Fototipps Faktoren für die Bildqualität

Von SIR 

Wie beurteilt man die Bildqualität eines Fotos? Neben technischen Aspekten der Kamera spielt auch die Güte des Objektives eine zentrale Rolle.

Direkter Vergleich zwischen einem Sensor im Kleinbildformat(Vollformat) und dem typischen Sensor einer Kompaktkamera. Foto: Franzis Verlag
Direkter Vergleich zwischen einem Sensor im Kleinbildformat(Vollformat) und dem typischen Sensor einer Kompaktkamera.Foto: Franzis Verlag

Stuttgart - Wie beurteilt man die Bildqualität eines Fotos?

Bei der Einführung der digitalen Fotografie diskutierte man darüber, ob analoge oder digitale Fotos die Wirklichkeit realistischer wiedergeben. Die Bildqualität eines Farbdias ist weniger vom Film als vielmehr von der verwendeten Kamera und deren Objektiv abhängig. Hätte man Mitte der 1990er-Jahre den Film einer einfachen analogen Kamera gegen einen Sensor ausgetauscht, wäre die Qualität der digitalen Aufnahme im Vergleich zu einem perfekt belichteten Dia oder Negativ jämmerlich gewesen.

Man hätte mit Bildrauschen, geringem Farb- und Kontrastumfang und schlechter Farbwiedergabe leben müssen. Seit dieser Zeit haben sich Sensoren und digitale Kameras enorm weiterentwickelt, sodass die Qualitätsdiskussion irrelevant geworden ist. Der Kampf um das bessere System ist entschieden, wie die ständig steigenden Absatzzahlen für Digitalkameras und die permanent sinkenden Verkäufe analogen Filmmaterials beweisen. Geht es jedoch um Vergrößerungen, bietet die analoge Fotografie nach wie vor Vorteile.

Die Bildqualität einer digitalen Aufnahme hängt immer von mehreren Faktoren ab. Neben technischen Aspekten wie Auflösung und Datenkompression , die Sie im Kameramenü einstellen können, spielen die Güte des Objektivs (sehr wichtig) und die interne Verarbeitungssoftware der Kamera entscheidende Rollen für die Schärfe sowie die Detail- und Farbwiedergabe. Verwenden Sie den Ausschnitt eines Fotos, das mit einer 5-Megapixel-Kamera aufgenommen wurde, für eine Vergrößerung, sind die Grenzen aufgrund immer deutlicher werdender Pixelstrukturen sehr eng gesteckt. Ein gut gemachtes Dia oder Negativ hat hier weit mehr Potenzial, wenn es fachmännisch vergrößert wird.

Fläche und Pixelzahl der Sensoren von sehr preiswerten Digitalkameras sind zu klein, um mit einer Filmvergrößerung vergleichbare Ergebnisse zu erzielen. Zwar ist es grundsätzlich möglich, mithilfe des Computers den Bildausschnitt zu wählen und zu vergrößern. Da aber aus der tatsächlich vorhandenen Anzahl von Bildpunkten nur auf künstlichem Weg neue Zwischenpunkte errechnet (interpoliert) werden, leidet mit zunehmendem Vergrößerungsfaktor die Bildqualität überproportional.

Während die sichtbar werdenden Pixelstrukturen und die verwaschenen Kontrastkanten eines vergrößerten Digitalfotos einfach unschön sind, wirkt das mit starker Vergrößerung deutlicher werdende Filmkorn aus ästhetischer Sicht angenehmer.

Profis arbeiten, wenn sie Vorlagen für großformatige Magazinanzeigen oder Plakate erstellen müssen, oft noch mit analogen Mittel- oder sogar Großformatkameras , bei denen genug Bildfläche zur (Ausschnitt-) Vergrößerung zur Verfügung steht. Allerdings haben sich die digitalen Profisysteme in der letzten Zeit so stark weiterentwickelt, dass viele Profis in sogenannte digitale Rückteile für ihre vorhandene Mittel- und Großformatausrüstung investieren. Auflösungen von weit über 20 Megapixeln sind bereits gang und gäbe – und auch notwendig für Großformatmotive. Wenn Sie sich als Amateurfotograf bei Fotoabzügen jedoch in den Bereichen bis etwa 20 x 30 cm bewegen, sollte es mit einer guten Kamera der 6- bis 10-Megapixel-Klasse keine Probleme geben.

Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von dem Franzis Verlag zur Verfügung gestellt.