Fernsehturm Stuttgart Wiedereröffnung im Oktober 2015?

Von und Thomas Braun 

Zum ersten Mal nennt der SWR einen konkreten Termin für die Wiedereröffnung des Fernsehturms. Für die gastronomischen Betriebe in dem Stuttgarter Wahrzeichen gibt es schon interessierte Bewerber.

Derzeit bleibt nur der Blick von unten: der Fernsehturm ist gesperrt. Foto: dpa
Derzeit bleibt nur der Blick von unten: der Fernsehturm ist gesperrt.Foto: dpa

Stuttgart - Der Stuttgarter Fernsehturm soll im Oktober 2015 wieder für Besucher zugänglich sein. „Davon gehen wir nun aus. Wir hoffen aber, dass wir schon früher fertig werden können“, sagte Siegfried Dannwolf, der Geschäftsführer der SWR Media GmbH am Freitag auf Anfrage der Stuttgarter Zeitung. Man habe gleich nach der Einigung mit der Stadt im Winter Projektgruppen gegründet, die nun an der Umsetzung der vom Gutachter empfohlenen Brandschutzvorrichtungen für das Stuttgarter Wahrzeichen arbeiten. Nach der Sommerpause im September seien die Ingenieure dann so weit, dass die SWR Media GmbH die Arbeiten ausschreiben könne. „Dann können wir anfangen“, sagt Siegfried Dannwolf.

Als der Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) und Siegfried Dannwolf im Februar die Einigung der Stadt und des SWR zur Sanierung des Turms vorgestellt hatten, hatte Dannwolf gleich von einer Dauer von zwölf bis 17 Monaten bis zur Wiedereröffnung gesprochen. Beim OB hatte er damit Stirnrunzeln verursacht, hatte Kuhn doch als erster auf der Pressekonferenz das Wort ergriffen und von 15 Monaten bis zur Wiedereröffnung gesprochen. Gemeinsames Ziel des SWR und der Stadt Stuttgart sei eine Wiedereröffnung Mitte 2015, schrieben der Sender und die Stadt im Februar in einer gemeinsam verfassten Pressemitteilung. Gleichwohl nannten sie keinen Baubeginn und ließen den konkreten Termin der Wiedereröffnung offen. Mit der Aussage, man könne im Oktober 2015 fertig sein, hat Dannwolf erstmals einen konkreten Termin verkündet. Dass es nun Herbst werden kann, ist aus seiner Sicht keine Verzögerung. „Wir waren von einem Einstieg in die Planung im März ausgegangen. Wenn man dann die zwölf bis 17 Monate dazurechnet, ist man beim August“, eine Eröffnung wäre dann spätestens im September möglich gewesen.

Es soll wieder Theater im Turm geben

Die Ingenieure hätten einen Puffer eingeplant. „Das ist alles dermaßen kompliziert, was die Leute machen, da kalkuliert man lieber vorsichtig“, begründet Dannwolf. Im Rathaus ist man über den Termin nicht erstaunt, sondern reagiert gelassen. Weder die Stadt noch der SWR hätten im Februar einen Zeitpunkt für den Baubeginn bekannt gegeben, bestätigt Andreas Scharf, der Sprecher des OB. Der Stadt seien keine Gründe bekannt, warum man über eine Verschiebung der Wiedereröffnung spekulieren müsse.

Der Fernsehturm war an Ostern 2013 geschlossen worden. Kuhn ordnete das an, weil bei der Entscheidung über ein Baugesuch zur Nutzung eines Veranstaltungsraums im Turmkorb aufgefallen war, dass es im Brandfall keine zwei getrennten Fluchtwege gibt.

Von außen sieht man es dem Fernsehturm nicht an, dass hinter den Kulissen viel erledigt wird. Aber nicht nur in den Ingenieurbüros laufen die Arbeiten auf Hochtouren. „Was unsere Leute im Inneren vorbereiten können, machen sie natürlich schon“, sagt Dannwolf. Dazu zähle, dass die vielen vorhandenen Kabel entfernt werden. Der Gutachter hatte unter anderem vorgeschlagen, sie so zu ummanteln, dass sich ein Kabelbrand im Turmschaft nicht ausbreiten könne. „Die Techniker verlegen dafür lieber neue Leitungen, als einfach um die alten herumzubauen“, erläutert Dannwolf. Schon fünf Container mit alten Kabeln seien entsorgt. Bei diesen Arbeiten helfen die verbleibenden Angestellten mit, die im Turm beschäftigt sind. Durch die Einigung zwischen der Stadt und dem SWR über die Sanierung und die Kostenaufteilung konnten die Stellen erhalten werden.

Gastronomen bewerben sich schon

Die Suche nach neuen Betreibern für die Lokale – eines im Turmkorb, eines im Gebäude am Boden – laufe auf Hochtouren. „Wir freuen uns, dass es sehr viele und sehr interessante Bewerber gibt.“ Die ehemaligen Pächter der Gastro-Betriebe hätten bisher nicht wegen der durch die Turmschließung entstandenen Ausfälle gegen den SWR geklagt. Der Sender werde auch ein Baugesuch stellen, um die Veranstaltungsebene wieder nutzen zu können.

