Fifa-Präsidentschaftskandidat Salman bin Ebrahim al-Khalifa Der dubiose Scheich aus Bahrain

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Salman bin Ebrahim al-Khalifa will Fifa-Präsident werden, doch das Mitglied der Königsfamilie ist umstritten.

Wird Scheich Salman bin Ebrahim al-Khalifa nächster Fifa-Präsident? Foto: AFP
Wird Scheich Salman bin Ebrahim al-Khalifa nächster Fifa-Präsident?Foto: AFP

Stuttgart - In seiner Heimat geht es nach wie vor drunter und drüber. Erst vorletzte Woche, am fünften Jahrestag des Arabischen Frühlings in Bahrain, lieferten sich junge Demonstranten und die Polizei wieder schwere Straßenschlachten. Seit dem 12. Februar 2011 kommt das Minikönigreich am Golf nicht mehr zur Ruhe, dessen unterdrückte schiitische Mehrheit mehr Rechte von der herrschenden sunnitischen Minderheit fordert.

Mit zum Machtkartell der Königsfamilie gehört auch Scheich Salman bin Ebrahim al-Khalifa, der sich am Freitag für das Fifa-Präsidentenamt bewirbt und dessen Schwester mit dem Monarchen verheiratet ist. Seit 2013 führt er den asiatischen Fußballverband, und seine Chancen stehen gut. Denn im Kampf um den Chefsessel des Weltfußballs bekam er neben der asiatischen kürzlich auch die Rückendeckung der mächtigen afrikanischen Fußballkonföderation, die beide zusammen über 100 der 209 Stimmen verfügen. Außerdem befindet sich der Scheich in Kampflaune. Er unterstellte Gianni Infantino, seinem schärfsten Konkurrenten, die Zukunft der Fifa zu gefährden. Sollte der Uefa-Generalsekretär seine finanziellen Versprechungen wahr machen, wäre die Fifa existenziell bedroht. „Ich denke, wir wären in drei Jahren pleite“, so al Khalifa. Überdies erwarte den Verband ein negatives Geschäftsergebnis mit einem Verlust von 508 Millionen Euro im laufenden Zyklus bis 2018.

In Handschellen vom Trainingsplatz abgeführt

Menschenrechtlern dagegen ist die Kandidatur des 50-Jährigen ein Dorn im Auge, auch wichtige Fifa-Sponsoren wie Coca-Cola, Visa und Adidas gehen auf Distanz. Die Aktivisten werfen dem langjährigen Chef des bahrainischen Fußballverbandes vor, bei den Unruhen 2011 eine höchst dubiose Rolle gespielt zu haben. Er soll ein Untersuchungskomitee geleitet haben, dessen Mitglieder auf Fotos und Videos von Demonstrationen rund 150 schiitische Spieler, Trainer und Schiedsrichter identifizierten und bei der Staatssicherheit denunzierten. Alle Athleten wurden festgenommen und viele von ihnen misshandelt. 79 sitzen bis heute hinter Gittern. Amnesty International spricht von einem „ungezügelten Vorgehen mit Folter, willkürlichen Verhaftungen und unverhältnismäßigem Einsatz von Gewalt gegen friedliche Aktivisten und Regimekritiker“.

Unter den damals Verhafteten war auch Bahrains Rekordtorschütze Alaa Hubail sowie sein Bruder Mohammed Hubail. Das Duo wurde in Handschellen abgeführt, öffentlich im Staatsfernsehen verhört und als Vaterlandsverräter verhöhnt. Alaa Hubail klagte später in einem Interview, er sei im Gefängnis gefoltert worden. Beide Brüder wurden, wie vier andere Spieler auch, anschließend für Clubspiele und die Nationalelf gesperrt.

Scheich Salman weist alle Vorwürfe, er sei ein Komplize dieser Unterdrückungspolitik, als „miese Lügen“ zurück und klagte, er werde in Sippenhaftung genommen. „Gibt es Leute, die irgendwelche Beweise haben, dass der Fußballverband von Bahrain während meiner Präsidentschaft irgendetwas getan hat, was nichts mit Fußball zu tun hatte?“, konterte der Vater dreier Kinder in einem BBC-Interview, der zwei Jahrzehnte lang wie kein anderer das Fußballgeschehen in Bahrain prägte.

Per Dekret des Prinzen zum regimetreuen Chefermittler

Nach dem Studium von Geschichte und englischer Literatur an der Universität von Manama wurde er 1996 ­Manager der Nationalmannschaft, dann Vizepräsident und 2002 schließlich Präsident des bahrainischen Verbandes. Unter seiner Regie erlebte der Inselfußball einen bemerkenswerten Aufstieg. Zweimal, 2006 und 2010, verpasste das Nationalteam nur knapp die WM-Qualifikation. 2004 gelang beim Asiencup der Sprung ins Halbfinale – für das winzige Bahrain der größte Erfolg aller Zeiten.

