Finanzierungslücke beim S-Bahn-Ausbau S 60 verspätet sich noch mehr
Markus Klohr, vom 14.05.2010 16:58 Uhr
Mindestens zweieinhalb Jahre wird es noch dauern, bis am Renninger Bahnhof Züge der S 60 halten und Fahrgäste bis nach Böblingen bringen. Foto: factum/Weise
Stuttgart - Der S-Bahn-Ringschluss zwischen Böblingen und Renningen soll dem öffentlichen Nahverkehr in der Region einen Schub verleihen. Die Bauarbeiten laufen zwar, doch das Projekt macht jetzt schon wieder wegen der Kosten von sich reden. Außerdem steht erneut eine Verzögerung um ein halbes Jahr an. Die Bahn rechnet nun damit, dass der Betrieb erst im Dezember 2012 beginnt. Es fehle noch eine Genehmigung des Eisenbahnbundesamts für das zugesagte Fördergeld. Eie Bahn hat im Verkehrsausschuss der Region nun außerdem bekanntgegeben, dass das Bundesverkehrsministerium weniger Zuschuss zahlen werde als erwartet. Die einzige positive Neuigkeit: es bleibe dabei, wie geplant soll der erste Abschnitt zwischen Böblingen und Maichingen am Montag, 14. Juni, in Betrieb gehen.
Ein Teil der von der Deutschen Bahn als Bauträger angemeldeten Kosten sei nicht förderwürdig, hat der Bund befunden. Daraus ergibt sich eine Finanzierungslücke von rund zwölf Millionen Euro. Da die Bahn die Kosten eigentlich nicht trägt und der Landkreis Böblingen seine Beteiligung vertraglich gedeckelt hat, bleiben die Kosten entweder an der Region oder doch an der Bahn hängen. Diese hat angekündigt, den Anstieg über Sparmaßnahmen auf rund zehn Millionen Euro zu dämpfen.
"Wo sind die Schuldigen?"
Die Finanzierung des Projekts erscheint darüber hinaus insgesamt als fraglich. Der Bund hat signalisiert, dass die jetzt veranschlagten Kosten von 150 Millionen Euro das absolute Maximum sein müssten. Würde die Strecke noch teurer, dürfe dafür kein Steuergeld mehr ausgegeben werden. Die gekappte Förderung sei "für uns ein großes Problem, so etwas hatten wir noch nie", sagte Werner Klingberg von der Bahn.
Er sicherte der Region jedoch "Kostensicherheit" zu. Doch dieses Versprechen der Bahn sei nur "eine Scheinklarheit, keine Garantie", klagte Rainer Ganske (CDU). Außerdem sei die Argumentation des Bundes bei den Kosten sehr zweifelhaft, kritisierte er. Thomas Leipnitz (SPD) sieht die Bahn in der Pflicht, den jetzigen Termin einzuhalten. Bernhard Maier (Freie Wähler) bezeichnete es als seltsam, dass die Bahn erst jetzt Einsparvorschläge bringe, wo der Kostendruck so groß sei. Mark Breitenbücher (Grüne) sah in den schlechten Neuigkeiten ein negatives Vorzeichen für Stuttgart 21. "Wo sind die Schuldigen", fragte Wolfgang Weng (FDP). Nur weil die Genehmigung des Bundes nicht vorliege, gebe es eine Verzögerung, rechtfertigte sich Werner Klingberg von der Bahn. "Wir könnten bauen, aber wir dürfen nicht."
Der Böblinger Landrat Roland Bernhard zeigt sich von der siebten Verschiebung in sieben Jahren "wenig überrascht, aber stark enttäuscht". Für besonders kritisch hält er, dass es noch eine Wirtschaftlichkeitsprüfung des Projekts gibt: "Die S 60 darf nicht zum Präzedenzfall werden." Es werde zum ersten Mal in Deutschland für ein Verkehrsprojekt nach dem Baubeginn die Wirtschaftlichkeitsfrage gestellt. "Die S 60 ist als Tangentialbahn geplant worden und nicht als Torsobahn", warnt der Böblinger Landrat. Obwohl der Bund noch keine Anstalten für einen Zuwendungsbescheid gemacht habe, sieht Bernhard "das Projekt nicht gefährdet".
Das hier einige Proler den immer teurer werdenden S-Bahn Ausbau mit K21 vergleichen ist ja wohl nur lächerlich!
Dieser S Bahn Ausbau auf bestehenden Gleisen verzögert sich seit JAHREN und wird natürlich dabei auch immer teurer. Das sollte wirklich als Beleg für die "Verlässlichkeit" von Kalkulationen der Bahn dienen. Ach so ja, bei S21 ist natürlich alles noch besser und natürlich nooooooch besser und genauer Kalkuliert.
S21 war ja schon das bestkalkulierte Bauprojekt ---- kurz danach wurde der Preis über eine Milliarde erhöht auf 4,9 Milliarden. Danach wurde unglaubliches Einsparpotential (vermutet) und der Preis rutsche etwas...
Dünnere Tunnelwände und ein wenig an der Bahnhofsgestaltung geschraubt - ist zwar alles nicht sicher - aber hauptsache man war unter der "magischen" Zahl bei dieser "Kalkulation".
MAI
16
16:58 Uhr, geschrieben von Interessierter
Schon klar - das Weltbild habe ich ja schon kennen gelernt?
"Wolfgang Krauss,
16.05.2010
Was hat S60 mit K21 zu tun? NICHTS
@ Interessierter"
Die Frontalisten vom Sterne K22/21 und dem Kosmos Parkschützer eint eines - nur die eigene Wahrheit zählt. Mag diese noch zu hanebüchen sein! Nicht wahr?
Und wenn es dann mal nicht passt. Passt scho' - dann biegt man es sich zurecht
Herzallerliebster Herr Krauss. Ich bin so dankbar, das Sie den Rest der Welt aufgeklärt haben. OB Schuster und die "Stuttgart Immobilienmafia" haben also auch bei der S 60 Ihre Finger im Spiel?
Nur noch lächerlich!
MAI
16
12:43 Uhr, geschrieben von Wolfgang Krauss
Was hat S60 mit K21 zu tun? NICHTS
@ Interessierter
Das ist der größte Blödsinn, den ich jemals von Ihnen gelesen habe.
K21 hat mit der bestgeplanten S60 - Strecke überhaupt nichts zu tun. Einen Zusammenhang herstellen zu wollen ist einfach nur lächerlich.
S60 hat aber sehr wohl etwas mit S21 zu tun, denn es sind NAHEZU die gleichen Projektpartner. Und die bekommen es ebenso bestgeplant nicht auf die Reihe, eine eingleisige, überwiegend von Güterzügen genutzte Strecke zu revidieren und zweigleisig auszubauen. Keine Tunnelbauten, keine großartigen Brückenbauwerke, keine neue Streckenführung. Also eigentlich gaaaaaaanz einfach.
Und wenn das schon nicht klappt, dann klappt es beim bestfehlgeplanten Tiefbunkerbahnhof ( als Schutzraum nur für Politiker, nicht aber für die Bevölkerung geeignet ) erst recht nicht.
Ihr Interesse, @ Interessierter, reicht aber nicht soweit uns zu erklären, wie es zu dieser erstaunlichen Entwicklung beim Bau der S60 gekommen ist und weshalb eine solche Versagenshaltung bei Bau von S21 überhaupt und grundsätzlich auszuschliessen ist.
Freundliche Grüße zum Sonntag
Wolfgang Krauss
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