Fasnet in Stuttgart
Narren ziehen durch die Stadt
Viola Volland und Markus Heffner,
16.02.2010 07:39 Uhr
Kussparade am Rosenmontag: neben etlichen Orden sammelt OB Wolfgang Schuster auch Lippenstiftabdrücke. Foto: Heiss
Stuttgart - Die Erste, die Wolfgang Schuster am Montag einen Orden an dessen blauen Bademantel steckte und zwei Küsschen auf die Wangen drückte, war Anita Rösslein selbst, die Präsidentin des Festkomitees der Stuttgarter Karnevalsvereine - der feuchte Startschuss für die aufmarschierten Regentenpaare, Baronessen und Prinzessinnen, an Schuster vorbeizudefilieren, um gleichermaßen den einen oder anderen Lippenstiftabdruck im Gesicht des Oberbürgermeisters zu hinterlassen.
Mit Pauken und Trompeten hatten die Stuttgarter Narren am Rosenmontag das Rathaus gestürmt, angetrieben von der First Guggenband Stuttgart und den Les Gueules Sèches, den "trockenen Kehlen" aus Limoges im französischen Zentralmassiv, die von Schuster in ihrer Landessprache begrüßt wurden. Eigentlich hatte der OB den närrischen Auftritt bereits an seinen Stadtkämmerer Michael Föll delegiert, doch sie habe auf "ihrem Wolfgang" bestanden, so Anita Rösslein.
Wer könnte da schon wiederstehen, OB Schuster jedenfalls nicht. Gefallen hat ihm das Zwischenspiel im vierten Stock dann nicht nur wegen der "flotten Musik" und der Kussparade. Schuster konnte auch endlich wieder einmal eine Ansprache vor Bürgern halten, die nicht ausgepfiffen wurde. Und nicht nur das: die Narren applaudierten sogar, der Dank für freie Kost und Logis. Maultaschensuppe gab es im Rathaus, Linsen mit Saiten und viel Flüssiges für die trockenen Kehlen. "Die letzte Stärkung für die Schlussoffensive", so Anita Rösslein.
Diese wird am Dienstag mit dem großen Umzug in der Innenstadt eingeläutet. Bei der Gesellschaft Möbelwagen herrscht angesichts der Anmeldezahlen gute Stimmung: Der Umzug werde 2010 größer ausfallen als zuletzt, mehr als 2500 Narren hätten sich angemeldet, so der Umzugsorganisator Jürgen Wachter, der die Großveranstaltung bereits zum 26. Mal verantwortet.
Die Aufstellung beginnt um 10 Uhr, der Zug setzt sich dann um 14 Uhr in Bewegung. Von der Bolzstraße aus geht es zunächst über den Schlossplatz und den Marktplatz bis zur Privatbrauerei Dinkelacker-Schwaben Bräu in der Tübinger Straße (der genaue Verlauf ist in der unten stehenden Grafik eingezeichnet).
Die größte Gruppe stellt diesmal eine Schwarzwälder Narrenzunft aus Bad Rippoldsau: mit 200 Hästrägern reist die Zunft an. Mitmarschieren wird natürlich auch die französische Gastband Les Gueules Sèches, die nach Stuttgart gekommen ist, um mit der Gesellschaft Zigeunerinsel deren Hundertjähriges zu feiern.
Angesichts des Wetters der vergangenen Tage hofft Wachter, dass auch alle angemeldeten Wagen am Dienstag fahren können. Einige Vereine haben Oldtimer für den Umzug reserviert, die nicht für jede Wetterlage gerüstet sind. Zu den ungewöhnlichen Gefährten dürfte auch die angeblich "längste fahrbare Theke der Welt" gehören, die 13 Meter misst. Auch das neue Schweinemuseum will mit einem Wagen auf sich aufmerksam machen.
Angeführt wird der Umzug aber, wie es traditionell üblich ist, von den Möblern selbst, das Prinzenpaar Monty I. vom Stutengarten und Janneke I. fährt standesgemäß in der Kutsche an den Zuschauern vorbei. Oberbürgermeister Wolfgang Schuster ist am Dienstag wegen einer Dienstreise verhindert, er wird sich von Finanzbürgermeister Michael Föll vertreten lassen.
Nach dem Umzug wird bei Dinkelacker bis in den Abend hinein weitergefeiert - bei Guggen- und Partymusik. Im sogenannten Oberen Hof der Brauerei in der Tübinger Straße wurde eine Showbühne aufgebaut. Unter anderen wird auch der Faschingsprinz, besser bekannt als der Entertainer Monty Bürkle, auftreten. Die Umzugsstrecke ist von 13 bis 17 Uhr für den gesamten Fahrzeugverkehr gesperrt. Die Stadt ruft dazu auf, am Dienstag mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.
Wer eine Alternative zum Stuttgarter Umzug sucht, kann nach Hofen fahren: dort findet laut der Narrenzunft Scillamännle "der größte Umzug aller Zeiten" in dem Stadtteil statt. Zwischen 1800 und 2000 Hästräger und Musiker werden erwartet - so viele wie nie in der 25-jährigen Geschichte der Zunft.
