Friedensmarsch in Stuttgart Bunte Kundgebung gegen den Krieg

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Beim Ostermarsch in Stuttgart treten am Samstag verschiedene Organisationen für den Frieden ein. Bereits am Karfreitag hatte der Auftakt zu den Friedensmärschen in Vaihingen vor dem Africom stattgefunden.

Für die internationale Solidarität wurde am Samstag auf dem Schlossplatz demonstriert. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko 13 Bilder
Für die internationale Solidarität wurde am Samstag auf dem Schlossplatz demonstriert.Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Der landesweite Ostermarsch hat am Samstagnachmittag in Stuttgart ganz unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen: Einige Autofahrer reagierten auf die kurzzeitige Sperrung weniger Fahrstreifen am Stuttgarter Hauptbahnhof nicht ganz so friedlich. Wieder andere Passanten genossen das so kurze wie friedliche Gefühl, auf der Innenstadt-Rennstrecke Friedrichstraße ungestraft flanieren zu können, ohne Gefahr zu laufen, von einem getunten Auto mit Doppelkennzeichen überfahren zu werden. Als der bunte Protestzug von der Bolzstraße in die Königstraße abbog, fragte eine Passantin, ob schon wieder Karneval sei. Zumindest musikalisch lag die Flaneurin nicht ganz daneben, wiesen die Bongospieler und die anderen Percussionisten des Zuges doch eine gewisse Nähe zur Guggenmusik auf.

Angesichts der Abschlusskundgebung auf dem Schlossplatz war schließlich aber vor allem eine Tatsache nicht zu übersehen: Die große Zeit der Ostermärsche scheint vorüber, die laut Veranstalter mehreren hundert Teilnehmer gingen angesichts einer österlich-proppenvollen Königstraße einigermaßen unter. So wurde der Platz vor dem Kunstmuseum zu einem interessanten sozialen Experiment: das Konsum-Ed-Hardy-Publikum traf auf die bunten Teilnehmer der Kundgebung.

Auch wenn die Protestform etwas aus der Zeit gefallen scheint, die Forderungen der Aktivisten sind aktuell. „Freiheit für Kurdistan und Palästina“ stand auf einem Banner, „Fluchtursache Krieg bekämpfen! Kriegseinsätze sofort beenden“ auf einem anderen. Anne Rieger, eine der Sprecherinnen des Arbeitsausschuss Friedensratschlag, sprach sich in ihrer Rede bei der Kundgebung gegen deutsche Kriegsbeteiligungen aus. Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter der IG Metall, forderte in seinem Redebeitrag die Bundesregierung dazu auf, die Rolle der Vereinten Nationen zu stärken, „damit nicht wie heute wie oft der Fall Länder ohne UN-Mandat in bewaffnete Konflikte ziehen und damit die Spirale aus Krieg und Terror weiter vorantreiben“.

Auftakt für die Ostermärsche am Karfreitag

Veranstaltet wurde der Ostermarsch in Stuttgart vom Friedensnetz Baden-Württemberg, zu dem so unterschiedliche Organisationen wie die Partei Die Linke, die katholische Friedensbewegung Pax Christi und verschiedene gewerkschaftliche Vereinigungen gehören. Der Auftakt zu den Ostermärschen in Baden-Württemberg hatte in Stuttgart bereits am Freitag stattgefunden. Am Karfreitag hatten sich um 12 Uhr 50 Teilnehmer vor der US-amerikanischen Kommandozentrale Africom in Möhringen versammelt: „Mit einer Mahnwache und Kranzniederlegung gedachten wir den Opfern von Drohnen und Krieg und forderten die Schließung des Africom“, erklärte Paul Russmann, Sprecher der ökumenischen Aktion Ohne Rüstung Leben.

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Wo überall die Bundeswehr "Deutschland verteidigt": http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/a/einsatzbw/!ut/p/c4/04_SB8K8xLLM9MSSzPy8xBz9CP3I5EyrpHK9pPKU1PjUzLzixJIqIDcxu6Q0NScHKpRaUpWqX5DtqAgASPKsIg!!/

in: stillem Gedenken an Guido Westerwelle der den Schneid hatte, sich als einziger im Weltsicherheitsrat gegen den Krieg und die Vernichtung Libyens zu stellen. Führende Mitglieder der "Friedenspartei" DIE GRÜNEN wie Claudia Roth wollten mit Mann und Maus in Libyen einmarschieren und sich einen weiteren illegalen Angriffskrieg auf den Briefkopf schreiben lassen, und solche Lautsprecher laufen dann heute auf so genannten "Friedensdemos" ganz vorne mit, wie gesagt das ist Heuchelei und Niedertracht pur. Ruhen Sie in Frieden Herr Westerwelle, Sie standen für Frieden, ganz im Gegensatz zu den Grünen Kriegsfans

Etwas objektiver bitte:: es gab auch Schröder und Fischer (damals vor der UN), die sich am Irak Krieg nicht beteiligt haben. Lafontaine bitte auch nicht vergessen. Westerwelle Lybien ja, aber sonst Schulterschluss von FDP und USA. Richtig ist Ihre Kritik an den heutigen Grünen. Grundsätzlich sitzen im Bundestag parteiübergreifend jede Menge Kriegsdienstverweiger aus "Gewissensgründen", die heute gewissenlos Soldaten in Kampfeinsätze schicken. Wer keinen Wehrdienst macht sollte gar nicht wählen dürfen und wer Wehrdienst gemacht hat und für einen Kriegseinsatz ist, sollte gleich an die Front geschickt werden. Das wäre echte Friedenspolitik.

ach wie schön: alles so schön bunt hier.

Terror: Gegen Terror helfen keine Ostermärsche und Blumen. Da gibt es nur eine Sprache die Terroristen und Diktatoren verstehen - Null Toleranz mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln.

Und Sie ?: stehen Sie auch als Mittel zur Verfügung ?

Unglaubwürdig: waren diese Ostermärsche für mich schon immer. „Bunte“ Kundgebung soll dann noch verniedlicht den „Gutmenschen“ suggerieren, so als wollten nur Linke den Frieden, den sie womöglich auch allein erfunden haben. Einfach widerlich. Abgesehen von der kleinen kirchlichen Gruppe, die sich mit religiösen Scheuklappen in Politik einmischen will, sind es immer ausschließlich Linke von weit außen, die sich wieder in Szene setzen und, weil sie nichts besser können, protestieren. Natürlich gegen den Kapitalismus (der ihnen all die Freiheiten und Wohlstand garantiert und die sie meistens missbrauchen), gegen Waffenexporte und gegen das ganze, bekannte Programm. Bloß nicht gegen den wahren und sehr aktuellen Terror. Auch haben die "Friedensapostel" früher nie gegen kommunistische Länder protestiert, die andere Staaten besetzt haben und überall Kriege geführt haben. Die größte Besatzungs- und Kolonialmacht aller Zeiten war doch die Sowjetunion. Dagegen hat man selbst zu den Hochzeiten der Ostermärsche kein Sterbenswort verloren. Wenn man dazu noch berücksichtigt, dass die linksextremen Organisatoren dieser Bewegung sich für ihre unglaubwürdige Inszenierung genau Ostern ausgesucht haben, den großen Feiertag der Kirche und der Religion, das sie stets abgelehnt haben, dann wird das ganze Getue noch widerlicher.

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