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Das Modell des Städtebauprojekts Flugfeld Böblingen/Sindelfingen nimmt fast den ganzen Raum ein. Rund 80 Hektar groß ist die Konversionsfläche, auf der der neue Stadtteil der Städte Böblingen und Sindelfingen derzeit entsteht. Olaf Scholz, Geschäftsführer des Zweckverbandes, lässt es sich nicht nehmen, seinen Besuchern das Städtebauprojekt erst einmal quasi aus der Luft zu zeigen und auf die aktuellen Baufortschritte in den sechs Baufeldern hinzuweisen. Zwei der insgesamt fünf Baufelder sind bereits mit Leben erfüllt. Demnächst entscheidet sich auch, ob die beiden Städte Böblingen und Sindelfingen das neue Großklinikum auf dem Flugfeld direkt neben der Parkstadt Ost bauen werden.
Bei aller Euphorie macht natürlich auch Olaf Scholz die aktuelle wirtschaftliche Situation Sorge. Nachdem die Flächen für die Wohnungswirtschaft im Baufeld Parkstadt Ost nahezu komplett vergeben seien, will der Zweckverband jetzt auch verstärkt im gewerblichen Bereich nachziehen. „Dafür muss die gesamtwirtschaftliche Situation aber stimmen”, weiß Scholz. Die letzte Finanzkrise und das Debakel um die Investmentbank Lehman Brothers hatten ihn bei der Vermarktung der Gewerbeflächen schon einmal zwei Jahre zurückgeworfen. Er gibt sich aber zuversichtlich. „Eigentlich läuft alles ganz gut, auch wenn die ganze Region die Verunsicherung auf dem Markt spürt, sobald es um bedeutende Neuansiedlungen von mehr als 100 Arbeitsplätzen geht.” Viele Unternehmer würden aus Sorge um die Zukunft Investitionsentscheidungen nach wie vor nur zögerlich treffen und auf die lange Bank schieben, ist seine Erfahrung.
Die Grundstücke auf dem Flugfeld Böblingen/Sindelfingen hätte Olaf Scholz schon mehrfach verkaufen können. Manche potenzielle Interessenten würden ihm die Flächen sofort abnehmen, wären da nicht die Rahmenbedingungen: kein großflächiger Einzelhandel und keine Logistikunternehmen im Dreischichtbetrieb. Aber auch der Grundstückspreis schreckt potenzielle Investoren manchmal ab. „Wer zahlt schon freiwillig 250 Euro pro Quadratmeter, wenn er am Rande der Region ein Grundstück für 80 Euro bekommt”, ärgert sich Scholz ein wenig. Kritisiert werden von ihm dabei vor allem jene Gemeinden außerhalb der Region, die für eine Gewerbeansiedlung „einfach kostbaren Ackerboden” versiegelten, während auf dem Flugfeld erst für teures Geld die Hinterlassenschaft eines jahrzehntelangen Militärbetriebs beseitigt werden musste, bevor gebaut werden konnte.



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