Frankfurter Buchmesse Branche fordert bessere Bedingungen für Verlage

Von red/dpa 

Die Verlagswelt trifft sich in dieser Woche in Frankfurt. Vor der offiziellen Eröffnung der Leitmesse wird die Renaissance des Buches gefeiert. Wünsche an die Politik gibt es auch.

Die Frankfurter Buchmesse erwartet dieses Jahr mehr Aussteller als im Vorjahr. Foto: dpa
Die Frankfurter Buchmesse erwartet dieses Jahr mehr Aussteller als im Vorjahr. Foto: dpa

Frankfurt/Main - Die deutsche Buchbranche fordert von der künftigen Bundesregierung mehr Einsatz für eine unabhängige und lebendige Verlagslandschaft. „Es geht um nichts Geringeres als die Qualität der Bildung“, sagte der Vorsteher des Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, am Dienstag in Frankfurt. Am Abend wollten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron gemeinsam die Frankfurter Buchmesse eröffnen. Diese erwartet dieses Jahr mehr Aussteller als im Vorjahr.

Nur wenn Verlage auch eine marktgerechte Vergütung erhielten, könnten sie in Literatur und innovative Vertriebsmodelle investieren, sagte Riethmüller. Er kritisierte die vom Bundestag im Sommer beschlossenen Einschränkungen des Urheberrechts. Wenn etwa Kindergärten und Hochschulen bestimmte Anteile von digitalen Werken kostenlos zusammenstellen dürften, sei dies ein schwerer Schlag für die rund 600 Bildungs- und Wissenschaftsverlage.

Die 69. Frankfurter Buchmesse rechnet in diesem Jahr mit einer leichten Steigerung der Ausstellerzahl um gut zwei Prozent. Insgesamt werden zur weltgrößten Bücherschau, die vom Mittwoch bis Sonntag dauert, rund 7300 Anbieter aus mehr als 100 Ländern erwartet, wie Buchmesse-Direktor Juergen Boos sagte. Ehrengast ist Frankreich, es sind allein 200 Schrifsteller aus der frankophonen Welt angekündigt. Die Veranstalter rechnen mit insgesamt rund 270 000 Besuchern.

Das Buch erlebt die „weltweit beste Zeit seit 50 Jahren“

Angesichts eines erstarkten Rechtspopulismus und Fake News komme den den Verlagen eine wichtige Rolle zu, sagte Boos. „Wir liberal-demokratisch gesinnte Büchermenschen müssen in Zeiten, in denen ... die Verbreitung von Angst und Hass wieder gesellschaftsfähig wird, mit attraktiven Gegenentwürfen antworten“, sagte Boos. Auch Riethmüller betonte, dass Verlage und Buchhandlungen verlässliche Informationen lieferten und den gesellschaftlichen Dialog förderten.

Das Buch erlebe seine „weltweit beste Zeit seit 50 Jahren“, sagte der Chef des weltgrößten Publikumsverlags Penguin Random House, Markus Dohle. Die Buchmärkte seien in den vergangenen Jahren in den meisten Ländern langsam, aber kontinuierlich gewachsen und es habe sich eine „gesunde Koexistenz“ zwischen gedruckten und digitalen Büchern entwickelt.

Besonders positiv stimmt Dohle, dass Kinder- und Jugendbücher in den wichtigen Märkten zu den am schnellsten wachsenden Kategorien zählten. „Geschichten erzählen und Geschichten konsumieren, wird auch in den kommenden Generationen wichtig sein.“ Die Renaissance des gedruckten Buches sei auch erfreulich, weil sie den Buchhandel stabilisiere. Der Buchhändler vor Ort sei immer noch der wichtigste Ort für Leser, um neue Geschichten zu entdecken.