Fitness für Mamas Weg mit dem Babyspeck
Antje Hildebrandt, 18.02.2011 07:07 Uhr
Die Kinder sind immer dabei, wenn sich die sogenannten Lauf-Mamas zum Sport treffen. Foto: StZ
Die Kinder sind immer dabei, wenn sich die sogenannten Lauf-Mamas zum Sport treffen. Foto: StZ
""Du hast zwei Kinder geboren, da wirst du doch wohl diesen verdammten Berg noch schaffen." "
Katja Ohly-Nauber, Fitnesstrainer

Berlin - Es waren nur drei Worte. Sie standen auf einem Zettel, der an einem Baum hing. Eine geheimnisvolle Faszination ging von ihnen aus: "Lauf, Mama, lauf!" Steffi Plica entdeckte diesen Zettel durch Zufall, als sie ihre Runden durch den Berliner Volkspark Friedrichshain drehte.

Sie schlüpfte in ihre alte Jogginghose. Sie steckte ihren Sohn Tomke, acht Monate, in den Buggy. Sie leinte ihren Bordercollie Larry an. Und dann lief sie los. Sie ist nicht allein. Seit einem halben Jahr werden Besucher des Parks regelmäßig Zeuge eines eindrucksvollen Schauspiels.

Marschierende Mütter


Immer wieder marschiert eine Kompanie von Müttern durch die Grünanlage. Man erkennt sie schon von weitem. Sie schieben Kinderwagen oder Buggys vor sich her. Sie bleiben in regelmäßigen Abständen stehen, um das zu trainieren, was man nach neun Monaten Schwangerschaft Problemzone nennt: Bauch, Po, Beine, Schultern, Rücken. Wie das geht, zeigt ihnen eine Frau, die dieses Programm ausgetüftelt und schon an sich selbst ausprobiert hat: Katja Ohly-Nauber, 36 Jahre alt, zertifizierte Fitnesstrainerin. Ihr Lebensmotto klingt nach eiserner Selbstdisziplin: "Du hast zwei Kinder geboren, da wirst du doch wohl diesen verdammten Berg noch schaffen."

Fitness für frischgebackene Mütter und ihren Nachwuchs: diese Geschäftsidee ist nicht ganz neu. In Berlins kinderreichstem Bezirk Prenzlauer Berg etwa können Mütter im Anschluss an die obligatorische Rückbildungsgymnastik zwischen Qigong mit Baby oder Fitness mit dem Baby wählen. Doch haben diese Kurse einen Haken. Trainiert wird in geschlossenen Räumen. "Sobald dein Kind zu krabbeln beginnt, hast du ein Problem", sagt die Sonderpädagogin Steffi, 30, Mutter von Emilian, zwölf Monate. "Ich kam zu nichts - das Kind hing mir die ganze Zeit am Bein."

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