FDP in der Krise Weihnachtsfriede bei den Liberalen
Thomas Maron, 16.12.2011 19:28 Uhr
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FDP-Parteivorsitzende Philipp Rösler Foto: dpa
FDP-Parteivorsitzende Philipp Rösler Foto: dpa
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Berlin - Die Stimmung ist gelöst, als FDP-Chef Philipp Rösler das Ergebnisdes Mitgliederentscheids bekanntgibt. Es weihnachtet regelrecht im Thomas-Dehler-Haus. Es ist da bereits durchgesickert, dass der Antrag des Bundesvorstandes zum Kurs bei der Eurorettung eine Mehrheit errungen hat. Alles Weitere, das wissen die an den Kameras und Journalisten gelassen vorbeischlendernden Mitglieder des Vorstandes, ist nebensächlich. Der Sturz in jenen Abgrund, in den die FDP in den vergangenen Tagen ausgiebig blicken konnte, die Spaltung der Partei, das Ende der Koalition, all das ist abgewendet - vorerst.

Rösler lässt sich keine Triumpfgefühle anmerken. Als er die Zahlen fast beiläufig referiert, könnte man meinen, er spreche über aktuelle Erdölpreise, nicht aber über jene Ziffern, die darüber entscheiden, ob er als Parteichef noch eine Chance hat. 54,4 Prozent der abgegebenen Stimmen stützen seinen Kurs, 44,2 Prozent den seiner Gegner, die den dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM und damit die Regierungslinie verhindern wollten.

Schäffler wirkt erleichtert

Zwar wurde die notwendige Zahl der Stimmen nicht erreicht, die dem Votum die bindende Wirkung eines Parteitagsbeschlusses verliehen hätte. Aber am Morgen mehrten sich in der FDP-Führung die Stimmen, die Rösler für den Fall einer Niederlage nicht für politisch überlebensfähig gehalten hätten - Quorum hin oder her.

Es kommt anders. Und die Unterlegenen tun Rösler auch noch den Gefallen, diesen innerparteilichen Bolzplatz als ehrenhafte Verlierer zu verlassen. Der Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler und der Altliberale Burkhard Hirsch räumen umgehend ihre Niederlage ein und verzichten auf Beschwerden vor der parteiinternen Schiedsstelle. Schäffler erklärt sich gar zu einem versöhnlichen Auftritt mit Rösler bereit.

Er wolle, dass die Partei "gestärkt" aus dem Mitgliedervotum hervorgeht, und werde "dazu beitragen, dass die Gräben wieder zugeschüttet werden", sagt Schäffler. Die FDP bleibe trotz der Niederlage 24 Jahre nach seinem Eintritt weiterhin seine Heimat. Schäffler wirkt erleichtert nach all den Diskussionsrunden und Interviews der vergangenen Wochen: "Ich bin froh, dass es jetzt zu Ende geht und freue mich auf Weihnachten."

Kommentare (1)
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DEZ
19
bekien, 02:02 Uhr

Wie lange muss man sowas noch ertragen?

Diese kaltschnäuzige Arroganz ist in Wort einfach nicht mehr zu beschreiben. Schon gleich gar nicht mehr zu ertragen. Wann gibt es hierfür endlich ein Ende?

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