Ferienfreizeit Möchhof bei Kaisersbach Wer da war, kommt meist wieder

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Die Ferienfreizeit im Schullandheim Mönchhof ist für viele etwas Besonderes. Unter den Teilnehmern wie den Betreuern gibt es einige „Wiederholungstäter“.

Alvaro (links) und seine Freunde haben sichtlich Spaß bei der Mönchhof-Freizeit. Foto: Gottfried Stoppel
Alvaro (links) und seine Freunde haben sichtlich Spaß bei der Mönchhof-Freizeit. Foto: Gottfried Stoppel

Kaisersbach - Alvaro ist ein Wiederholungstäter. Die Freizeit auf dem Mönchhof bei Kaisersbach, die dieser Tage zu Ende gegangen ist, war bereits sein sechstes Mal. „Meine Mum fand, dass die ganze Zeit zu Hause rumhängen nicht gut ist. Sie hat bei Bekannten rumgefragt und mich dann da hin geschickt“, erklärt der heute 14-Jährige aus Backnang die Anfänge. Die Mutter hatte ganz offenkundig den richtigen Riecher. Seither muss sie allerdings den Familienurlaub an der Jugendfreizeit ausrichten: „Der Mönchhof ist im Sommer gesetzt“, sagt Alvaro.

Das gilt seit noch längerer Zeit auch für Sonja Martin. Die 25-Jährige aus Erligheim im Kreis Ludwigsburg zeichnet mit zwölf anderen Ehrenamtlichen dafür verantwortlich, dass in der Ferienfreizeit des Kreisjugendrings Rems-Murr alles läuft und den Gästen nicht langweilig wird.

Nicht unbedingt auf gutes Wetter angewiesen

Sonja Martin ist nicht über die „klassische Karriere“ vom Teilnehmer zur Betreuerin geworden, sondern hat sich vor neun Jahren bewusst umgeschaut, wo sie sich entsprechend einbringen kann. Die Freizeit auf dem Mönchhof hatte ihr auch wegen der Infrastruktur zugesagt. Das Schullandheim ist nicht nur idyllisch am Waldrand gelegen, sondern verfügt neben Schlafzimmern, Duschen, Toiletten und einer Küche auch über große Seminar- und Aufenthaltsräume. „Man ist nicht unbedingt auf gutes Wetter angewiesen“, beschreibt Martin die Vorteile.

Dennoch ist draußen sein für alle wichtig. Nicht nur „Fußball geht immer“ lautet die Devise, die Betreuer, die vom Kreisjugendring stetig fortgebildet werden, lassen sich auch immer wieder etwas Neues einfallen. Gelände, Gruppen-, Rollen- oder Orientierungsspiele stehen auf dem Plan, oder Bastel- und Kreativworkshops. „Troll-Attacke 1,2,3 war zum Beispiel der Hammer“, sagt Alvaro, und beschreibt eine abgewandelte Art von Wer-hat-Angst-vorm-Schwarzen-Mann, „da kann man mal so richtig die Sau rauslassen.“ Alicia, 13, aus Auenwald hat besonders der Ausflug nach Schwäbisch Hall gefallen. Zum einen, weil man gemeinsam Mister X gespielt habe, zum anderen, weil dort der Süßigkeitsvorrat wieder ein bisschen aufgefrischt werden konnte. Die Handys, die zu Beginn eingesammelt wurden, vermisst hingegen offenbar kaum jemand. „Hier ist ja immer jemand da, mit dem man spielen kann“, sagt Noah. Der 13-Jährige aus Winterbach ist zum zweiten Mal dabei, und es wird wohl nicht sein letztes Mal sein. „Die ersten zwei Tage sind die Sommerferien daheim schon cool. Aber dann wird’s auch langweilig.“

Betreuer und Teilnehmer gesucht

Trotz aller Begeisterung muss man sich beim Kreisjugendring bisweilen anstrengen, um die Jugendfreizeiten voll zu bekommen. Auch Betreuer sind nicht mehr so einfach zu finden wie es vielleicht in früheren Jahren noch der Fall war.

Sonja Martin kann ein solches Engagement nur empfehlen – nicht nur, weil sich das im Lebenslauf von angehenden Pädagogen, Sozialarbeitern oder Erziehern sicherlich gut mache. Sie selbst, die Medizin studiert, werde zwar wohl in ihrem beruflichen Werdegang nicht direkt davon profitieren, aber die Organisation und Durchführung der Freizeiten hätten sie persönlich und in ihren sozialen Kompetenzen ganz sicher weitergebracht. Am Beeindruckendsten aber sei für sie schon bei der ersten Freizeit gewesen, „wie so viele zum Teil komplett unterschiedliche Menschen so gut zusammenarbeiten können“.

Alvaro zumindest spielt nach der sechsten Freizeit nun mit dem Gedanken, sich als Betreuer zu bewerben. Nicht wegen der Sozialkompetenzen – aber nächstes Jahr wäre für ihn sonst Schluss. Die Mönchhof-Freizeit steht in der Regel nämlich nur acht- bis 14-Jährigen offen.