Frauenwohnheim Stuttgart Das Frauenhaus sucht selbst Zuflucht

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Bis Sommer braucht der Verein Frauen helfen Frauen neue Räume. Die Nachfrage nach dem Schutzraum ist weiterhin ungebrochen.

Die Tage des Frauenhauses an seinem jetzigen Standort sind gezählt Foto: Michael Steinert
Die Tage des Frauenhauses an seinem jetzigen Standort sind gezähltFoto: Michael Steinert

Stuttgart - Eigentlich bietet das autonome Frauenhaus anderen Zuflucht, derzeit aber ist die Einrichtung selbst auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Der bisherige Eigentümer hat das Gebäude verkauft, die Stadt als Mieterin war daraufhin gezwungen, dem Verein Frauen helfen Frauen zu kündigen. Die Einrichtung, die Platz für 18 Frauen und 22 Kinder bietet, braucht neue Räumlichkeiten, die bis spätestens Anfang Juli bezogen sein müssen. Bei unseren Anforderungen ist es schwierig, eine Bleibe zu finden“, sagt die Mitarbeiterin Heidi Graf-Knoblauch. Gefahndet wird nach einem großen Gebäude mit 1500 bis 1800 Quadratmetern, mit Schulen, Kita und Jobcenter in der Nähe und einer guten öffentlichen Anbindung.

Keine Reaktion auf Anzeigenschaltung

„Wir brauchen ein Gebäude mit Wohnheimcharakter, in diesem Bereich aber ist der Markt leer“, sagt der Leiter des Liegenschaftsamtes Thomas Zügel. Ein Objekt sei im Gespräch, dabei handele sich allerdings nur um eine Interimslösung für drei Jahre. „Wir haben eine Anzeige geschaltet, aber keine Reaktion bekommen“, sagt Zügel. Zur Lage des Interimsgebäudes macht der Amtsleiter keine Angaben, da auch die bisherige Adresse des Frauenhauses nicht öffentlich bekannt gemacht wird, um die Frauen vor Angriffen zu schützen.

Die Nachfrage nach Plätzen in dem autonomen Frauenhaus – die Stadt Stuttgart unterhält selbst noch ein zweites – ist ungebrochen. „Wir sind immer voll, unsere Belegungsquote liegt bei 95 Prozent“, sagt Graf-Knoblauch. Im Durchschnitt gehen täglich zwei Anfragen ein. Ist das Stuttgarter Haus voll, vermitteln die Mitarbeiterinnen weiter, jeden morgen wird in den Frauenhäusern in ganz Baden-Württemberg abgefragt, wo Plätze frei sind.

Unterkunft und Hilfe in rechtlichen Angelegenheiten

Die 29 Jahre alte Selma Müller (Name geändert) ist über eine Freundin zum autonomen Frauenhaus gekommen. Die junge Frau ist tief verschleiert, aber in ihren Äußerungen alles andere als konservativ. Die Algerierin ist als Au-Pair-Mädchen nach Deutschland gekommen, schnell haben Freunde ihrer Familie die Heirat mit einem Landsmann arrangiert. Eine Tochter kam zur Welt, nach sieben Jahren aber ging die Ehe in die Brüche. „Mein Mann hat mich von der Außenwelt abgeschottet.“ Als die 29-Jährige nach der Trennung für sieben Wochen zu ihrer schwer kranken Mutter nach Algerien flog, zwang der Mann sie, die Tochter bei ihm in der Region Stuttgart zu lassen – und als sie zurückkam, wollte er ihr die Tochter nicht mehr überlassen. „Er hat sich jahrelang nicht um sie gekümmert und plötzlich sollte sie bei ihm bleiben.“ Selma Müller floh mit der Tochter ins Frauenhaus, bekam dort nicht nur Unterkunft, sondern vor allem Hilfe in dem Rechtsstreit mit ihrem Mann um das Sorge- und Umgangsrecht. „Ich will ihm die Tochter auf keinen Fall überlassen, weil ich merke, dass er versucht, sie klein zu halten.“

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Männerhäuser: .... und warum gibt es keine Männerhäuser? Häusliche Gewalt kennt kein Geschlecht: Zum Thema häusliche Gewalt: Der Spiegel: Eine wissenschaftliche Studie: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,718585,00.html Dort kann man unter anderem nachlesen: Fast ein Drittel der Frauen und Männer hatten ihre Partner innerhalb eines Jahres tätlich angegriffen. In den häufigsten Fällen ging die Gewalt von beiden gleichermaßen aus. Auf Platz zwei folgten jedoch Attacken, die nur von Frauen ausgingen. Gewiß, über häusliche Gewalt gegen Männer zu sprechen, ist eines der größten Tabusin unserer Gesellschaft. Es gibt jedoch trotzdem eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Studien dazu. Erwähnt werden sie selten oder nie. Ist halt ein Tabu. . Einfach mal in Google eingeben: 'häusliche Gewalt gegen Männer' Der Spiegel: Eine wissenschaftliche Studie: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,718585,00.html Fast ein Drittel der Frauen und Männer hatten ihre Partner innerhalb eines Jahres tätlich angegriffen. In den häufigsten Fällen ging die Gewalt von beiden gleichermaßen aus. Auf Platz zwei folgten jedoch Attacken, die nur von Frauen ausgingen. Auch das ist interessant: http://www.novo-magazin.de/45/novo4522.htm Tatsächlich aber geht körperliche Gewalt in der Partnerschaft zum überwiegenden Teil von Frauen aus, nicht von Männern. Insgesamt 95 wissenschaftliche Forschungsberichte, 79 empirische Studien und 16 vergleichende Analysen in kriminologischen, soziologischen, psychologischen und medizinischen Fachzeitschriften aus den USA, Kanada, England, Dänemark, Neuseeland und Südafrika zeigen auf, dass in Beziehungen die Gewalt entweder überwiegend zu gleichen Teilen von beiden Partnern oder aber hauptsächlich von der Frau ausging. Die Studien stimmen in ihren Erkenntnissen so deutlich überein, dass in der Fachwelt an diesen Verhältnissen nicht der geringste Zweifel mehr existiert. Dass weder Öffentlichkeit noch Politik diese wissenschaftlichen Ergebnisse bisher zur Kenntnis genommen haben, ist vermutlich einer der größten Skandale in der Geschlechterdebatte überhaupt. weniger

Kinder brauchen beide Eltern: In der Praxis sind es eben doch die Mütter, die die Kinder als Druckmittel gegen den Vater benutzen wollen. Manche Frauen beantragen das alleinige Sorgerecht nur, weil sie mit dem alleinigen Sorgerecht ihre Macht ausspielen können. Im Frauenhaus werden sie zum Missbrauch ihrer Macht angeleitet. Gut, wenn der Gestzgeber hier einen Riegel vorgeschoben hat. Kinder brauchen beide Eltern.

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