Die Gassen und Straßen sind mit Fasnetsfähnchen geschmückt. Auch viele Hinterhöfe, Scheunen und Garagen stehen den Besuchern offen. In Hofen werden 10.000 bis 12.000 Menschen erwartet. Beginn ist um 13 Uhr.
Mit Pauken und Trompeten hatten die Stuttgarter Narren am Rosenmontag das Rathaus gestürmt, angetrieben von der First Guggenband Stuttgart und den Les Gueules Sèches, den "trockenen Kehlen" aus Limoges im französischen Zentralmassiv, die von Schuster in ihrer Landessprache begrüßt wurden. Eigentlich hatte der OB den närrischen Auftritt bereits an seinen Stadtkämmerer Michael Föll delegiert, doch sie habe auf "ihrem Wolfgang" bestanden, so Anita Rösslein.
"Flotte Musik" und Kussparade
Wer könnte da schon wiederstehen, OB Schuster jedenfalls nicht. Gefallen hat ihm das Zwischenspiel im vierten Stock dann nicht nur wegen der "flotten Musik" und der Kussparade. Schuster konnte auch endlich wieder einmal eine Ansprache vor Bürgern halten, die nicht ausgepfiffen wurde. Und nicht nur das: die Narren applaudierten sogar, der Dank für freie Kost und Logis. Maultaschensuppe gab es im Rathaus, Linsen mit Saiten und viel Flüssiges für die trockenen Kehlen. "Die letzte Stärkung für die Schlussoffensive", so Anita Rösslein.
Diese wird am Dienstag mit dem großen Umzug in der Innenstadt eingeläutet. Bei der Gesellschaft Möbelwagen herrscht angesichts der Anmeldezahlen gute Stimmung: Der Umzug werde 2010 größer ausfallen als zuletzt, mehr als 2500 Narren hätten sich angemeldet, so der Umzugsorganisator Jürgen Wachter, der die Großveranstaltung bereits zum 26. Mal verantwortet.
Die Aufstellung beginnt um 10 Uhr, der Zug setzt sich dann um 14 Uhr in Bewegung. Von der Bolzstraße aus geht es zunächst über den Schlossplatz und den Marktplatz bis zur Privatbrauerei Dinkelacker-Schwaben Bräu in der Tübinger Straße (der genaue Verlauf ist in der unten stehenden Grafik eingezeichnet).
Schwein auf Rädern - lauter bunte Wägen
Die größte Gruppe stellt diesmal eine Schwarzwälder Narrenzunft aus Bad Rippoldsau: mit 200 Hästrägern reist die Zunft an. Mitmarschieren wird natürlich auch die französische Gastband Les Gueules Sèches, die nach Stuttgart gekommen ist, um mit der Gesellschaft Zigeunerinsel deren Hundertjähriges zu feiern.
Angesichts des Wetters der vergangenen Tage hofft Wachter, dass auch alle angemeldeten Wagen am Dienstag fahren können. Einige Vereine haben Oldtimer für den Umzug reserviert, die nicht für jede Wetterlage gerüstet sind. Zu den ungewöhnlichen Gefährten dürfte auch die angeblich "längste fahrbare Theke der Welt" gehören, die 13 Meter misst. Auch das neue Schweinemuseum will mit einem Wagen auf sich aufmerksam machen.
Angeführt wird der Umzug aber, wie es traditionell üblich ist, von den Möblern selbst, das Prinzenpaar Monty I. vom Stutengarten und Janneke I. fährt standesgemäß in der Kutsche an den Zuschauern vorbei. Oberbürgermeister Wolfgang Schuster ist am Dienstag wegen einer Dienstreise verhindert, er wird sich von Finanzbürgermeister Michael Föll vertreten lassen.
Umzugsstrecke wird für Autos gesperrt
Nach dem Umzug wird bei Dinkelacker bis in den Abend hinein weitergefeiert - bei Guggen- und Partymusik. Im sogenannten Oberen Hof der Brauerei in der Tübinger Straße wurde eine Showbühne aufgebaut. Unter anderen wird auch der Faschingsprinz, besser bekannt als der Entertainer Monty Bürkle, auftreten. Die Umzugsstrecke ist von 13 bis 17 Uhr für den gesamten Fahrzeugverkehr gesperrt. Die Stadt ruft dazu auf, am Dienstag mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.
Wer eine Alternative zum Stuttgarter Umzug sucht, kann nach Hofen fahren: dort findet laut der Narrenzunft Scillamännle "der größte Umzug aller Zeiten" in dem Stadtteil statt. Zwischen 1800 und 2000 Hästräger und Musiker werden erwartet - so viele wie nie in der 25-jährigen Geschichte der Zunft.
Die Gassen und Straßen sind mit Fasnetsfähnchen geschmückt. Auch viele Hinterhöfe, Scheunen und Garagen stehen den Besuchern offen. In Hofen werden 10.000 bis 12.000 Menschen erwartet. Beginn ist um 13 Uhr.
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