| Zeitungsgruppe Stuttgart |Sonntag, 12. Februar 2012
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Feinstaub am Neckartor Grenzwert schon überschritten

dpa/lsw, vom 09.03.2010 09:54 Uhr
Laut Messungen liegen die Werte am Neckartor in Stuttgart seit vielen Jahren weit über dem Grenzwert. Foto: Fotot: Zweygarth
Laut Messungen liegen die Werte am Neckartor in Stuttgart seit vielen Jahren weit über dem Grenzwert. Foto: Fotot: Zweygarth
Stuttgart - Das ging wieder schnell: Am Stuttgarter Neckartor ist der EU-Jahresgrenzwert 2010 für die Belastung mit krebserregendem Feinstaub bereits nach zwei Monaten überschritten. Bis Ende Februar war die Luft an der Kreuzung nahe der Stuttgarter Innenstadt an 38 Tagen mit mehr als 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft belastet, wie die Landesanstalt für Umwelt (LUBW) im Internet mitteilte. Erlaubt sind laut einer EU-Richtlinie Überschreitungen an maximal 35 Tage pro Jahr, sonst muss gehandelt werden. Das Neckartor ist seit Jahren eine der bundesweit am stärksten belasteten Messstationen für Feinstaub.

Im Jahr 2005 etwa war der EU- Grenzwert dort an 187 Tagen überschritten. Gerichtlich gezwungen hat das Regierungspräsidium zuletzt etwa ein Durchfahrtsverbot für Lastwagen angeordnet und diverse Tempolimits eingeführt. Auch werden Fahrzeuge mit veralteter Abgastechnik eher aus der Innenstadt verbannt als angekündigt. Auch andere Messstationen im Land nähern sich bereits der 35-Tage- Marke, etwa in Tübingen-Unterjesingen oder Reutlingen mit je mehr als 30 Überschreitungen. Feinstaub stammt unter anderem aus Dieselfahrzeugen, Haushalten und der Industrie. Die kleinen Partikel sind für die menschliche Gesundheit deshalb gefährlich, weil sie in Nase und Rachen nicht hängen bleiben, sondern ungehindert in die Lunge gelangen. Dort können sie Entzündungen, Asthma und sogar Krebs auslösen.
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Kommentare (20)
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MRZ
12
09:02 Uhr, geschrieben von Hurgel
Wo sind die Alternativen?
Zur Luftreinhaltung werden einzig und allein nur 2 Methode diskutiert a) Tempolimit und b) Durchfahrtsverbote Kann man hier keine Alternativen aufzuzeigen? - Zum einen ist der Autoverkehr nicht der alleinige Verursacher des Feinstaubes. Wo ist der Aktionsplan um den Hausbrand, Kraftwerks-, Müllverbrennungs- und Industrieausstoß zu verringern? - Warum wird jetzt ernsthaft untersucht stadtweit 40 oder gar 30 km/h einzuführen? Wo ist der Hinweis, das es selbst bei Schrittgeschwindigkeit zu Staus kommen wird, wenn man alle paar 100m Ampeln aufstellt (hier dürfte auch eine veränderte Ampelschaltung nicht viel bewirken), eine 2 spurige B14 durch einen einspurigen Tunnel führt oder keine Alternative Streckenführung zur Verfügung stellt (Ringautobahn, alternativer Filderaufstieg, Untertunnelung, etc.). Ist man nicht einfach in der Lage zu sagen: „Mit dem zur Verfügung stehenden Straßennetz lässt sich keine weitere Verbesserung erreichen, was man brauchen würde sind alternative Straßenführungen.“ Oder hat irgendjemand ein Verbesserung in der Luft bemerkt seit man jetzt auch noch auf sämtlichen 4 spurigen Ausfallstrassen mit 60 und 80 rumschleichen darf? Jedes in der Wirtschaft arbeitende Unternehmen muss seine getroffenen Entscheidungen regelmäßig kontrollieren und gegebenenfalls korrigieren. Für Stuttgart gilt dies nicht! Wenn die eingeleiteten Maßnahmen keinen Erfolg zeigen, wird nie daran gedacht die Maßnahmen neu zu bewerten und zurückzunehmen. Hoch leben die Öko-Autohasser!
MRZ
12
08:16 Uhr, geschrieben von Paul Braun
Umfrage
Also ich halte die Umfrage für mitlerweise manipuliert. Eine Zeitlang waren die Ergebnisse konstant bei Ampeln und Umweltschutzzone 30%:30% und der Rest weit abgeschlagen. Die sehr unrealistische Lösung mit den 30km/h in der Stadt hat ja innerhalb weniger Tage aufgeholt. Das kann man doch gar nicht glauben. Schade eigentlich, weil das doch ein sehr schöner Indikator für die Stuttgarter Bevölkerung wäre.
MRZ
11
20:26 Uhr, geschrieben von Edgar
Weniger Staus und bessere ÖNV-Verbindungen
@erstaunter: Wenn man weiter oben wohnt, sieht man mehr und weiter als im Tal. Da das viele Menschen als schön empfinden, sind sie bereit, dafür mehr zu zahlen. Das gilt auch für andere Städte, nicht nur für Stuttgart. Als Nebeneffekt ist weiter oben die Luft (meistens) besser, weil dort mehr Wind und dadurch mehr Luftaustausch geschieht. Schlechter ist sie allerdings in dem Höhenstreifen über der Stadt, in dem sich die Abgase, Staub usw. sammel ("braune Glocke"). Zur Lösung des Feinstaubproblems würden u.a. mehr Bäume (statt zu fällen!), eine weniger dichte Bebauung (keine Häuserschluchten) und ein flüssigerer Verkehr helfen. Anfahren, Bremsen, Warten an der Ampel, an der nächsten Ampel das gleiche - erzeugt viel mehr Feinstaub und Abgase als zügiges Vorbei- und Durchfahren. Schnelle Beseitigung von Staustellen sowie weiterer massiver Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs _auch und insbesondere_ in den umliegenden Städten und Gemeinden würde den Verkehr flüssiger machen und mehr Menschen S-Bahn / Stadtbahn / Bus nutzen lassen. Wenn die Fahrt mit öffentlichen Verkehrmittel aber wegen ungünstigen Fahrplänen, Wartezeiten beim Umsteigen, Umwege fahren wegen fehlenden direkten kurzen Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln wesentlich länger als mit dem PKW dauert, werden immer noch viel zu viele Menschen ihre eigenen Fahrzeuge benutzen als es für ein gutes Stadtklima nötig wäre. Der Nutzen eines weiteren massiven Ausbaus der S-Bahn- und Stadbahn-Linien, dichtere Taktfolgen auch bis in den späten Abend, auch im Umland, hätte für eine vielfach höhere Zahl von Bürgern der Region Stuttgart einen Nutzen als S21 für die paar hunderte bis tausende Leute, die die ca 5-10 ICE- und IC-Züge pro Stunde nutzen. Es nutzen viel mehr Leute den Nahverkehr als den Fernverkehr. Wenn man nur ein Verteil der veranschlagten Kosten für S21 in den Nah- und Regionalerkehr investieren würde, hätten viele Leute sehr viel mehr Nutzen, und das - zumindest vom Verkehr ausgehende - Feinstaubproblem würde sich zumindest mindern oder vielleicht sogar lösen.
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