Fischsterben im Max-Eyth-See Eine Tonne toter Fische geborgen

Die Befürchtungen der Experten scheinen sich zu bewahrheiten: Wegen des Sauerstoffmangels könnte die Hälfte der Fische im Max-Eyth-See verendet sein. Fachleute schätzen, dass weitere vier bis fünf Tonnen tote Tiere anfallen könnten.

Experten befürchten, dass die Hälfte der Fisch im Max-Eyth-See nicht überlebt hat. Foto: SDMG/dpa
Experten befürchten, dass die Hälfte der Fisch im Max-Eyth-See nicht überlebt hat. Foto: SDMG/dpa

Stuttgart - Die ersten Befürchtungen der Experten scheinen sich zu bewahrheiten: Wegen des Sauerstoffmangels im Max-Eyth-See, der auf eine Algenblüte in Folge des heißen Sommers zurückzuführen ist, sind bis Donnerstagmittag bereits fast eine Tonne toter Fische eingesammelt worden. Die Fachleute schätzen aber, dass weitere vier bis fünf Tonnen tote Tiere anfallen könnten. „Möglicherweise hat es sogar den halben Fischbestand getroffen“, sagt Hans-Hermann Schock, Vorsitzender des Württembergischen Anglervereins, dessen Hausgewässer der See ist. Es werde wohl Jahre dauern, bis sich der See von der „Katastrophe“, so Schock, erholt habe.

Seit Mittwoch laufen die Rettungsmaßnahmen. Bei Messungen war ans Licht gekommen, dass der Sauerstoffgehalt im See an vielen Stellen in kürzester Zeit dramatisch gesunken war. Zunächst warf die Feuerwehr ihre Umwälzpumpen an. Dabei spritzen die Helfer das Wasser des Sees zurück in das Gewässer, um ihm Luft und damit Sauerstoff zuzuführen. Zudem drehen mehre Motorboote der Feuerwehr und der DLRG ihre Runden über den See, um die Wassermassen in Bewegung zu setzen, damit sich sauerstoffreicheres Wasser mit sauerstoffarmen mischt.

Seit Donnerstag gibt es Unterstützung vom Technischen Hilfswerk. Nachmittags wurden fünf schwimmende Teichbelüfter, die in der Fischzucht eingesetzt werden, im See angebracht. An zwei Stellen pumpten die THW-Helfer bereits seit dem Morgen Wasser aus dem Neckar in den See, weil der Sauerstoffgehalt dort deutlich höher ist. Die Helfer waren bisher an der Jagst bei Heilbronn im Einsatz, um dort die Umweltkatastrophe in den Griff zu bekommen.

Derweil scheinen die Rettungsmaßnahmen im Max-Eyth-See zu greifen. Die Wasserqualität hat sich verbessert – wobei bisher keine Entwarnung gegeben werden kann. „Die Lage bleibt weiterhin angespannt“, sagte Anglerchef Schock. „Die Maßnahmen wirken allmählich.“

Stuttgarts Umweltbürgermeister Peter Pätzold und der Landesumweltminister Franz Untersteller (beide Grüne) machten sich am Donnerstag ein Bild von der Lage. Pätzold blickte dabei auch in die Zukunft: „Wir müssen darüber nachdenken, wie wir den See in Zukunft im Gleichgewicht halten können.“ Minister Untersteller stimmte zu: „Man muss davon ausgehen, dass es wegen des Klimawandels häufiger extreme Sommer geben wird.“

Der Max-Eyth-See gilt auch in den für das Gewässer zuständigen Ämtern für Tiefbau und Umweltschutz der Stadt als Sorgenkind. Er ist 18 Hektar groß und nur etwa 2,20 Meter tief. Bereits in der Vergangenheit drohte er immer wieder zu kippen. Daraufhin wurde eine große Wasserfontäne installiert, die aber aus Sicherheitsgründen nur nachts läuft, weil der See auch von Seglern und Ruderbooten befahren wird.

Mehrere Vorschläge stehen im Raum, die Wasserqualität zu sichern. Unter anderem ist im See der Einbau von Leitungen möglich, durch die allmählich Sauerstoff abgegeben wird. Zunächst wollen die Helfer aber morgen am Samstag beraten, wie es kurzfristig weitergehen soll.