Fusion mit VW Porsche erwartet Milliardenverlust
dpa, vom 14.03.2010 09:53 Uhr
Stuttgart - Für das bis Ende Juli laufende Geschäftsjahr 2009/10 rechnen die Stuttgarter trotz eines anziehenden Autogeschäfts mit einem Milliardenverlust. Grund sind massive Belastungen im Zuge des Zusammenrückens mit den Wolfsburgern. Die Zahlen für das im Januar abgelaufene erste Halbjahr will Porsche-SE-Chef Martin Winterkorn am Mittwoch (17. März) vorlegen.
Das Geschäft der Stuttgarter mit Sport- und Geländewagen läuft nach zuvor schmerzhaften Einbrüchen seit einigen Monaten wieder etwas besser - für die Zeit von August 2009 bis Januar 2010 wird hier mit schwarzen Zahlen gerechnet. Im Gesamtjahr will Porsche mehr Autos verkaufen als die 75 238 Fahrzeuge im Vorjahr. Auch beim Umsatz peilen die Stuttgarter ein Plus an. Es wird nicht damit gerechnet, dass Winterkorn im Halbjahresbericht seine Prognose konkretisiert.
Im Laufe der vergangenen Monate hatte sich der Rückgang der Verkäufe deutlich abgeschwächt. Im ersten Halbjahr ging der Absatz nach vorläufigen Zahlen zwar im Jahresvergleich um 3,1 Prozent auf 33 200 Fahrzeuge zurück, im ersten Quartal hatte das Minus aber noch bei 40 Prozent gelegen. Der Umsatz schrumpfte um 3,3 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro.
Bis spätestens Ende März will die Sportwagenschmiede entscheiden, ob die Kurzarbeit im Stammwerk Stuttgart-Zuffenhausen bis Ende Juli verlängert werden soll. Die 2300 Beschäftigten in dem Werk, in dem der 911er und der Boxster gebaut werden, arbeiten bereits seit September weniger.
Porsche soll im Laufe des Jahres 2011 als zehnte Marke in den VW- Konzern integriert werden. In gemeinsamen Projektgruppen loten beide Unternehmen derzeit aus, wo künftig durch engere Zusammenarbeit zum Beispiel bei Produktion und Einkauf Geld gespart werden kann.
Bis zur Verschmelzung muss Porsche vor allem den Milliarden- Schuldenberg, den das Unternehmen bei der missglückten VW-Übernahme angehäuft hatte, in den Griff bekommen. Dabei soll 2011 vor allem eine Kapitalerhöhung über insgesamt rund fünf Milliarden Euro beitragen. Außerdem hatte VW bereits zu Beginn des Jahres knapp die Hälfte des Sportwagenbauers für 3,9 Milliarden Euro übernommen.