Faschingsumzug in Stuttgart Die Narren erobern die Innenstadt

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Am Dienstag ziehen 2000 Hästräger und Karnevalisten durch die Straßen in Stuttgart, der Verkehr wird teilweise umgeleitet.

Gaudi, Witz und gute Laune beherrschen am Dienstag wieder die Stuttgarter Straßenzüge. Zigtausende Zuschauer werden erwartet. Foto: Achim Zweygarth
Gaudi, Witz und gute Laune beherrschen am Dienstag wieder die Stuttgarter Straßenzüge. Zigtausende Zuschauer werden erwartet.Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Wenn sich der Stuttgarter Faschingsumzug am Dienstagnachmittag durch die Innenstadt schlängelt, feiern viele Narren den Höhepunkt ihrer„fünften Jahreszeit“: Die Cannstatter Stäffeles Hexa, die Waiblinger Salathengste, d’ Bugg’l Hex aus Freiburg, die Donzdorfer Noda Biag’r, die Gesellschaft Zigeunerinsel Stuttgart, die Trommelgruppe Taktlos, die Burgfäger Esslingen oder die Kannibalen Furfeld – sie alle und viele andere werden dabei sein. 51 Gruppen sorgen für Gaudi entlang der Straßenzüge. Der Veranstalter, die Karnevalsgesellschaft Möbelwagen, erwartet 2000 Teilnehmer und bis zu 250 000 Zuschauer.

„Die meisten Gruppen kommen aus der Region, bis auf die Waggis-Freunde Garmisch“, erzählt der Umzugsleiter Bruno Hospes. Wen die Narren in diesem Jahr mit ihren Wagen und Kostümen besonders aufs Korn nehmen werden, ist noch streng geheim. Aufsehen erregen werde sicherlich das Schweinemuseum, das mit einem eigenen Wagen vertreten sein wird, erzählt Bruno Hospes.

Politiker bekommen ihr Fett weg

Auch die Politiker werden wie immer ihr Fett wegbekommen, „aber wir sind vorsichtig“, sagt der Umzugsleiter. „Durch Stuttgart 21 ist das alles hier ein heißes Pflaster.“ Aus Sicherheitsgründen wird wohl auch Oberbürgermeister Wolfgang Schuster wieder auf die Mitfahrt beim Umzug verzichten müssen. „Die Polizei hat’s noch nicht erlaubt, dass er vorne mitfährt“, so Hospes. Auch heute ist die Stadt bereits fest in Narrenhand: Oberbürgermeister Wolfgang Schuster begrüßt die Hästräger und Karnevalisten heute Morgen im Rathaus, am Abend treten elf Guggenmusikgruppen auf dem Marktplatz auf.

Der Umzug startet am Dienstag um 14 Uhr an der Ecke Kronenstraße/Lautenschlagerstraße. Die Aufstellung erfolgt in der Friedrichstraße zwischen Bolz- und Kronenstraße. Daher wird ab 9.30 Uhr die Friedrichstraße in diesem Bereich auf zwei Fahrstreifen reduziert. Der Umzug erstreckt sich vorbei am Schlossplatz weiter zur Straße am Karlsplatz über die Münzstraße hin zum Marktplatz. Dann geht es über die Markt- und Eberhardstraße auf die Tübinger Straße, wo sich die Kolonne in Höhe der Silberburg-/Fangelsbachstraße wieder auflöst.

Die Umzugsstrecke ist für den Verkehr gesperrt

Ab 13 Uhr wird die Umzugsstrecke für den gesamten Fahrzeugverkehr bis 17 Uhr gesperrt. In diesem Zeitraum ist die An- und Abfahrt aus Parkhäusern und Grundstücken, die an der Festzugstrecke liegen, nicht mehr möglich. Entlang der Umzugsstrecke sind die Halt- und Parkmöglichkeiten ab 11 Uhr aufgehoben, der Lieferverkehr kann nur bis etwa 13 Uhr zufahren.

Die Buslinien 42 und 44 steuern zwischen 13 und 17 Uhr die Haltestelle Planie nicht an. Die Linien 43 und 92 können in dieser Zeit die Querspange (Tor-/Eber­hardstraße/Rotebühlplatz) nicht befahren, sie werden umgeleitet.

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6 KommentareKommentar schreiben

eher peinlich: Ich finde, zu Stuttgart und den Stuttgarter Bürgern und Bürgerinnen passt so ein Faschingsumzug nicht. Ich bin mit meinen Enkelkindern schon mal dabei, aber im Grunde ist es mir eher peinlich, wenn ich diese verzwungene Veranstaltung so beobachte. Die Kinder wollen da hin wegen den Süßigkeiten - auch meine Enkelkinder. Die Erwachsenen machen eher einen gelangweilten Eindruck, die meisten sind gar nicht verkleidet, und sie lassen sich auch zum großen Teil nicht durch die Narren mitreißen und anstecken.

Narrenzeit ist auch eine Zeit.: Bekanntlich ist ja den Narren in der Narrenzeit so ziemlich alles erlaubt und entschuldigt. Das mag ja so auch in Ordnung sein. „Durch Stuttgart 21 ist das alles hier ein heißes Pflaster“ sagt der Umzugsleiter. Wenn OB Schuster auf die Mitfahrt verzichtet – ob er muss, mag dahingestellt sein – so kann man daran sehen, wie unbeliebt der OB bei einem Großteil seiner Bürger geworden ist. Das reicht ja auch schon, wenn es nur 45% oder mehr „seiner“ Bürger sind, die seinen aber scheinen es nicht so recht zu sein. Schließlich hat er sie in der Sache „S21“ stets völlig ignoriert und hat von ihnen ein bedingungsloses „Ja“ für das von ihm bedingungslos unterstützte Projekt Tiefbahnhof etc. gefordert. Wenn ein OB also so unbeliebt geworden ist, dass er sich auch bei populären Anlässen der vorliegenden Art in einer breiteren Öffentlichkeit kaum noch sehen lassen kann, so liegt das nicht an ein paar Heißspornen und den so genannten Wutbürgern. Es liegt an ihm selbst: Staatsrechtler und Politikwissenschaftler könnten den Grund mit Sicherheit näher begründen. Oder erinnern wir uns, was gestern dazu einschlägig Heiner Geisler bei Günter Jauch im Ersten in der Diskussion um den Bundespräsidenten sagte.

Wolfgang Schuster: Das ist doch quatsch, dass O.B. Schuster aus Sicherheitsgründen nicht teilnehmen könnte. Sicher würde er karnevalistisch aufs Korn genommen werden, vielleicht ruft auch mal einer 'buh', aber das wars dann auch schon - das gehört doch dazu! Ich hätte mich gefreut wenn der O.B. nicht abgesagt hätte!

Fasching in Stuttgart - das Bild sagt alles...: da ist ja gar niemand verkleidet.

Ein Herz für die Bürger: »Aus Sicherheitsgründen wird wohl auch Oberbürgermeister Wolfgang Schuster wieder auf die Mitfahrt beim Umzug verzichten müssen. „Die Polizei hat’s noch nicht erlaubt, dass er vorne mitfährt“« - Die Polizei hat wirklich ein Herz für die Bürger und ihnen das erspart. Sicherheitsgründe können es nicht gewesen sein, denn mehr als 'Lügenpack'-Rufe musste Schuster bisher nicht befürchten. Um ihn dagegen zu schützen, reicht seine Frau Stefanie als Bewacher völlig aus, indem sie ihm die Ohren zuhält.

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