Finanzen
Beim VfB kollidieren die Interessen
Heiko Hinrichsen,
10.10.2010 10:13 Uhr
Christian Gross hofft auf Verstärkungen in der Winterpause. Foto: dpa
Stuttgart - Die Distanz von 11.300 Kilometern zwischen Stuttgart und Buenos Aires hat Christian Gross nicht abgeschreckt. Um mit dem Innenverteidiger Marco Torsiglieri von Velez Sarsfield und einem weiteren Kandidaten für das Abwehrzentrum zu verhandeln, ist der VfB-Trainer in der Sommerpause in die argentinische Hauptstadt gereist. "Wir wussten, dass Matthieu Delpierre länger ausfallen würde. Daher haben wir nach Ersatz gesucht", erzählt Gross. Wir, das waren in diesem Fall der Trainer sowie der alte Manager Horst Heldt. Am Ende aber hat Christian Gross die Reise nach Südamerika umsonst gemacht. "Keiner der beiden Spieler ließ sich für uns finanzieren", erklärt der Schweizer. Torsiglieri wechselte daraufhin in die portugiesische Liga zu Sporting Lissabon.
Diese kleine Episode verdeutlicht das Dilemma, in dem Christian Gross seiner Ansicht nach steckt. In Stuttgart, so die Meinung des Trainers, habe man traditionell sehr hohe Ansprüche. "Man will das Maximum", sagt der Trainer. Die Vorgaben in der Praxis zu erfüllen, sei aber schwierig, "wenn einem finanziell die Hände gebunden sind", so Gross. Warum dies so ist, glaubt der Coach längst erkannt zu haben: "Der Verein hat seine Priorität auf die Fertigstellung des Stadions ausgerichtet."
Der Präsident Erwin Staudt sowie der Aufsichtsratschef Dieter Hundt haben hier eine grundlegend andere Sicht als Gross. Der VfB investiere zu sehr in Steine anstatt in Beine - dieses Credo lässt das Führungsduo des Clubs nicht gelten. Dabei verweisen Staudt und Hundt auf die 12,5 Millionen Euro, die man auch in diesem Sommer wieder in neue Spieler gesteckt habe (durch die vielen Abgänge hatte die Transferbilanz dennoch einen positiven Saldo von rund acht Millionen Euro). Obendrein erinnert der Aufsichtsratschef Hundt daran, dass es ein teaminternes Problem sei, wenn "Stürmer beste Chancen nicht verwerten" und "hoch bezahlte Profis total außer Form sind" (die StZ berichtete).
Auch wenn beide Parteien bei offiziellen Terminen wie etwa dem Wasenbesuch am Mittwoch den Schulterschluss demonstrieren, auch wenn sich der Trainer und der Präsident diese Woche in einem längeren Gespräch ausgetauscht haben, so tritt der Interessenskonflikt mit ausbleibendem Erfolg immer deutlicher zu Tage. Hier der ehrgeizige Übungsleiter Gross, der sein eigentliches Saisonziel - einen Platz im internationalen Wettbewerb - kaum mehr erreichen wird. Dort der Bauherr Staudt mit seiner Vision des Umbruchs.
Diese kleine Episode verdeutlicht das Dilemma, in dem Christian Gross seiner Ansicht nach steckt. In Stuttgart, so die Meinung des Trainers, habe man traditionell sehr hohe Ansprüche. "Man will das Maximum", sagt der Trainer. Die Vorgaben in der Praxis zu erfüllen, sei aber schwierig, "wenn einem finanziell die Hände gebunden sind", so Gross. Warum dies so ist, glaubt der Coach längst erkannt zu haben: "Der Verein hat seine Priorität auf die Fertigstellung des Stadions ausgerichtet."
Der Präsident Erwin Staudt sowie der Aufsichtsratschef Dieter Hundt haben hier eine grundlegend andere Sicht als Gross. Der VfB investiere zu sehr in Steine anstatt in Beine - dieses Credo lässt das Führungsduo des Clubs nicht gelten. Dabei verweisen Staudt und Hundt auf die 12,5 Millionen Euro, die man auch in diesem Sommer wieder in neue Spieler gesteckt habe (durch die vielen Abgänge hatte die Transferbilanz dennoch einen positiven Saldo von rund acht Millionen Euro). Obendrein erinnert der Aufsichtsratschef Hundt daran, dass es ein teaminternes Problem sei, wenn "Stürmer beste Chancen nicht verwerten" und "hoch bezahlte Profis total außer Form sind" (die StZ berichtete).
"Man darf mit so einem Kader nicht auf Platz 18 stehen"
Auch wenn beide Parteien bei offiziellen Terminen wie etwa dem Wasenbesuch am Mittwoch den Schulterschluss demonstrieren, auch wenn sich der Trainer und der Präsident diese Woche in einem längeren Gespräch ausgetauscht haben, so tritt der Interessenskonflikt mit ausbleibendem Erfolg immer deutlicher zu Tage. Hier der ehrgeizige Übungsleiter Gross, der sein eigentliches Saisonziel - einen Platz im internationalen Wettbewerb - kaum mehr erreichen wird. Dort der Bauherr Staudt mit seiner Vision des Umbruchs.
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@Frank Rempfer
Ein riesen Kompliment an Frank Rempfer. Der Tipp mit FV Bad Ausee war super. Manchmal ist Google gar nicht so schlecht. Was man da so alles findet!?! Wenn man den Untergang von FV Bad Ausee nachliest, sieht man schockierende Parallelen zum VfB. Das schlimmste an der Geschichte ist, das jedesmal der Fußballsachverständige Hundt das Sagen hatte. Wenn dieser Mann nicht schnellstens vom Fußball entfernt wird, finden wir uns ratz-fatz in der 3. Liga wieder. Hundt hat ein Händchen, sportlich erfolgreiche Fußballmannschaften kaputt zu sparen. Wissen die beim VfB über die Vergangenheit von Hundt bei FV Bad Ausee? Ein Tipp für jeden, der Hundt gut findet. Lest euch mal die Artikel über FV Bad Ausee durch. Ihr findet sie über Google. Euch stockt der Atem.
hade/Trainerdiskussion
Genau so ist es... Und endlich gibt es in diesem Verein für Planlosigkeit, Vetternwirtschaft und Ahnungslosigkeit einen Trainer, der sich getraut, die Dinge zu benennen. Das ist bisher einmalig. Hoffentlich hat CG nocht nicht aufgegeben und innerlich bereits gekündigt. Was die verantwortlichen (Staudt und Hundt) verbal absondern, deckt sich doch voll mit den Vermutungen des interessierten Publikums: Keine Zielplanung, keine sportliche Organisation, keine Struktur und keine Verantwortlichkeit. Einzig die finanzielle Seite wird professionell betreut. Im Grunde genommen weiss keiner, außer Ruf, wieviel und wofür das Geld verwendet wird. Es wird höchste Zeit, dass sich die Mietglieder dieser Frage annehmen und einen Vorstand mit sportlicher Erfahrung und Verantwortung für den Spielbetrieb installieren.
deshalb
...es muss etwas passieren..und zwar vorstands-technisch--jetzt!!