Finanzminister zu Besuch in Degerloch Schäuble begeistert mit klaren Worten

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble war zu Gast beim CDU-Neujahrsempfang in Degerloch. Schäuble erläuterte die Politik der Regierung in der Flüchtlingskrise und mahnte den Zusammenhalt in der EU an.

Die Landtagskandidatin Stefanie Schorn, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Götz Bräuer, Vorsitzender der Degerlocher CDU, sitzen gemeinsam auf dem Podium im SSB-Veranstaltungszentrum. Foto: Cedric Rehman
Die Landtagskandidatin Stefanie Schorn, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Götz Bräuer, Vorsitzender der Degerlocher CDU, sitzen gemeinsam auf dem Podium im SSB-Veranstaltungszentrum.Foto: Cedric Rehman

Degerloch - Es liegt eine gespannte Erwartung in der Luft, als die ersten Besucher im SSB-Veranstaltungszentrum auf der Waldau eintreffen. Viele Männer tragen Anzug, viele Damen Kostüm. Im Foyer wird Sekt ausgeschenkt, aber in die Oper geht es heute Abend nicht. Im Gegenteil, viele scheinen dem Gast des Abends entgegenzufiebern, weil sie sich von Wolfgang Schäuble statt Drama Nüchternheit erhoffen. Aufregung gibt es in Zeiten der Flüchtlingskrise schließlich gratis, und in den Gesprächen der Gäste fallen die Worte „Verlässlichkeit“, „Vertrauen“, „Klarheit“ und „Authentizität“ als gelobte Merkmale Schäubles auf.

Der Vorsitzende der Degerlocher CDU strahlt derweil vor Freude. Götz Bräuer ist die Genugtuung anzusehen, dass seiner Bezirks-CDU ein solcher Knüller gelungen ist. Vergessen scheinen die Mühen der Vorbereitung. Die Sicherheitskräfte des Finanzministers wollten es bei der Planung des Empfangs schließlich ganz genau wissen. Bräuer war vor einigen Wochen bei einer Begehung des Veranstaltungsorts mit der Polizei und Beamten des Bundeskriminalamts dabei. Jetzt, kurz bevor Schäuble endlich auf die Bühne kommt, verspüre er kein Lampenfieber, versichert Bräuer. „Ich freue mich einfach“, sagt er.

Götz Bräuer lobt Schäuble

Sein Bild von dem CDU-Granden legt nahe, warum aus seiner Sicht jetzt gar nichts mehr schiefgehen kann. „Ich verbinde mit Wolfgang Schäuble ein Bild von Souveränität, und er ist ein Mann der klaren Worte“, sagt Bräuer. Da ist es wieder, das Wort „klar“ als Eigenschaftsbeschreibung für Schäuble. Bundeskanzlerin Merkel äußere sich selbst ja nicht so offen, fügt Götz Bräuer hinzu. Wäre der authentisch wirkende Mann jetzt vielleicht der passendere Bundeskanzler als die oft als sphinxhaft beschriebene Frau? Bräuer verneint die Frage so entschieden wie auch andere CDU-Politiker.

Neben Götz Bräuer ist der CDU-Landtagskandidatin Stefanie Schorn anzusehen, dass der Besuch Wolfgang Schäubles eine beflügelnde Wirkung hat. Sie firmiert neben der Degerlocher CDU als Gastgeberin des Abends. Bei ihrer Ansprache auf der Bühne dreht sie richtig auf und wettert gegen muslimische Parallelgesellschaften. Es scheint fast so, als wolle sie keinen Verdacht erregen, in der Debatte um Flüchtlinge zu weich zu sein, zu nah an Merkels „Wir schaffen das“. Da sitzt der Mann schon auf dem Podium, der schon deshalb Respekt einflößt, weil er so viel deutsche Geschichte mitgestaltet hat. Spitzbübisch lächelt er, wenn er mal der grün-roten Konkurrenz, mal den störrischen Osteuropäern in der EU die Leviten liest. Seine Botschaft lautet: Ich bin nicht immer nett, aber ich kann’s. Das mit Sehnsucht erwartete Glätten der Wogen setzt schon ein, als er seine Ansprache eben nicht mit der Flüchtlingskrise beginnt, die so sehr die Nerven strapaziert. Stattdessen bekundet Schäuble, wie gut das Land doch wirtschaftlich und finanziell dastehe.

Erst dann erläutert er, wie die Regierung den Migrantenzustrom bewältigen will. Es ist nichts substanziell Neues, was er darlegt. Nur der Ton ist unaufgeregt. Wer genau hinhört, entdeckt aber doch Zweifel. Schäuble attestiert der EU eine „schwierige Lage“ und sein Plädoyer für Europa klingt ein wenig wie das Pfeifen im Walde. Schäubles Anwesenheit in Degerloch, sein Engagement im Wahlkampf ist auch ein Zeichen dafür, dass für die CDU viel auf dem Spiel steht. Aber Schäuble behält die Nerven. Und das allein begeistert schon.

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