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zum Thema
Stuttgart - Am Ende des Tages, da er in den EnBW-Deal eingeweiht wird und die Milliarden dafür freigeben muss, verlässt Willi Stächele der Ernst. "Na denn, Prost", witzelt der Finanzminister, als irgendwann um Mitternacht alles klar ist. Nicht, dass - soweit bekannt - auf den Rückkauf des halben Energiekonzerns von der Electricité de France (EdF) angestoßen worden wäre.
Auch ohne Sekt wirken die Akteure Zeugen zufolge wie beschwipst, ja fast trunken von ihrem Coup. Ein famoses Geschäft werde das Land da machen, jubeln Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) und seine Berater, der Kaufpreis von 41,50 Euro je EnBW-Aktie sei geradezu ein Schnäppchen. Die Papiere hätten schließlich schon mal bei 60 Euro notiert und könnten dieses Niveau wieder erreichen, verkündet Mappus fortan - und argumentiert so bis heute. Nur Stächele kommt die Euphorie etwas merkwürdig vor: Ausgerechnet die ausgebufften Franzosen sollten sich auf einen Deal zu ihrem Nachteil einlassen, also gleichsam zu Wohltätern Baden-Württembergs werden? Das sei doch schwer vorstellbar.


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@ AG
Sie schreiben: "Bei der Versorgung hat "der freie Markt" meiner Meinung nach nichts verloren." Na dann sind wir uns doch einig. Was ich beschrieben oder postuliert habe, ist ja eben kein freier, sondern ein staatlich reglementierter Markt, wo die Regeln jederzeit so nachjustiert werden, dass gesellschaftlich wünschbare Ergebnisse rauskommen, d.h. z.B. sich abzeichnende Fehlentwicklungen rechtzeitig gestoppt werden. Das passiert heute ja leider nicht, weil wirtschaftliche Besitzstände bei uns fast sakrosankt geworden sind und der Staat in vielen Bereichen nicht mehr willens oder nicht mehr stark genug ist, um sich gegen die Wirtschaftslobby durchzusetzen.
@16:27 Uhr, geschrieben von Karl Heinz Siber
Schön, dass sich selbst in diesem Forum zwei Menschen unterschiedlicher Meinung einigermaßen gepflegt austauschen können. Danke. Grundsätzlich teile ich Ihre Meinung was die Steuerung der Wirtschaft angeht. Ich bin sicher kein Marktregulierer. Eher das Gegenteil. Aber genau deswegen, bin ich bei Versorgerbetrieben anderer Meinung. Bei der Versorgung hat "der freie Markt" meiner Meinung nach nichts verloren. Übrigens: Die Post fehlt nicht. Die wird's in den nächsten Jahren wahrscheinlich nicht mehr geben.
@ AG
Danke für Ihre ausführliche Antwort, die mich klarer sehen lässt, was Ihre Beweggründe betrifft. Ich bin nicht der Meinung, dass Versorgungsbetriebe in öffentlicher Hand sein müssen. (In Ihrer Aufzählung fehlt nur noch die Post.) Ich habe die Beamtenbahn und die Beamtenpost noch ganz gut in Erinnerung und wünsche mir beide nicht zurück. Wenn der Staat die Rahmenbedingungen vorgibt und die Einhaltung fairer Regeln streng genug überwacht, können Privatunternehmen (natürlich keinesfalls börsennotiert) in der Strom- und Wasserversorgung vermutlich effizienter, marktorientierter und flexibler agieren als Staatsunternehmen. Bei der Stromproduktion liegt die Sache doch ganz einfach: Der Staat stellt durch Restriktionen (z.B. Verbot von Atomstrom) und Anreize (Förderung erwünschter Energieträger und -techniken) die Weichen für die Energiewende, die Wirtschaft setzt sie um. Das Problem war doch in Baden-Württemberg bis vor kurzem, dass die Politik nur noch die Erfüllungsgehilfin wirtschaftlicher Interessen war. Das wird sich unter grün-rot hoffentlich ändern (oder auch nicht, solange Figuren wie Herr Schmiedel noch etwas zu bestellen haben).