|
|
Bild 1 von 9 |
|
zum Thema
Berlin - Auch die Berliner Fashion Week hat jetzt ihre "Clooooodia", wie Karl Lagerfeld seine blonde Muse Claudia Schiffer zu rufen pflegte. Nur ist es an der Spree die Ex-Fußballer-Ex-Gattin Claudia Effenberg. Die präsentierte im Rahmen der Modewoche am Brandenburger Tor ihre Kollektion, die sie mit der Designerin Cristina Duxa entworfen hat. Auf kompromittierende Küsse und passende Dirndl wurde in diesem Zusammenhang freundlicherweise verzichtet.
Die Fashion Week ist inzwischen in Fahrt gekommen: 200.000 Besucher bevölkern die quer über die Stadt verteilten zehn Messen, bei denen sich mehr als 2000 Marken präsentieren - und während das professionelle Publikum im strömenden Winterregen von Messe zu Messe hastet (und bei diesem Geschäft selbst den Berliner Taxifahrern mal das Meckern vergeht), geht im Fashionzelt eine Schau nach der anderen über die Bühne. Jubel erntete am Mittwoch die Kollektion des österreichischen Fräuleinwunders Lena Hoschek mit deren konsequent weiblicher Linie. Zu ihren fließenden Retrokleidern mit Taillenpartien im Fourties-Stil kombinierte Hoschek teils groben Strick und derbe Stiefel. Die Models stolzierten mit schwingenden Röcken, knallroten Lippen sowie Baskenmützen auf onduliertem Haar über den Laufsteg. Am Abend zeigte Leyla Piedayesh mit ihrem Label Lala Berlin Oversizemäntel zu schmalen Jeans in Dreiviertellänge, dazu kamen einige Elemente aus den 1970er Jahren: fließende Kleider aus batikartig bedruckter Seide und Maxiröcke aus schwerem Stoff in Godet-Form.
Die Promidichte ist groß
Einige große Marken halten sich bei der Fashion Week etwas darauf zugute, ihre Kollektionen "offsite" zu präsentieren - und die Suche nach einem hippen Ort dafür setzt sich in jeder Saison aufs Neue fort. Das junge Boss-Label Hugo hatte sich am Donnerstag für die Wandelhalle der Gemäldegalerie am Kulturforum entschieden - und 800 geladene Gäste kamen in den lichten, von Säulenreihen gegliederten Raum, den der Berliner Winter durch die Bullaugen in den Dächern in ein extrem kühles Tageslicht tauchte. Traditionell ist der Promiauflauf bei den Metzingern gewaltig: Da kann es schon mal passieren, dass jemand wie der britische Schauspieler Rupert Everett auf Platzsuche durch den Raum geht und nicht gleich erkannt wird. Mit ihm in der ersten Reihe saßen unter anderem die Hollywoodschauspielerin Julianne Moore, das It-Girl Pixie Geldof und der Rennfahrer Jenson Button. Auch die deutschen Schauspieler Matthias Schweighöfer, Wotan Wilke Möhring und Anna Loos waren gekommen. Matsch draußen, schneeweißer Teppich drinnen - das ist eine riskante Mischung, weshalb erst ganz kurz vor der Show einige in Caddy-Overalls gewandete Roadies Hunderte Quadratmeter Teppich entfernten. Auf einem Plexiglaslaufsteg sah man dann, wie die Marke sich den nächsten Winter denkt: gezeigt wurden strenge, schmale Silhouetten in viel Schwarz und Weiß, Rosttönen, Violett, vereinzelt grellem Lachs und streng geometrischen Mustern.
Zu schmalen Hosen in Dreiviertellänge gewinnen schwere Mäntel an Länge. Gefältelte Roll- und strenge Stehkragen rücken meist halsnah nach oben, der Rocksaum rutscht dafür auffallend oft nach unten - passend zur nach unten korrigierten Konjunkturprognose der Bundesregierung. Zum Finale zeigt heute Michael Michalsky, wie er die nächste Saison betrachtet. Ein anderer Großer im Geschäft hat wohl Heimweh: Elf Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem von ihm gegründeten Modeunternehmen will Wolfgang Joop offenbar zu seiner Marke Joop! zurückkehren, die er vor mehr als zehn Jahren verkauft hatte. Er sieht sich in der Rolle eines Spiritus Rector. Die Verhandlungen stünden kurz vor dem Abschluss, sagte der 67-Jährige der "Financial Times Deutschland".


23 Mal Stuttgart – wir stellen Ihnen alle 23 Stadtbezirke vor >>
