Was lange währt, wird endlich gut. Sieben Jahre Planung und vier Jahre Bauzeit lagen zurück, als der Vorstandssprecher der Stuttgarter Straßenbahnen AG, Wolfgang Arnold, den neuen Stadtbahnabschnitt zwischen Zuffenhausen und Stammheim am Samstag einweihte. Bei Feuerwerk und Festmusik fuhren zwei mit Girlanden geschmückte Stadtbahnen erstmals offiziell an der Haltestelle "Zuffenhausen Rathaus" ein. Die Zuschauer, die dicht gedrängt an der Rampe standen, applaudierten erleichtert. "Jetzt hammer"s g"schafft", raunte ein Zuschauer seinem Nachbarn zu.
"Es ist ein historischer Tag", sagte Arnold. "Ich gratuliere den Zuffenhäuser und Stammheimer Bürgern zu dieser eleganten Strecke." Für die Mobilität der Menschen sei eine nachhaltige Infrastruktur notwendig, und auch Handel und Gewerbe könnten davon profitieren. Er erinnerte aber auch daran, dass in der Planungsphase lange und teilweise kontrovers über das Bauvorhaben diskutiert worden war. Weder Gemeinderat noch Bezirksbeirat hätten es sich dabei einfach gemacht, sondern über die jeweils beste Lösung gestritten.
Arnold dankte allen Anwohnern, Gewerbetreibenden und Beschäftigten, denen mit der Baustelle und den immer wieder veränderten Verkehrsführungen erhebliche Belastungen zugemutet worden seien. "Es war viel gegenseitiges Verständnis erforderlich, um dieses Projekt umzusetzen", betonte der SSB-Vorstandssprecher, und hob hervor, dass sowohl der Zeitplan als auch der Kostenrahmen von 105 Millionen Euro eingehalten worden seien.
Zur Taufe der U-15-Stadtbahn auf den Namen "Zuffenhausen" war extra die Tunnelpatin Marie Richard, die ehemalige Bürgermeisterin der Partnerstadt La Ferté sous Jouarre, aus Frankreich angereist. Sie schnappte sich eines der Kindergartenkinder, die mit kleinen Gießkannen angerückt waren, und hockte es sich auf die Schultern. Wolfgang Arnold tat es ihr gleich, und so wurde nicht nur die neue Stadtbahnlinie, sondern auch die deutsch-französische Freundschaft begossen. Anschließend setzte sich die "Zuffenhausen"-Bahn in Bewegung und beförderte die Insassen zum Fest nach Stammheim. Wer wollte, konnte den ganzen Tag umsonst hin- und herfahren. Auch der Busersatz U 15 E war parallel noch unterwegs, allerdings kaum besetzt. "Den will jetzt keiner mehr", sagte eine Zuffenhäuserin lachend.
Unter den Besuchern des Einweihungsfests herrschte allerdings nicht nur gute Stimmung. "Die Möblierung in der Unterländer Straße ist katastrophal", beschwerte sich der Anwohner Winfried Krämer. "Die Schächte sind in der schmalen Straße viel zu eng, da stimmen die Proportionen einfach nicht." Zudem sei die Verkehrsplanung am Kelterplatz "dilettantisch".
Ein anderer Zuffenhäuser warnte davor, dass bei der Verkehrsführung am Kelterplatz noch nicht alles stimme. "Neulich hatte ich an der Kreuzung mit dem Auto grün, und die Straßenbahn ist trotzdem gefahren", sagte er. Seien die Startschwierigkeiten erst einmal behoben, halte er die Baumaßnahme aber für eine gute Sache. "Ich denke, für die Unterländer Straße wird es eine Erleichterung. Früher war sie eine Einkaufsmeile, das wird sie jetzt hoffentlich auch wieder."
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