste für den Stadtprinzen Patrik Schmitt eine Stadtprinzessin suchen, denn der Sänger hat sie längst gefunden. Seine Freundin Jenny Winkler ist ausgebildete Musicaldarstellerin und hat zudem einen närrisch-königlichen Stammbaum: Ihr Vater ist der Prinz der Fasnacht im hessischen Seligenstadt.

Seit ihrer Inthronisation am 6. Januar hatte das Paar volles Programm, und die härtesten der 48 Tage stehen den beiden noch bevor – vom Schmutzigen Donnerstag bis zum Aschermittwoch. Allein schon deshalb ist die 31-Jährige froh, dass die beiden den Stuttgarter Fasching gemeinsam erleben. „Sonst würden wir uns ja kaum noch sehen“, sagt Winkler, die 2004 bis 2006 im Musical Mamma Mia auf der Bühne stand. Ihrem Prinzen ergeht es ähnlich: „Bis Aschermittwoch sind wir entweder auf Sitzungen von befreundeten Vereinen der Stuttgarter Karnevalsgesellschaft Möbelwagen oder bereiten uns auf Termine vor.“

Die Gesellschaft Möbelwagen stellt in Stuttgart traditionell das Stadtprinzenpaar und so gibt es in Stuttgart zwar mehrere Prinzessinnen, aber nur einen Stadtprinzen und eine Stadtprinzessin. Die Ahnengalerie von Patrik I. weist bereits Tatortkommissare und Zauberer auf, also immer Männer mit künstlerischem Talent. Patrik Schmitt ist Sänger, gemeinsam mit seiner Freundin in der Coverband Party Souldiers aktiv. Beim Cannstatter Wasen stand der 30-Jährige auf der Bühne und dort hat ihn Eberhard Schwarz vom Elferrat des Möbelwagens erkannt. Schmitt hatte bereits auf der Hochzeit seiner Tochter gesungen. „Dann hat er mich zum Casting gebeten“, erzählt der Pfälzer. Dort habe er natürlich seine Freundin als Stadtprinzessin vorgeschlagen und Jenny Winkler überzeugte beim Vorsprechen und -singen ebenso.

Am Gepäckband kennengelernt

Weder Jenny Winkler noch Patrik Schmitt sind gebürtige Stuttgarter. Winkler zog vor einem halben Jahr von Berlin ins Heusteigviertel, nachdem sie ein Engagement am Theater der Altstadt angenommen hatte. Schmitt stammt aus Kaiserslautern, studierte in Stuttgart Druck- und Medientechnik und lebt nun in Filderstadt. Mit Stuttgart verbinden die beiden jedoch viele positive Erinnerungen, denn kennengelernt haben sie sich vor eineinhalb Jahren am Gepäckband des Flughafens. Ein gemeinsamer Freund stellte die beiden einander vor.

Den Fasching lieben beide königlichen Hoheiten. Jenny Winkler tanzte bereits mit drei Jahren in der Garde ihrer Heimatstadt und Patrik Schmitt lief als Siebenjähriger Trompete spielend im Spielmannszug bei Fasnachtsumzügen mit. Dieses Jahr freuen sich beide aber vor allem auf eines: in einem Oldtimer am Faschingsdienstag, 21. Februar, beim großen Umzug ihr Volk zu sehen. „Ich bin schon sehr gespannt darauf. Um die 200-000 Besucher sollen da sein. Ich hoffe nur, dass es wärmer wird, weil wir in einem offenen Oldtimer fahren“, sagt die Prinzessin.

Internetblog Mehr über das Leben als Stadtprinzessin erzählt Jenny I. vom 14. Februar an im Internetvideoblog „Plötzlich Stadtprinzessin“ auf stuttgarter-zeitung.de und stuttgarter-nachrichten.de. Dort ermittelt sie zum Beispiel, was den Unterschied zwischen Fasching, Fasnacht und Karneval ausmacht.
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