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Feststimmung trotz Frühlingstemperaturen
"Nord-Rundschau", 28.11.2011 02:41 Uhr
Stuttgarter Norden Am Wochenende gab es in Zazenhausen, Stammheim, Weilimdorf und Hausen Budenzauber.Von Bernd Zeyer

Im Stuttgarter Norden ist am Wochenende die Vorweihnachtszeit eingeläutet worden, gleich vier Weihnachtsmärkte luden zum Bummeln ein. Und auch wenn die Temperaturen eher frühlingshaft waren, herrschte allerorten Feststimmung.

Der kleinste war am Samstag auch der erste: Bereits um 10 Uhr fiel beim Weihnachtsmarkt in Hausen der Startschuss. Nachdem Weilimdorfs stellvertretende Bezirksvorsteherin Jutta Dünkel-Mutschler den Budenzauber eröffnet hatte, gab es für die Besucher eine Menge zu entdecken. In einem ihrer Pfadfinderzelte zeigten die "Royal Rangers" Filme von vergangenen Sommercamps. Wen es trotz der gemäßigten Temperaturen nach etwas Wärme verlangte, für den hatten die Pfadfinder ein zünftiges Lagerfeuer angezündet, das vor allem Kinder anzog. "Der Hausener Weihnachtsmarkt ist eine tolle Sache, er belebt den Stadtteil. Da wollen natürlich auch wir Flagge zeigen", erzählte Royal Ranger Elmar Giehler. Zur Belebung des Marktes trugen auch die vielen Kinder bei, die Selbstgebasteltes verkauften. "Das Basteln hat echt Spaß gemacht, und den Leuten gefallen unsere Sachen", sagte die achtjährige Liz. Grund zur Freude hatte auch Jürgen Scherbaum vom Kinder- und Jugendhaus. "Viele der Besucher kennen sich und nutzen die Veranstaltung, um mal wieder miteinander ins Gespräch zu kommen. Kommerz und Konsum stehen bei uns nicht im Vordergrund", sagte der Weihnachtsmarkt-Organisator. Ein kleines Problem hatte er allerdings: "Zum Glühwein trinken ist es etwas zu warm."

Warm ums Herz konnte es den Besuchern der Budengassen in Stammheim werden. Die rund 50 Stände auf dem Kirchplatz verbreiteten auch in diesem Jahr wieder eine ganz besondere Atmosphäre. "Hauptsache trocken", so beschrieben Martin Hechinger und Franz Rhein vom Bürgerverein ihre Wetter-Devise. Am Stand des Bürgervereins drehte sich alles um die U 15. Das Dach der Bude zierte eine gelbe Bahn, darunter wurde das Buch "Der 15er" angeboten und ein neues Werk vorgestellt, das den Titel "In freudiger Erwartung" trägt. Auf 124 Seiten wird nochmals die Straßen- und Stadtbahngeschichte erzählt, außerdem ist der komplette Countdown-Kalender abgedruckt. Erscheinen wird der Bildband am 10. Dezember, dem Tag der U-15-Eröffnung. Gleich nebenan hatte die KG Rosenmontag ihre Bude aufgebaut. "In Stammheim gibt es einen der schönsten Weihnachtsmärkte, deshalb kommen wir immer wieder gerne her", erzählte KG-Präsident Peter Weiland. Der Renner der Karnevalisten sind in diesem Jahr wieder die Ham- und Cheeseburger gewesen. In eine ganz andere kulinarische Richtung ging das Angebot des MSC Stammheim. "Kartoffeleintopf nach Omas Rezept" stand hier auf der Speisekarte. "Oma" Petra Benzing freute sich über das viele Lob, das sie von zufriedenen Essern bekam.

Ähnlich positive Erfahrungen machten in Zazenhausen Nicole Kunzmann, Christine Kehl und Kathrin Scheck, die am Stand des Bürgervereins hinterm Kochtopf standen. Das Rezept für ihre schmackhafte Kartoffelsuppe wollten die drei Damen freilich keinem verraten. Es findet sich nicht einmal im "Zazenhäuser Kochbüchle", das am Stand ebenfalls feil geboten wurde. "Klein, urig und identisch", so hatte Reinhold Weible, Vorstandsvorsitzender des Zazenhäuser Bürgervereins, den Markt in seiner Eröffnungsrede bezeichnet. Man wolle nicht andere professionelle Märkte toppen, sondern den Zusammenhalt im Ort stärken und die Vorweihnachtszeit entschleunigen. Der Spruch "Wenn alles pennt, dann ist Advent", gelte in Zazenhausen jedenfalls nicht. Auch der Bürgervereins-Vorstand bleibt bodenständig: Wenn alle Buden abgebaut sind, dann nehmen die Damen und Herren den Besen in die Hand, um den Kirchplatz zu fegen.

Dass alte Besen gut kehren, weiß man auch in Weilimdorf. Trotzdem gibt es seit diesem Jahr einen neuen Weihnachtsmarkt-Veranstalter. 34-mal hatte der BDS, Gewerbe- und Handelsverein, das bunte Treiben organisiert. Doch Kosten und Aufwand waren nicht mehr zu stemmen. In die Bresche gesprungen sind FDP-Stadtrat Bernd Klingler und die WBO (Weilimdorfer Bürger und Organisationen). Weilimdorf ohne einen Weihnachtsmarkt sei schlichtweg nicht vorstellbar, erklärte Klinger bei der Eröffnung. Für ihn persönlich beginne seit Kindesbeinen an mit dem Budenzauber die Festzeit. "Weilimdorf hat den schönsten Weihnachtsmarkt im Stuttgarter Norden", betonte Klingler und sagte: "Das war so, das ist so, das soll auch künftig so sein." Dem wollte Ulrike Zich natürlich nicht widersprechen. Vielfalt, das betonte die Weilimdorfer Bezirksvorsteherin, könne nur durch Zusammenarbeit erreicht werden. Wie vielfältig der Markt ist, davon konnten sich die Besucher nach der Eröffnung ein Bild machen. An der Kasse der Minibahn hatte sich bereits eine lange Schlange gebildet, auch sonst war der Löwen-Markt rappelvoll. Und als die Sonne langsam vom Himmel verschwand und die Quecksilbersäule fiel, lagen schließlich auch die Temperaturen auf echtem Weihnachtsmarkt-Niveau.

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