Freudental Das Tischtuch ist zerschnitten

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Zwischen den beiden Geschäftsführerinnen Isolde Siegers und Barbara Schüßler und ihrem Vorgänger Ludwig Bez herrscht Funkstille. Das war eigentlich anders gedacht.

In der ehemaligen Synagoge 


herrscht Unfrieden. 
Foto:factum/Granville Foto:  
In der ehemaligen Synagoge herrscht Unfrieden. Foto:factum/Granville

Freudental - Die Freude über den von 33 000 auf 50 000 Euro erhöhten Kreiszuschuss währte nicht lange. Denn kurz vor Schluss nahm das 30. Stiftungsfest im Pädagogisch-kulturellen Centrum (PKC) in Freudental einen ganz anderen Verlauf als geplant. Marlies Bez, die Ehefrau des langjährigen Geschäftsführers Ludwig Bez, betrat am Sonntag überraschend das Podium, um ihre Verwunderung über den Inhalt der Broschüre zum 30. Geburtstag des PKC zum Ausdruck zu bringen.

Kern ihrer Kritik: in der Broschüre, die den Titel „Damit die Anfänge nicht vergessen werden“ trägt, finde sich kein einziges Bild ihres Mannes. „Mich wundert das, Sie vielleicht auch“, schloss sie ihre kurze Rede. Nach Feiern war keinem mehr zumute. Der offizielle Teil der Veranstaltung endete, ohne dass ein Mitglied des Vorstands danach das Wort ergriffen hätte – weder der Vorsitzende des PKC-Vereins, Peter Zimmermann, noch der zweite Vorsitzende, der Ludwigsburger Landrat Rainer Haas.

Haas: „Ich vertraue auf den Verein“

„Ich sehe keine aktuelle Eile“, sagt Zimmermann einen Tag später mit Blick auf das laufende Tagesgeschäft in der Geschäftsstelle. Haas wird deutlicher: „Es gibt offenbar Befindlichkeitsstörungen, die ein Ausmaß erreicht haben, die größer sind als in einem Verein üblich“, sagt der Landrat. Er vertraue nun auf den Verein und darauf, „dass sie das miteinander hinkriegen“. Auch Zimmermann ist klar, dass es darum gehe, die Sache „ohne Schaden für das PKC über die Bühne zu bringen“.

So sieht das auch der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Reusch-Frey, der dem PKC seit Langem verbunden ist. Es müsse verhindert werden, dass „die Freundinnen und Freunde des Centrums in zwei Lager gespalten werden“. Er dringt auf ein zeitnahes Gespräch der Konfliktparteien.

Schüßler und Siegers waren die Wunschnachfolgerinnen

Fakt ist, dass Marlies Bez mit ihrem Auftritt öffentlich gemacht hat, was seit dem Abschied von Ludwig Bez im Jahr 2013 gärt: das Tischtuch zwischen Bez und seinen beiden Nachfolgerinnen Isolde Siegers und Barbara Schüßler ist zerschnitten – und keiner kann so richtig sagen, warum. Klar ist jedoch: es geht um mehr als den Inhalt der Festschrift, für die Siegers und Schüßler verantwortlich sind.

Dabei seien die beiden Frauen, sagt Peter Zimmermann, die Wunschnachfolgerinnen von Bez gewesen. Nach dessen Weggang hat man seine Stelle gesplittet. Siegers leitet die Geschäftsstelle, Schüßler den pädagogischen und kulturellen Bereich. Beide halten die Kritik an der Broschüre für unbegründet, da diese sich mit der Rettung der Synagoge befasse – und damit einen Zeitraum behandle, in dem das PKC noch nicht existierte. „Da waren ganz viele Menschen beteiligt, was so noch nie publiziert worden ist“, sagt Isolde Siegers. Ludwig Bez sei damals noch nicht dabei gewesen.