Fildertunnel für Stuttgart 21 Mit mehr als 5700 PS von den Fildern in Richtung Talkessel

Von (Text) und Manfred Zapletal (Grafik) 

Die Bahn beginnt am Donnerstag offiziell mit dem Bau des mehr als neun Kilometer langen Fildertunnels. Die Projektbefürworter sprechen von einem Meilenstein, die Gegner verweisen auf immer noch fehlende Genehmigungen und ungeklärte Fragen im Zusammenhang mit dem Brandschutz.

Die Tunnelbohrmaschine wartet auf ihren Einsatz. Foto: 7aktuell.de/Eyb
Die Tunnelbohrmaschine wartet auf ihren Einsatz.Foto: 7aktuell.de/Eyb

Stuttgart - Einmal ist immer das erste Mal. Selbst die an Tunnel wahrlich nicht arme Stadt Stuttgart erlebt beim Bau von unterirdischen Verkehrswegen noch eine Premiere. Beim Bau des Fildertunnels für Stuttgart 21 kommt erstmals eine Tunnelbohrmaschine (TBM) zum Einsatz. Der 2000-Tonnen-Koloss soll von Donnerstag an den mit 9468 Meter drittlängsten Tunnel in Deutschland bauen. Vom Gewerbegebiet Fasanenhof-Ost führt dieser zum künftigen Durchgangsbahnhof.

Konstruiert wurde die Maschine von der Firma Herrenknecht im badischen Schwanau (Ortenaukreis). Allein der Hauptantrieb wiegt 170 Tonnen. Das Stück kam im vergangenen Jahr auf Rhein und Neckar nach Stuttgart. Die letzten Kilometer ging es dann mit einem nächtlichen Schwertransport vom Hafen auf die Filder – begleitet von zahlreichen Schaulustigen, Projektkritikern und einem starken Polizeiaufgebot. Nun steht die gut 120 Meter lange Maschine bereit, ihre mehr als neun Kilometer lange unterirdische Reise in Richtung Talkessel anzutreten, die in mehreren Etappen stattfindet.

Tunneldurchmesser zwischen 9,3 und 9,6 Meter

In den vergangenen Wochen setzten Fachleute die angelieferten Einzelteile zusammen. Nun steht die Maschine in einer Baugrube, die zwischen der A 8 und dem Gewerbegebiet Fasanenhof-Ost gelegen von weither sichtbar ist. An der Spitze der Maschine befindet sich das sogenannte Schneidrad, eine vertikal angebrachte kreisrunde Stahlplatte mit einem Durchmesser von mehr als 10,8 Metern. Auf ihr sitzen Schneid- und Bohrwerkzeuge, die sich durch den Untergrund beißen sollen. Die Größe des Tunnelquerschnitts variiert zwischen 9,3 und 9,6 Metern. Den dabei anfallenden Abraum transportiert die Maschine in Richtung Tunnelmund. Je nach Beschaffenheit des Materials kommt ein Förderband oder eine -schnecke zum Einsatz. Letztere erinnert ein wenig an einen überdimensionalen Korkenzieher.

Die Tunnelbohrmaschine im Detail - für eine größere Ansicht klicken Sie auf die Grafik.

5 Kommentare Kommentar schreiben

Geduld: Man kann nicht alles auf einmal haben. Frau Kunkel auch Ihre Vorfreude wird gestillt werden. Es gab halt kleine Hürden die man meistern musste und welches auch sehr gut gelang. Jetzt ist es nicht mehr lang bis dahin.

Ewald Moses, 21:07 Uhr: Alles läuft nach Plan? Also wenn alles nach Plan laufen würde oder je gelaufen wäre, wäre das überteuerte, schräge Kellerbahnhöfle schon seit Jahren fertig!

Super: Alles läuft nach Plan .

PS-Geilheimerei: - in einer angeblichen Qualitätszeitung.

Zum wievielten Mal?: Wie oft fangen die denn noch offiziell an mit ihrem behindertenfeindlichen Schiefbahnhof S21 ohne barrierefreie Fluchtwege, den den EU-Grenzwert für Bahnsteiggefälle um über das Sechsfache übersteigt?

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