Feinstaub Tipps vom Chef in Alarmzeiten

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Behörden und Unternehmen in Stuttgart appellieren an die Mitarbeiter, das Auto wegen des Feinstaubalarms stehen zu lassen. Die Alternativen sind Car-Sharing, flexible Arbeitszeiten und der öffentlich Nahverkehr.

Mit Bannern an Brücken wird auf den  Feinstaubalarm hingewiesen. Foto: Lg/Leif Piechowski
Mit Bannern an Brücken wird auf den Feinstaubalarm hingewiesen.Foto: Lg/Leif Piechowski

Stuttgart - Einen „Kniefall vor Daimler“ nennt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, den Stuttgarter Versuch, Autofahrer freiwillig zum Umstieg auf andere Verkehrsmittel zu bewegen. Der angesprochene Automobilhersteller seinerseits hat seine Mitarbeiter für das Problem sensibilisiert. In einer am Montagvormittag verschickten E-Mail an die „lieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ appelliert Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth: „Helfen auch Sie mit, an Feinstaubalarmtagen die Situation in Stuttgart zu entlasten.“ Porth weist auf die Angebote der Daimler-Tochter Car2go hin, regt die Bildung von Fahrgemeinschaften an und bringt die Möglichkeiten für Telefon- und Videokonferenzen ins Spiel, „um den Pendelverkehr im Großraum Stuttgart auf das absolut Notwendige zu reduzieren“. Als großes Unternehmen sei man auf eine funktionsfähige Infrastruktur und eine kalkulierbare Verkehrssituation angewiesen.

Platz machen in den öffentlichen Verkehrsmitteln

Auch die Mitarbeiter der Landesministerien in der Stuttgarter City haben Post bekommen. Absender ist Uwe Lahl, Ministerialdirektor im Landesverkehrsministerium von Winfried Hermann (Grüne). Lahl weist auf die flexiblen Arbeitszeitregelungen hin, deren Inanspruchnahme man sich aber mit dem Vorgesetzten abzustimmen habe. „Nur so kann der Dienstbetrieb sichergestellt werden.“ Ein späterer Arbeitsbeginn würde auch die Situation in Bussen und Bahnen entspannen. „Geben Sie in den Stoßzeiten Plätze im öffentlichen Nahverkehr frei, indem Sie den Beginn und das Ende der Anfahrt verschieben.“ So viel Flexibilität verlangt eine sorgsame Terminplanung: „Wegen der zeitversetzen Anfahrt sollten Besprechungen an Tagen mit Feinstaubalarm nicht vor 10 Uhr stattfinden“, rät Lahl und verweist zudem aufs Mitfahrportal TwoGo, auf dem sich Bedienstete mit ähnlichen Wegen verabreden können.

Ein Angebot, auf das auch die städtischen Mitarbeiter hingewiesen wurden – in einer E-Mail am späten Montagnachmittag. „Entscheidend für den Erfolg des freiwilligen Appells ist, dass möglichst viele mitmachen“, heißt es in dem Schreiben an die Bediensteten der Stadtverwaltung. Man wolle mit dem Alarm deutschlandweit ein Zeichen setzen.

LBBW ruft Mitarbeiter zum Autoverzicht auf

Auch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) als großer Arbeitgeber in der Stadt ruft ihre Mitarbeiter zum Autoverzicht auf. „Ohnehin nutzt – aufgrund der zentralen Lage zahlreicher Bankstandorte – ein Großteil der Beschäftigten täglich die öffentlichen Verkehrsmittel“, erklärt ein Sprecher des Geldhauses auf Anfrage.

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6 KommentareKommentar schreiben

Bei den Ampelschaltungen : ist Feinstaub vorprogrammiert. Wie kann man demokratisch Leute die die zu verantworten haben zur Rechenschaft ziehen?

Lösung: Diese Diskussion nervt, weil sie von außen verursacht wird. Es ist doch so: - der Wohnraum in der Stadt ist teuer, der Wohnraum auf dem Land billiger - deshalb wohnen viele schön günstig auf dem Land und fahren dann mit dem Auto in die Stadt, zB weil es bequemer ist, anders nicht sinnvoll möglich ist oder aus sonstigen Gründen. Das geht mir als Stadtbewohner, der im Regelfall ÖPNV fährt und viel Geld für seine Behausung zahlen muss, vollkommen auf den Sender. Wer morgens und abends die Heilbronner-/Hohenheimer-/Rotebühl-/Hauptstätterstraße beobachtet, sieht dort zu ca. zu 95% Kennzeichen wie "LB","WN","ES","BB","TÜ" und die restlichen 5% sind "S" oder vollkommen von außerhalb. Diese 95% sparen an den Wohnkosten und nerven die anderen 5% (mit den hohen Wohnkosten) auch noch mit ihrer automobilen Anwesenheit. Es muss doch so laufen: wer sparen will und auf dem Land billig wohnt, soll gefälligst ÖPNV benutzen; für Autofahrer wird - wie in anderen Städten - eine City-Maut verlangt. Damit läßt sich das Feinstaubproblem recht schnell lösen und es wird eine sinnvolle Kostenbelastung nach dem Verursacherprinzip erzeugt.

Gibt es dann: auch einen Jahres-Feinstaubkalender? Wer samstags Alarm ausruft, kann doch nicht ernsthaft erwarten, dass montags alle Meetings nicht vor zehn Uhr stattfinden. Das sind doch alles inhaltsleere, aber umso schlauer daher kommende Sprüche von realitätsfernen Zeitgenossen.

NICHTS davon sind echte Alternativen. Und wenn Plakate an Brücken schon VOR Wochen mit einem konkretem Datum "ab Montag 18.01." gedruckt wurden, ist die Aktualität des Alarms >>> bei schönstem Wetter <<< auch sehr unglaubwürdig. Hier geht es doch vermutlich nur darum, ein Zeichen zu setzen, schließlich ist ja auch WAHLK(R)AMPF, und Grüne kommen hier ins Zittern und versuchen einfach alles, um ihre Haut zu retten ...

Ihnen wird ihr Lachen vergehen: Die CDU befindet sich im freien Fall. Die Grünen überholen demnächst sogar die CDU.

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