Fototipps Das Ärgernis Bildrauschen

Von SIR 

Schnappschüsse aus dem Urlaub haben es, mehr noch Fotos im schummrigen Abendlicht und am meisten Langzeitbelichtungen über mehrere Sekunden: Bildrauschen. Dieses technische Problem jeder Digitalkamera kann nicht völlig unterdrückt werden.

Hier sieht man deutlich, wie sich Bildrauschen durch hohe Empfindlichkeit(ISO) auswirkt. Foto: Franzis Verlag
Hier sieht man deutlich, wie sich Bildrauschen durch hohe Empfindlichkeit(ISO) auswirkt.Foto: Franzis Verlag

Stuttgart - Schnappschüsse aus dem Urlaub haben es, mehr noch Fotos im schummrigen Abendlicht und am meisten Langzeitbelichtungen über mehrere Sekunden – Bildrauschen.
Dieses technische Problem jeder Digitalkamera kann nicht völlig unterdrückt werden.

Woher kommt eigentlich Bildrauschen? Wie es sich auswirkt, wissen Sie vermutlich. Vergrößern Sie einfach einmal ein mit hohem ISO-Wert (ISO 800 oder mehr) aufgenommenes Foto auf dem Monitor. Je größer die Darstellung, desto deutlicher werden feine, punktartige Strukturen vor allem in dunklen Bildbereichen sichtbar.

Vergleichbar ist das Grundrauschen eines Kamerasensors mit dem mehr oder weniger hörbaren Rauschen eines Mikrofons. Je besser das Mikro ist, desto weniger wahrnehmbar ist das Rauschen aus den Lautsprechern. Das Rauschen hat in beiden Fällen seine Ursache in elektrischen Spannungen und der Umwandlung der von der Aufnahmeeinheit empfangenen Ton- (beim Mikrofon) bzw. Lichtsignale (bei der Digitalkamera). Das Bildrauschen lässt sich am Computer mithilfe der Bildbearbeitung zwar nicht völlig wegretuschieren, aber zumindest eindämmen. Diese Korrektur geht allerdings immer mit mehr oder weniger hohen Schärfeverlusten einher.

Bildrauschen hat grundsätzlich immer mit der elektronischen Signalverarbeitung zu tun. Der Kamerasensor empfängt Licht, das in digitale Signale umgewandelt wird. Auf dem Weg vom analogen Signal (Licht) bis zum digital gespeicherten Datensatz entsteht Rauschen. Im Prinzip ist immer die Signalverarbeitung bzw. -verstärkung für das Rauschen verantwortlich.
Je mehr ein Lichtsignal verstärkt werden muss, um verwertbare Daten zu erhalten, desto mehr Rauschen entsteht. Bei hohen ISO-Werten – Kompaktkameras produzieren schon ab ISO 200 sichtbares Rauschen – ist die Signalverstärkung besonders hoch.

Eine zweite Ursache für das Bildrauschen ist die Erwärmung des Sensors bzw. der Signalverarbeitungselektronik.

Je wärmer Sensor und Elektronik sind, desto mehr rauscht es im Bild. Die eindeutige Trennung der Bildsignale von diesem Rauschen ist übrigens in den hellen Bildbereichen immer besser als in dunklen Sektoren. Deshalb auch der Tipp für die aktuellen Kameras mit Livebild- Vorschau auf dem Display: Arbeiten Sie mit der Live-Vorschau nur, wenn es nicht anders geht. Denn bei der Darstellung des Livebilds wird ständig Strom verbraucht, und die Kamera erwärmt sich im Inneren. Der Effekt ist zwar nicht allzu ausgeprägt, wenn Sie jedoch möglichst perfekte, rauschfreie Bilder wünschen, achten Sie auch auf dieses Detail. Geht es dagegen um einige spaßige Schnappschüsse auf der Familienfeier, kann man das Bildrauschen getrost ignorieren. Um die Erhitzung des Sensors vor der Aufnahme zu verhindern, müsste Ihre Kamera über einen optischen Sucher verfügen.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Kamera erst kurz vor der Aufnahme einzuschalten und sich beim Festlegen des Bildausschnitts und beim Auslösen zu beeilen. Da viele digitale Kompaktkameras elektronische Sucher verwenden und keine optischen Sucher haben, sollte bei kritischen Motiven und Einstellungen (Dunkelheit/Nacht, hohe ISOEmpfindlichkeit) zwischen dem Einschalten der Kamera und dem Auslösen nicht zu viel Zeit vergehen.

Wie Sie Bildrauschen reduzieren

• Eine etwas bessere Beleuchtung oder der richtige Blitzeinsatz kann die Entstehung von Bildrauschen reduzieren. Achten Sie vor allem bei Kompaktkameras auf eine ausreichende Beleuchtung.

• Verzichten Sie bei rauschanfälligen Kameras – ob Ihre dazugehört, sagen Ihnen nicht nur Testberichte, sondern auch Ihre Erfahrungen – auf ISO-Werte oberhalb von 200. Das begrenzt das Rauschverhalten.

• Nutzen Sie bei digitalen Spiegelreflexkameras nicht die höchstmöglichen ISO-Werte, wenn Sie Rauschen vermeiden möchten.

• Das Zusammenwirken verschiedener Kunstlichtquellen (Raumbeleuchtung und Blitz) kann das Farbrauschen auf Hautpartien deutlich verstärken. Versuchen Sie, anders auszuleuchten.

• Machen Sie Langzeitbelichtungen mit niedrigem ISO-Wert und achten Sie wegen der zu erwartenden langen Verschlusszeiten auf Erschütterungsfreiheit. Öffnen Sie den Verschluss über einen Fernauslöser, damit Sie die Kamera nicht berühren müssen (Verwacklungsgefahr), und platzieren Sie das Stativ z. B. auf einem Steinboden. 

Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von dem Franzis Verlag zur Verfügung gestellt.