Formel 1 Start frei zur nächsten Gipfelfahrt

Fabian Hansen, Melbourne, 15.03.2013 21:16 Uhr

Stuttgart - Jenson Button konnte es kaum noch erwarten. „Es wird Zeit, dass es losgeht. Damit wir endlich wissen, wo wir stehen.“ So ahnungslos ist der technisch hochgerüstete Formel 1-Zirkus noch nie in eine neue Saison gestolpert wie diesmal. Die Winter-Testfahrten waren wegen der kurzlebigen Reifen wenig aufschlussreich. Hätte man nur die Bestzeiten als Vergleichsmaßstab herangezogen, wäre Mercedes vor Ferrari und McLaren gelegen. Und Red Bull irgendwo im Mittelfeld.

Doch der Ferrari-Chefdesigner Nicolas Tombazis winkt ab: „Wir hatten nie Zweifel daran, dass Red Bull stark sein wird.“ Am ersten Trainingstag zum Großen Preis von Australien (Sonntag, 7 Uhr/RTL) war Schluss mit Tarnen und Täuschen. Da mussten alle ihre Karten halbwegs aufdecken. Zum ersten Mal konnten die Fahrer auch Dauerläufe abspulen, die verwertbare Daten lieferten. Und da sah die Reihenfolge schon anders aus.

Red Bull ist weiter die Nummer eins. Mit einem Abstand, der die Konkurrenz schockierte. Mercedes lag eine halbe Sekunde zurück, Ferrari eine ganze. Den beiden Lotus fehlten 1,5 Sekunden, den McLaren zwei. Button wird die Antwort auf seine Frage also nicht gefallen haben. Der Engländer braucht in Melbourne schon ein totales Wetterchaos, wenn er zum vierten Mal den Grand Prix in gewinnen will.

Vettel hängt Teamkollegen Webber ab

Sebastian Vettel fuhr seine Bestzeiten im Red Bull mit Leichtigkeit und zwei Handicaps. Auf seiner schnellsten Runde funktionierte Kers, also der Elektroschub vom Hydridantrieb, nur zum Teil. Der Weltmeister konnte nicht die vollen 82 Zusatz-PS abrufen. Und er musste seine erste Runde auf den superweichen Reifen abbrechen, weil ihm ein Williams im Weg stand.

Nach einer Abkühlrunde nahm Vettel zum zweiten Mal Anlauf und hängte seinen Teamkollegen Mark Webber um 0,264 Sekunden, den Mercedes-Piloten Nico Rosberg um 0,414 Sekunden, Kimi Räikkönen um 0,453 Sekunden und Fernando Alonso um 0,840 Sekunden ab. Bei Alonso brach die weiche Reifenmischung bereits zum Schluss der ersten fliegenden Runde ein.

 
 
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