Doch Salmans Dementi vor der Fifa-Wahl steht auf schwachen Füßen, wie der „Guardian“ enthüllte. So kündigte der von ihm geführte bahrainische Fußballverband nach einer Meldung der Nachrichtenagentur BNA vom 7. April 2011 an, man werde gegen alle „Spieler, Manager und Trainer“ vorgehen, die das Recht gebrochen ­hätten, „indem sie an illegalen Demonstrationen oder anderen Aktionen teilgenommen haben, mit dem Ziel, das Regime zu stürzen oder nationale Symbole zu beschmutzen“.

Vier Tage später berichtete ein weiterer BNA-Text, ein Untersuchungskomitee mit Scheich Salman an der Spitze werde die fraglichen Sportler ausfindig machen. Per Dekret zum regimetreuen Chefermittler ernannt hatte ihn damals Prinz Nasser bin Hamad al-Khalifa, Sohn des Königs und Vorsitzender des olympischen Komitees, der Sportler eigenhändig in den Verließen des Palastes gefoltert haben soll.

Salman bestreitet Echtheit von Agenturmeldungen

Einige Tage später bereits belegte das frisch installierte Salman-Komitee sechs Fußballclubs mit Geldstrafen. Zwei Vereine wurden für zwei Jahre gesperrt, zwei weitere zum Abstieg in die zweite Liga gezwungen. Und so bestreitet Salman in seiner jüngsten Verteidigungsrede nicht mehr die Echtheit dieser Agenturmeldungen, sondern behauptet stattdessen, das Untersuchungskomitee sei entgegen aller Presseankündigungen nie zusammengetreten und nie aktiv geworden.

Auch drei der damals verhafteten Spieler brachen jetzt überraschend ihr Schweigen und stellten ihrem früheren Fußballchef einen Persilschein aus. Einer ist Alaa Hubail. „Ich kenne Salman seit langer Zeit, er ist kein Mensch, der so etwas tut“, sagte er. Nichts belege die Vorwürfe. „Ich hoffe, dass Scheich Salman Fifa-Präsident wird. Er wäre der erste arabische Präsident, und das würde mich sehr stolz machen.“

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Die Europäer müssen raus aus der FIFA: Keine Macht irgend einem arabischen, afrikanischen oder fernostasiatschem Politfunktionär in diesem wichtigen internationalem Verband. Ansonsten raus aus dem Verband und einen europäisch-südamerikanisch geprägten neuen Verband gründen. Die oben genannten dürfen sich dann dafür bewerben, bei Turnieren mit teilnehmen zu dürfen.

jawoll: das machen wir. dann gibt es wie beim boxen fünf verschiedene weltverbände und der weltmeister ist nur bei einem verband weltmeister und bei den anderen vier ist es ein anderes land. und dann macht polynesien zusammen mit melanesien und mikronesien einen eigenen weltverband auf, veranstalten jedes jahr eine fußball-wm und neuguinea, neuseeland und samoa werden abwechselnd weltmeister. großartig.

Polynesien und Melanesien und Mikronesien und die Hindenburarchipel und wie die alle heißen....: .... die dürfen gerne auf Ihren Vorschlag hin eine eigene WM machen. Ich würde es sogar begrüßen. Denn, dann hätten wir diesen ganzen Blödsinn weg und eine richtige WM, die diesen Namen auch verdient. Und gerne kann dann der Mini-WM-Sieger bei der richtigen WM, wenn er will, mitmachen. Auf jeden Fall hätten wir hier eine viel größere Kontrolle über das ganze Ding. Über die arabisch-asiatische Szene und über die afrikanische hat doch keiner mehr eine Kontrolle. Achtung: Das ist jetzt kein "Rassismus". Das ist einfach Realität. Die Fußball-Wettmafia ist eine asiatische Erfindung und hat dort ihre Zentrale ! Achtung: auch das ist kein Rassismus, sondern Wahrheit. Der Fußball ist eine europäische Erfindung und keine chinesische oder zentralafrikanische. Die Kontrolle über dieses Ding muß wieder zurück geholt werden sonst bricht das irgendwann wirklich noch zusammen. Die Asiaten können die Badminton- oder die Karate- und Teak Wan Do-Verbände führen. Die Araber können den Kamelreiterverband und die Afrikaner von mir aus den 7. Boxverband führen. Da habe ich keine Probleme. Aber Hände weg von unserem Fußball !

Fachmann: Er kommt doch sicher aus einem Land mit langer Fußballtradition, hohem Fußballsachverstand und tiefer Verbundenheit zu den Menschenrechten und anderen freiheitlichen Werten. Mal ernsthaft, wann wird die FIFA endlich als das zerschlagen was sie ist: eine kriminelle Vereinigung!

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