Der Fernsehturm soll sicherheitstechnisch nachgerüstet werden. Das werde voraussichtlich 1,2 Millionen Euro kosten, hatten Stadt und SWR im Februar bekannt gegeben. Bei der Pressekonferenz erklärten der OB, Siegfried Dannwolf und SWR-Intendant Peter Boudgoust zudem, Stadt und SWR würden je die Hälfte der Kosten übernehmen. Der Gemeinderat gab dazu im Frühjahr seine Zustimmung.

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Rettungsring mit allen erforderlichen Maßnahmen: Dann wird es nichts mit 2015 sondern eher 2030 bei diesem Tempo was man beobachten kann.

bereits erprobtes Rettungs-Ring-Gerüst?: Als ein bereits erprobtes Vorbild für ein zusätzliches "Rettungs-Ring-Gerüst" könnte das Sanierungs-Gerüst des Jahres 2005 dienen. ;-) _________________________________________________________ Von April bis November 2005 wird die Außenverkleidung des Turmkorbs saniert ...Foto: Michael Steinert _________________________________________________________ http://www.stuttgarter-zeitung.de/gallery.von-zeit-zu-zeit-fernsehturm-der-blick-ueber-den-kesselrand-hinaus-param~31~30~0~34~false.91123bf4-188d-43b5-98a1-f1b7dcb8fe3d.html

Diese bestmögliche Brandschutzmaßnahmen sollten auch installiert werden: Ein Menschenleben ist auf dem Fernsehturm genauso wertvoll wie in allen anderen Projekten Stuttgarts , Beziehungsweise auf der ganzen Welt.

>> gleicher konstruktiver Brandschutz wie bei anderen Projekten (!?) <<: Ein sinnvolles Verhältnis von Aufwand zu Nutzen sollte nicht zuletzt auch bei bei der Realisierung des konstruktiven Brandschutzes gewahrt bleiben. Der staatlich geforderte Beförderungs-Auftrag der Deutschen Bahn bezüglich des täglich notwendigen / abzusichernden Berufs- und Reiseverkehrs ist logischerweise auch mit höheren Anforderungen an den Brandschutz und eine behindertengerechte Ausstattung verbunden. Dagegen bestehen an ein freiwilliges Tourismus-Angebot der Stadt Stuttgart nicht gleichfalls solcherart von staatlich geregelten Vorgaben. Für die touristische Erschließung des Fernsehturmes gibt es mehr örtliche Verantwortlichkeiten und somit auch spezifisch örtliche Regelungen. Für den öffentlichen Bahnverkehr gelten dagegen zentral geregelte Vorgaben. Schon aus diesen alternierenden Zuständigkeits-Konstellationen ergeben sich logischerweise auch alternierende Lösungs-Ansätze für den Brand- und Behindertenschutz. +++ Die Forderung nach möglichst barrierefreien Entfluchtungs-Möglichkeiten für Rollstuhlfahrer, Kinder- und Gepäckwagen muß natürlich verstärkt für einen modernen öffentlichen Bahnhof gestellt werden. Leider gibt es bei Stuttgart 21 beim möglichen Ausfall von technischen Hilfsmitteln keine barrierefreie Entfluchtungs-Option für alle Reisenden und alle Reise-Utensilien. Diese Gefahr-21 für Menschen und persönliche Güter gilt es mit allem Nachdruck offenzulegen, um diese noch bestehende Gefahr-21 bannen zu können. ________ Beim Fernsehturm steht es der Stadt Stuttgart dagegen frei, durch eine "Brandschutz-adäquate" Besucher-Regelung zunächst nur ungefährdet fliehen könnenden Besuchergruppen den Turm-Zutritt zu gestatten. Somit wären aber zunächst Rollstuhlfahrer und eventuell auch Kindergruppen von einem touristischen Besuch des Stuttgarter Wahrzeichens ausgeschlossen. ________ Ich weiß nicht, ob schon an Treppen-gängige "mobile Endtfluchtungs-Plattformen" gedacht worden ist. Im Prinzip könnten so Behinderte und auch Kinderwagen allein durch die Schwerkraft (ohne Elektro-Antrieb) entfluchtet werden. Auch eine rauchfreie Aufzugs-Konstruktion mit einem (oder mehreren) Entfluchungs-Gegengewichten für eine (oder auch mehrere) rein "Schwerkraft-mechanisch" betriebene Entfluchtungs-Fahrt wäre denk- und realisierbar.

Was ist bei einem Stromausfall?: Es dürfen sich 320 Menschen auf der Plattform gleichzeitig aufhalten. Was passiert bei einem Brand ? Alle rennen zum Ausgang ! Wenn sich aber 10% gehbehinderte Menschen oben befinden sterben 32 Menschen. Das ist kein gut durchdachter Brandschutz.

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