Flüchtlingspolitik Grüne verhöhnen Boris Palmer

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Boris Palmer fordert in einem Interview, dass Zäune gegen unkontrollierte Einwanderung von Flüchtlingen errichtet werden sollen. Dafür muss der Tübinger OB nun Häme aus den eigenen Reihen einstecken. 

Die Grüne Jugend reagiert mit dem Bild eines pinkfarbenen Einhorns auf den Vorstoß von Boris Palmer. Foto: Screenshot StZ
Die Grüne Jugend reagiert mit dem Bild eines pinkfarbenen Einhorns auf den Vorstoß von Boris Palmer.Foto: Screenshot StZ

Stuttgart – Nach seinem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ wird der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer harsch aus den eigenen Reihen kritisiert. Palmer forderte in dem Gespräch einen härteren Kurs in der Flüchtlingspolitk. Die EU-Außengrenzen sollen nach dem Willen Palmers mit einem Zaun und europäischen Grenzschützern gesichert werden. Deutschland müsse die unkontrollierte Einwanderung beenden, sagte Palmer.

In der eigenen Partei stößt der OB mit seinen Ideen auf Widerstand, die Grünen reagieren mit Häme. Bei Twitter etwa postet die Grüne Jugend am Samstag ein Bild, das den Körper von Wladimir Putin auf einem pinkfarbenen Einhorn zeigt, das unter einem Regenbogen hindurch reitet. Auf den nackten Oberkörper haben sie den Kopf von Boris Palmer montiert. Dazu schreibt die Grüne Jugend: „Palmer will Zäune und weniger Ponyhof. Wir wollen weniger Zäune und konsequenten Menschrechtsschutz.“

Auch Volker Beck, innenpolitischer Sprecher bei den Grünen, rüffelt Boris Palmer bei Twitter. Der Bundestagsabgeordnete teilt in seiner Kurznachricht den Link auf die Meldung zum „Spiegel“-Interview. Dazu schreibt er: „Ich glaube, da hat ein südwestdeutscher OB zu viel Krummelus genascht.“

Mit den Krummelus spielt Volker Beck auf die Aussage von Palmer an, es seien „nicht die Zeiten für Pippi-Langstrumpf oder Ponyhof-Politik“. Krummelus-Pillen sind eine Wortschöpfung der schwedischen Schriftstellerin Astrid Lindgren. Sie sollen in den Pipi-Langstrumpf-Kinderbüchern dafür sorgen, dass die Freunde Pipi, Annika und Tommy nicht erwachsen werden.

Zwar sei er dafür, dass Deutschland großzügig Menschen in Not aufnehme, sagte Palmer in dem Interview - aber eben nicht alle. Seine Stadt Tübingen habe Probleme, den Andrang der Flüchtlinge zu bewältigen, betonte Palmer. In der Bevölkerung schwinde die Akzeptanz.

Der  Autor bei Twitter:
@joergbreithut

 

44 Kommentare Kommentar schreiben

Ach die Grünen...: Die Grünen wählen nicht den OB von Tübingen, sondern die Einwohner von Tübingen. Und diese Einwohner schart Palmer damit noch mehr um sich. ER wird garantiert wiedergewählt werden bei der nächsten OB-Wahl. Was man von den Grünen im Landtag noch nicht weiß.

Noch zwei weitere Details: Fraktionschef Hofreiter hat vorgestern auf der Pressekonferenz der Grünen Fraktionsvorsitzenden in Mainz auch etwas Interessantes gesagt, was man so noch nicht gelesen hat: „Flüchtlinge generell schneller reinlassen, alle Syrer ausnahmslos sogar ohne Individualprüfung, dann aber jeden über die Geheimdienste auf ihre Vergangenheit durchchecken lassen, siehe Bericht unter http://analogo.de/2016/02/12/gruene-fraktionsvorsitzende-fluechtlinge-schneller-reinlassen-dann-ueberpruefen/

Wer hat was gehört bzw. was sagen die Leute : Steht Palmers Wechsel zur CDU oder FDP aktuell an?

Wer hat was gehört bzw. was sagen die Leute!?: Frage ist doch, ob Herr Palmer zu seiner Meinung steht und sie auch äußert ohne gleich darauf zu kommen, die Partei zu wechseln. Herr Wolf denkt ja auch nicht dran zur AfD zu wechseln, wenn er anderer Meinung ist, wie seine "Chefin in Berlin".

ZutatenZutaten für einen "anständigen" Leserbrief: Hetzer, schäbig (schäbigst), Nazi, Rechter, Rechtspopulisten, Schießbefehl, Brandstifter, Rassist (passt überall!), schändlich, Fremdenhass, Braune, primitiv, Seehofer, Höcke, Petry. In Zukunft vielleicht noch "Hetzerknecht aus Tübingen"? Habe ich welche vergessen? Der absolute Renner scheint mir z. Z. das Wort "Hetze(r)" zu sein. Ein Muss.

Interessant: Fällt jedoch leider unter Kategorie vollkommene Einseitigkeit eines AfD-Wählers. Von Ihren Freunden kommt es mindestens so dick zurück. Deshalb ist Ihr Beitrag leider völlig wertlos.

Wenn man keine Argumente hat: versucht man halt den anderen lächerlich zu machen. Das Schlimme ist, dass die Argumentationslosen dann in den Medien als die Größten gefeiert werden. Ein Zeichen dafür, dass die Ideologisierung der Gesellschaft immer weiter fortschreitet. Der Ton wird immer rauher - am Ende gehen sie mit Knüppeln aufeinander los. Weimar lässt grüßen...

"Gefeiert": werden in den Medien und an den Stammtischen doch in erster Linie die empörten besorgten Wutbürger mit all ihren rassistischen Ressentiments. Wenn nun auch noch ein grüner Provinzbürgermeister wider besseren Wissens in die braungefärbte Kerbe zu hauen beginnt, um sich damit der Stimmen der Stammtische sicherer zu sein, dann muss er auch damit leben, kritisiert zu werden. Und allzu zimperlich ist er selbst schließlich auch nicht, wenn es darum geht, Kritik zu äußern.

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