Fastenbrechen in der Villa Reitzenstein
Zeigen, dass Sarrazin unrecht hat
Sibylle Thelen,
09.09.2010 06:43 Uhr
Annäherung beim Fastenbrechen: Nilgün Tasman (von links), Ergun Can, Emina Corbo-Mesec und Ali Celebi sind zu Gast im Amtssitz des Staatsministerin. Foto: Steinert
Zur Annäherung gehören Abstoßungsreaktionen
Die interkulturelle Annäherung beim Fastenbrechen vollzieht sich nicht nur zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen, sondern auch unter Muslimen. Die Stuttgarter Schriftstellerin Nilgün Tasman will mehr über die Bewegung des türkischen Predigers Fethullah Gülen wissen, in dessen Geiste weltweit Bildungseinrichtungen entstanden sind: "Mir fehlt die Transparenz, das macht mir Angst." Sie fragt den Geschäftsführer des Vereins Begegnungen, Kadir Koyutürk, ob auch er und der Verein der Bewegung angehörten. Er bestätigt ihre Frage überraschend prompt und lädt sie zu einer Lesung ein. Faruk Ceran vom Verein Self mischt sich ein: "Nur weil man die Philosophie von Gülen lebt oder Befürworter ist, ist man doch kein Anhänger." Der eine oder andere Iftar-Gast freilich lässt sich dem Weichbild der umstrittenen Bewegung zumindest zuordnen.
Zur Annäherung gehören Abstoßungsreaktionen. Da werden Standpunkte ausgetauscht, auch bei einer so versöhnlich stimmenden Angelegenheit wie einem Iftar-Empfang. Die US-Generalkonsulin Doris M. Rosen, diplomatische Vertreterin des Einwanderungslandes schlechthin, findet passende Worte zur Schokoladenmousse: "Iftar ist ein wundervolles Ereignis, eine alte Tradition in den USA: Schon Thomas Jefferson lud zum Fastenbrechen ein."
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Gülen und Anhänger
Alles ist so schwammig, keine klaren Fronten. Wer inhaltlich nicht gut aufgestellt ist, muss hald gut organisieren. DAS beeindruckt unsere Landesregierung.
Danke Baden Württemberg
eine tolle friedenstiftende Veranstaltung mit großem Symbolcharakter. Nur wer sich willkommen und anerkannt fühlt wird sich gerne integrieren, wird gerne in diesem wunderschönen Land mit seinen fleißigen Bewohnern leben. Im Gegensatz zu den Ureinwohnern, haben sich diese Menschen bewusst FÜR Baden Württemberg entschieden. Viele von ihnen haben die hier gebotenen Möglichkeiten genutzt, haben ihren Lebensstandard verbessert und versuchen nun durch ihr ehrenamtliches, bürgerschaftliches Engagement diesem Land etwas zurückzugeben. Wir alle können stolz auf diese Menschen und auf unsere Landesregierung sein. Wir befinden uns auf einem sehr guten Weg, auch wenn wir gerade über ein Schlagloch namens Sarrazin geholpert sind. Auch in diesem Jahr wird das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart den Manfred-Rommel-Integrationspreis für beispielhaftes bürgerschaftliches Engagement verleihen: auch dieses Jahr wird diesen Preis jemand erhalten der/ die ihn auch verdient, egal welche Staatsbürgerschaft er/ sie hat!
oha
Den Vorrednern kann ich mich nur anschliessen, wer heute noch krampfhaft behauptet die intergration sei geglückt ist nicht mehr zu helfen. Btw: Man sollte mal versuchen, in die Verwaltung von Riad oder Teheran zum gemeinsamen Feiern des Weihnachtsfestes einzuladen ;-)