Fotografie Ricoh Imaging präsentiert die neue Pentax K70

Von Oliver Rauls 

Im Hinblick auf die noch im September stattfindende weltgrößte Fotoausstellung, der Photokina in Köln, zeigen die Hersteller wie Canon, Nikon und Ricoh (Pentax), dass die Spiegelreflexkamera noch einiges an Potential zu bieten hat. Ricoh stellt mit der Pentax K70 eine Kamera vor, die den Vergleich mit einer professionellen Vollformat-Kamera nicht scheuen muss.

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Foto: Oliver Rauls

Unscheinbar wirkt sie, die K70. Selbst mit dem 18-135mm Objektiv hat sie immer noch kompakte Maße. Und schwer ist sie auch nicht. Aber sie fasst sich schon gut an. Ja, die hochwertig anmutende Haptik passt perfekt für meine Hand. Der Griff ist ein richtiger Griff und die Kombination des Body mit dem 18-135mm Zoom-Objektiv ist gut ausbalanciert.

Kurz über die technische Daten geflogen, schon fällt mir die enge Familienbande mit der Pentax K3 und K3-II auf. Was erwartet den User denn nun? In erster Linie lässt sich die K70 als die kleine Schwester der K3 und K3-II einstufen. Der bekannte 24,4 MP APS-C CMOS Sensor mit Bildstabilisator ohne Tiefpassfilter ermöglicht detailreiche Abbildungen bis ISO102.400 und bis 6 Bildern pro Sekunde im Serienbildmodus.

Doch das ist noch nicht alles. Ricoh hat auf die Anregungen seiner Kunden reagiert und ein dreh- und schwenkbares Display verbaut. Wifi-Anbindung ist Serie, genauso wie das verbaute GPS-Modul. Freilich wäre dies sinnlos ohne die 100 Dichtungen, die die Pentax vor Staub und Spritzwasser schützen. Dies macht die Kamera äußerst interessant für alle Fotografen, die viel auf Reisen oder in der Natur unterwegs sind.

Wie schon in der Pentax K3-II finden wir die Pixel Shift Resolution wieder. Bei jedem Auslösen werden vier Aufnahmen gemacht, der Sensor verschiebt sich dabei um ein Pixel nach oben, nach rechts und nach unten und errechnet daraus ein Einzelbild. Freilich gelingt das durch den exzellenten Bildstabilisator sehr oft aus der Hand, wer aber bis ins kleinste Detail knackscharfe Bilder mag, setzt die Pentax hierfür auf ein Stativ. Überragende Ergebnisse sind garantiert.

Schnell haben wir die Kamera durch das sehr einfach und intuitiv gestaltete Menu eingestellt. Hierbei fällt die Individualisierung auf, es können Schriftgrößen und Hintergrundfarben gewählt werden. Auch eine rote Nacht-Ansicht des Displays ist möglich. Haben wir die App installiert und die Kamera verbunden, lässt sich die K70 fernbedienen. Natürlich können Fotos auch gleich auf das Smartphone oder das Tablet verschoben werden.

Drei verschiedene Profile sind bereits in der Kamera hinterlegt, die spielend auf jedermanns Geschmack verändert werden können. Meines Erachtens ist der benutzerdefinierte Modus Landschafts-HDR etwas zu ausgeprägt, dies ist allerdings Geschmackssache. Ganz fein jedoch ist die Einstellung Monochrom. Hier stimmt alles von Kontrast bis Kantenschärfe. Das hat Pentax super gelöst.

Die Pentax K70 wird als Einsteiger-Spiegelreflexkamera deklariert. Das kann und will ich auch so stehenlassen. Aber dafür reicht das technische Spektrum sehr sehr weit. Der Sensor samt Prozessor ist eine tolle Kombination, das hier getestete 18-135mm Zoom Objektiv deckt einen sehr großen Brennweitenbereich ab. Die Kombination aus der staub- und spritzwassergeschützten Kamera, GPS und Wifi-Anbindung unterstreicht ihren sehr robust anmutenden Outdoor-Charakter. Der schwenkbare Monitor löst fein auf und die kompakten Maße der K70 runden das stimmige Bild ab. Der Einsteiger wird sehr zufrieden sein mit der Kamera und sich aufgrund der schnell zu erzielenden guten Bildergebnisse schnell von den Automatiken abwenden. Und dann spielt die Pentax ihr gesamtes, semiprofessionelles Programm ab. Und auch der Geldbeutel freut sich. Die Pentax K70 mit dem hier getesteten 18-135mm Zoom-Objektiv kostet bei Photo-Planet in Stuttgart, Pforzheim oder Leonberg nur 999.-€.

Das überzeugt!