Forschung in Stuttgart Hotels der Zukunft

Von Ralf Recklies 

Wenn Visionen wahr werden: Selbst einchecken am Terminal, das Handy als Zimmerkarte - Betriebe im In- und Ausland setzen Ideen um, die in Kooperation mit dem Stuttgarter Fraunhofer-Institut entstehen.

Das mit dem Fraunhofer-Institut entwickelte Konzept des Wiener Hotels Schani geht auf:  Gerne nutzen die Gäste den multifunktionalen Bereich der Eingangsebene. Foto: Kurt Hoerbst
Das mit dem Fraunhofer-Institut entwickelte Konzept des Wiener Hotels Schani geht auf: Gerne nutzen die Gäste den multifunktionalen Bereich der Eingangsebene.Foto: Kurt Hoerbst

Stuttgart - Das Hotel Schani ist eine der jüngsten Herbergen in Wien – und es gilt als eine der modernsten und innovativsten in der Metropole an der Donau. Einige der Ideen, die in dem Haus der Hoteliersfamilie Komarek umgesetzt wurden, sind im Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) entwickelt worden. Unter der Leitung der Architektin und Stadtplanerin Vanessa Borkmann arbeitet ein IAO-Team in Kooperation mit Hotels und anderen Partnern an dem Projekt „Future Hotel“. Das IAO nimmt dabei die gestaltende Rolle ein und koordiniert die Forschungsarbeit.

In dem Hotel im Quartier Belvedere gibt es beispielsweise eine komplette Etage, in der innovative Konzepte, wie sie auch in anderen Stockwerken zu finden sind, nicht nur angewendet, sondern auf Basis der Gästeerfahrungen kontinuierlich modifiziert werden. Die Steuerung der gesamten Technik erfolgt in den Zimmern dieser Etage schon heute mit Hilfe eines Tablets. „Das war nicht ganz einfach umzusetzen“, sagt die Hotelierin Anita Komarek. Aber die Gäste seien rundweg begeistert, wenn sie quasi mit einem Fingerwisch die Farbe und Intensität des Lichts oder den Fernseher bedienen könnten.

Gäste können sich ein Zimmer aussuchen

Schon das Einchecken im Hotel Schani ist für viele Gäste ein Erlebnis – mitunter aber auch eine Herausforderung. Denn nicht ein Mitarbeiter an der rund um die Uhr besetzten Kombination aus Bar und Rezeption erledigt die Formalitäten. Das übernehmen die Gäste selbst an einem Terminal. „Wer damit nicht zurechtkommt, kann sich natürlich jederzeit an einen unserer Mitarbeiter wenden“, sagt Anita Komarek und ergänzt: „Gerade unsere älteren Gästen finden es aber meist sehr interessant, den Check-in selbst zu machen.“ Zumal die Gäste das vorab reservierte Zimmer vor Ort individuell auswählen können. „Je nach Wunsch können sie die Etage oder die Lage, ob zur Straße oder zum Hof hin, selbst wählen – je nach Verfügbarkeit“, erklärt Komarek.

Wer möchte, kann sein Handy während des Hotelaufenthalts als elektronischen Zimmerschlüssel nutzen. Wer es etwas weniger modern mag, kann sich auch ganz klassisch eine Zimmerkarte ausdrucken lassen, mit der er dann Zugang zu seiner Unterkunft auf Zeit erhält. Die Räume sind freundlich, bunt und funktional eingerichtet, aber – mit Ausnahme der zehn Maisonettezimmer – nicht sehr geräumig. Die Gäste nutzten sie oft nur zum Schlafen und um sich frisch zu machen, sagt Komarek.

Dafür bietet das Hotel auf der Ebene im Eingangsbereich eine rund um die Uhr besetzte Bar sowie Sessel, Sofas und andere Sitzmöglichkeiten. Auf einer über eine Treppe erreichbare Ebene gibt es darüber hinaus einen Co-Working-Space, der allen Gästen zur Verfügung steht – sowie allen Wienern, die kein Büro haben und mit ihrem Laptop mobil arbeiten.

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