Feuer in Ditzingen Sporthalle niedergebrannt

Von fk/kwa 

Die Turnhalle der Wilhelmschule in Ditzingen ist am Donnerstag abgebrannt. Der Grund: Bei Bauarbeiten hatte ein Funke Dämmmaterial entzündet. Mehrere Gebäude mussten evakuiert werden.

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Foto: factum/Granville

Innerhalb kurzer Zeit ist am frühen Donnerstagabend die Turnhalle der Wilhelmschule in Ditzingen (Kreis Ludwigsburg) niedergebrannt. Personen wurden nach ersten Angaben der Polizei nicht verletzt. Bei Bauarbeiten hatte ein Funkenflug Dämmmaterial entzündet. Die Arbeiter konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Der Schaden beträgt nach ersten Schätzungen mehr als eine halbe Million Euro. Der Bürgermeister Ulrich Bahmer spricht von einem Totalschaden.

Innenstadt stundenlang gesperrt

120 Kräfte der Feuerwehren von Ditzingen, Gerlingen, Ludwigsburg und Leonberg waren im Einsatz. Sie verhinderten das Übergreifen der Flammen auf die angrenzenden Wohnhäuser. Mehrere Gebäude in der Gartenstraße mussten evakuiert werden, große Teile der Innenstadt waren für mehrere Stunden gesperrt. Zwei Häuser wurden durch die große Hitze beschädigt.

Die Förderschüler und Grundschüler der Wilhelmschule haben ihre Turnhalle verloren, die Abteilungen Kinderturnen und Fechten des TSF Ditzingen ihre Trainingshalle, und die Spielstube hat nun keinen Aufenthaltsraum mehr. Das Turnen werde wohl ausfallen in nächster Zeit, sagte Bahmer. Man werde die Halle wohl neu aufbauen müssen; ein großes Glück sei es gewesen, dass wegen der Ferien die Halle auch am Abend geschlossen gewesen sei. Sonst finden nach Schulschluss Übungsstunden der Vereine statt.

Feuerwehr ist sofort da

Bahmer hatte von seinem Dienstzimmer vom Rathaus aus, das sich in unmittelbarer Nähe befindet, die erste Phase des Brandes miterlebt und war sofort zum Einsatzort geeilt. Die Feuerwehr ist sofort da gewesen, da sich das Magazin der Abteilung Ditzingen Kernstadt in unmittelbarer Nähe befindet. Die Einsatzleitung kam vom Landkreis aus Ludwigsburg.

In den ersten Minuten seien die Häuser an der Gartenstraße geräumt worden, berichtete der stellvertretende Leiter des Ditzinger Polizeireviers, Thomas Reimold. Eine Person habe man wegen der Gefahr zwangsweise aus ihrer Wohnung holen müssen. Dass die dichten Qualmwolken sofort senkrecht in die Höhe abgezogen seien, sei „Glück im Unglück“ gewesen.

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3 Kommentare Kommentar schreiben

Brandschutz: Tatsächlich gibt es eine Unterscheidung in nicht brennbare und schwer entflammbare Dämmstoffe. Die Dämmstoffe, die so lichterloh brennen sind schwer entflammbar! Warum wird nicht mal in nichtbrennbare Dämmungen wie Schaumglas oder MIneralwolle investiert? Glück gehabt, dass niemand in der Halle war. Was aber, wenn eine der vielen neugebauten Kitas, in denen Babys ab 8 Wochen betreut werden, mal anfängt zu brennen? Hoffentlich ist die Feuerwehr dann auch so schnell da. Vielleicht regelt die Regierung auch endlich mal den Brandschutz wie an Krankenhäusern. Da dürfen in BaWü nur nichtbrennbare Dämmungen eingesetzt werden!

@christin: Leider muss ich sie in Sachen 'alte Bausubstanz' etwas berichtigen: Die Halle ist zumindest innen vor fünf Jahren komplett saniert worden. Dass Dämmmaterial in Brand gerät ist, so banal es klingen mag, normal...100%igen Brandschutz kann und wird es nie geben. Groß zu loben ist das Verhalten der Feuerwehr Ditzingen und der umliegenden Anwohner die innerhalb von fünf Minuten reagiert haben...

Brandschutz?: So wie diese SCHUL-Turnhalle in Flammen aufgegangen ist, darf man froh sein, dass es in den Ferien passiert ist und keine Menschen (vor allem keine Kinder) zu Schaden kamen. Wo waren hier eigentlich die Brandschutzrichtlinien berücksichtigt? Das Gebäude selbst war schon zu meiner Schulzeit nicht im besten Zustand (Ende Siebzigerjahre) und seither wurde offensichtlich nur mehr oder minder daran herumgeflickt. Dämmmaterial, das sofort lichterloh brennt? Und der Rest der Halle war wohl auch nicht mit schwer entflammbaren Materialien ausgestattet. Ditzingen, die Stadt, die so viel Werbung als familienfreundliche Stadt macht und deren Stadtsäckel wirklich nicht ärmlich zu nennen ist, hätte schon längst für eine ordentliche und sichere Schulsporthalle sorgen können/müssen. Jetzt, nur knapp zwei Jahre nach dem Hochwasser, wird es natürlich schmerzhaft.

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