Feuerbach-Ost Neue Pläne für die Mauserstraße

Von Torsten Ströbele 

Eine Interessengemeinschaft möchte investieren und das Areal gemeinsam mit der Stadt entwickeln.

Das Gebiet an der Mauserstraße soll neu strukturiert werden. Foto: Knaus Mertes Architekten GmbH
Das Gebiet an der Mauserstraße soll neu strukturiert werden. Foto: Knaus Mertes Architekten GmbH

Feuerbach - Das gesamte Areal rund um die Mauserstraße soll aufgewertet werden. Darüber sind sich Gemeinderat, Verwaltung und auch die Grundstücksbesitzer vor Ort einig. Bislang wurde nur noch nicht gemeinsam darüber gesprochen, wie das funktionieren kann. Das soll sich jetzt ändern.

Seit vergangener Woche gibt es weiterentwickelte Pläne, die zeigen, wie sich die Interessengemeinschaft rund um die Mauserstraße das Areal künftig vorstellen kann. „Die Pläne sind nicht in Stein gemeißelt, sie sollen aber als Grundlage dienen, um Hand in Hand mit der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat an der Zukunft des Areals zu arbeiten“, sagt Sevil Özlük, die Sprecherin der Interessengemeinschaft.

Vor Ort sollen nun erst einmal klare Besitzverhältnisse geschaffen werden. Daran wird gerade gearbeitet. „Das macht es der Stadt dann natürlich einfacher, wenn sie genau weiß, mit wem sie verhandeln muss“, sagt Diplom-Ingenieur und Architekt Rainer Mertes, der die Pläne gezeichnet hat. Konkret sollen es künftig drei Eigentümer sein, die das etwa 45 000 Quadratmeter große Gelände zwischen Siemens-, Borsig- und Albrechtstraße unter sich aufteilen.

Stadträte diskutieren über Sondergenehmigung für Werk 8

Das ehemalige Behr-Werk 8 mit seinen rund 13 000 Quadratmetern hat Halil Aydin im August erworben. Er wird durch Halil Selvi vertreten, dem die Großbäckerei auf der gegenüberliegenden Straßenseite gehört. Aydin und Selvi planen auf der Fläche ein Kreativzentrum mit Werkstätten, Büros, Ateliers, einer Kita und einer kulturellen Nutzung auf rund 3100 Quadratmetern. Letzteres muss auf jeden Fall erst per Sondergenehmigung durch den Gemeinderat abgesegnet werden. Die Bereitschaft dazu wird am 18. Februar in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik (UTA) von Oberbürgermeister Fritz Kuhn abgefragt.

Auf der anderen Seite der Mauserstraße sind schon gewachsenere Strukturen vorhanden. „Was dort entstanden ist, ist nachvollziehbar, aber Wildwuchs", sagt SPD-Stadtrat Hans Pfeifer. Eine Neuordnung des Gebietes sei wichtig. „Wir wollen niemandem etwas wegnehmen, brauchen aber für alle Beteiligten einen geregelten, rechtssicheren Status.“ Das ist auch das Anliegen der Eigentümer in diesem rund 32 000 Quadratmeter großen Gebiet zwischen Mauser-, Borsig- und Albrechtstraße. Ein Teil der Fläche gehört der DITIB. Der türkisch islamische Kulturverein möchte künftig rund um den Innenhof der Moschee nur noch Einzelhandel, der nicht kirchenfremd ist, sagt Mertens. Zusätzlich zu Gemeinderäumen und einer Bibliothek seien weiterhin eine Teestube oder ein Bestattungsunternehmen denkbar. Angrenzend an diese Räume der Mauserstraße 19 soll die bestehende Bäckerei erhalten bleiben. Auf der restlichen Fläche bis zur Ecke Siemens-/Borsig­straße ist vieles denkbar. Teile gehören schon Fahri Aralan: „Wir sind aber gerade noch dabei, Grundstücke zu arrondieren.“

Fraktionen sind offen für Gespräche

Die Gemeinderatsfraktionen, denen die Pläne vorliegen, sehen den Vorstoß der Interessengemeinschaft durch die Bank weg positiv. „Die Signale sind zu begrüßen“, sagt Bernd Klingler (FDP). Und auch Jürgen Zeeb (Freie Wähler) fände es gut, wenn das Gebiet neu geordnet würde: „Das kann ich nur unterstützen.“ Andreas G. Winter (Grüne) möchte sich auf jeden Fall zuerst innerhalb der Fraktion näher mit den Entwürfen beschäftigen, sieht den Vorstoß der Interessengemeinschaft aber auch positiv. Schon nächste Woche hat die CDU den Architekten und die Sprecherin des Gesamtareals zu Gast, um sich die Pläne näher erläutern zu lassen. „Dem Areal tut eine Neuordnung gut. Wir werden aktiv mit allen Beteiligen diskutieren und gemeinschaftlich über Lösungen nachdenken“, sagt der Vorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion Alexander Kotz. Für Hannes Rockenbauch (SÖS) ist es im weiteren Prozess wichtig, dass die Stadt kooperativ mit den Grundstückseigentümern an einer Aufwertung des Quartiers arbeitet: „Wir freuen uns, dass Ideen da sind und sind auch nicht der Meinung, dass der Einzelhandel in diesem Gebiet für den Stadtbezirk Feuerbach schädlich ist.“

Sonderthemen