Fußball-Bundesliga Kann der VfB Abstiegskampf?

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Da die Zweifel am Klassenverbleib beim VfB vor der Partie gegen Hertha BSC am Samstag immer größer werden, absolvieren die Stuttgarter nun eine Art fußballerisches Überlebenstraining. Raus aus der Komfortzone, rein in den Abstiegssumpf.

Rein in den Abstiegssumpf: Maxim und Co. kämpfen um den Klassenverbleib. Klicken Sie sich in unserer Fotostrecke durch das Auf und Ab des Stuttgarter Vereins in der Saison 2013/14. Foto: Baumann 32 Bilder
Rein in den Abstiegssumpf: Maxim und Co. kämpfen um den Klassenverbleib. Klicken Sie sich in unserer Fotostrecke durch das Auf und Ab des Stuttgarter Vereins in der Saison 2013/14.Foto: Baumann

Stuttgart - Als Michael „Ata“ Lameck noch in den Abstiegskampf zog, da war die Sache klar: Die Ärmel wurden hochgekrempelt, die Stutzen heruntergerollt, und wenn das nichts half, dann wurde halt Gras gefressen, um den Gegner niederzuringen. Als unabsteigbar galt Lameck in den siebziger und achtziger Jahren mit seinem VfL Bochum. Und die Haltung, die der alte Kämpe verkörperte, prägte ganze Fußballergenerationen: Der Abstiegskampf ist nichts für Schönspieler. Der Abstiegskampf ist hart, der Abstiegskampf ist dreckig.

Und ja, die Spieler des VfB Stuttgart gingen zuletzt mit verschmierten Trikots und Gesichtern vom Platz. Dennoch drängt sich nach dem 1:4 gegen Hoffenheim, gerade im Paket mit dem 1:4 eine Woche zuvor gegen Augsburg, die Frage immer stärker auf, ob die Stuttgarter das überhaupt können: Abstiegskampf? Offiziell verneinen wird das beim VfB niemand. Doch die sportliche Leitung hat sich vor dem Heimspiel am Samstag gegen Hertha BSC dazu entschieden, ein fußballerisches Überlebenstraining zu verordnen. Raus aus der Komfortzone, rein in den Abstiegssumpf.

Statt des üblichen Auslaufens gab es am Tag nach der Hoffenheim-Pleite 50 Diagonalläufe über den Platz. Am Tag darauf, der ursprünglich frei sein sollte, gleich noch einmal 50. Wieder einen Tag später wieder laufen statt kicken. Davor und in den Übungseinheiten danach intensive Spielformen. Auf das Wesentliche reduziert, sagt der Trainer Thomas Schneider: „Kompaktheit und Zweikämpfe. Darum geht’s.“

Dem Trainer bläst der Wind scharf ins Gesicht

Das eine ließ die VfB-Elf zuletzt schmerzlich vermissen, beim anderen kamen die Stuttgarter auf schlechtere Werte als ihre Kontrahenten. Rein statistisch nur einen Tick, aber nun herrscht eine gereizte Stimmung, und Schneider bläst nach sechs Niederlagen hintereinander der Wind scharf ins Gesicht. Doch der Trainer steht wie immer auf dem Trainingsplatz. Beobachtend. Und genau das nährt bei vielen Außenstehenden mittlerweile die Zweifel, ob nicht nur die Mannschaft mit der heiklen Tabellensituation überfordert ist, sondern auch der unerfahrene Chefcoach.

Doch Thomas Schneider will Thomas Schneider bleiben. Klar in der Ansprache, sachlich in der Analyse, dem Team einen Plan vermittelnd. Auch wenn er jetzt Fußball nicht mehr spielen lassen kann, sondern arbeiten lassen muss. Aber schafft er es auch, mit seiner ruhigen Art in der Mannschaft Emotionen zu schüren? „Sie können sich sicher sein, dass wir die Spieler auch pushen“, sagt Schneider. Er hat das in den vergangenen Tagen ziemlich oft erklären müssen – und es ärgert den Bundesliganovizen, dass aus ihm erst der coole und dann der emotionslose Typ an der Außenlinie gemacht wurde. Nur, weil er gelegentlich die Hände in die Hosentaschen steckt.

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6 Kommentare Kommentar schreiben

Nein, herr Hofer, das wird beim VfB nicht trainiert.: Denn die VfB-Spieler, die Trainer und die ganze Vereinsführung haben gar keine Zeit zu trainieren, weil sie hier ständig online sind und auf vorwitzige und dumme Kommentare seitens der StZ-Leserschaft warten, um sich Tips zu holen. Ja, und dabei vergessen sie halt das trainieren von "Schtandarts" und weiteren wichtigen Dingen....

Mainz: ich schaue mir Mainz gegen Schalke an und sehe mit Karius einen Klasse Torwart, der auch aus der VfB-Jugend kommt. Der Junge ist erst 20 Jahre, beherrscht sein Handwerk aber nahezu perfekt, ich beneide Mainz um die Spieleröffnung von Karius, wenige Sekunden und der Ball ist beim eigenen Mann sicher untergebracht, bei Ulreich dauert das stets gefühlte Ewigkeiten, und fürs schnelle umschalten brauchst halt schnell denkende Torhüter, wird das beim VfB nicht trainiert, Herr Menger?

Erfahrung ist gefragt: vor allem in der Defensive, also warum nicht Haggui und Niedermeier in die Zentrale, Schwaab dann auf die rechte Verteidigerposition schieben und wieder mit Rausch auf links, der VfB braucht unbedingt die Erfahrung im Abstiegskampf, und es wird sich zeigen ob Thomas Schneider dem Druck standhalten kann

wird schwer werden gg Hertha Berlin: Schneider sitzt laut Bobic fest im Sattel, aber klar, Schneiders Schicksal ist halt eng mit Bobics Schicksal verbunden. Aber erst mal ärmel hochkrempeln und versuchen morgen zu punkten, ich würde es so versuchen: Kirschbaum - Schwaab; Niedermeier; Haggui; Rausch - Khedira; Gruezo - Maxim - Harnik; Abdellaue; Werner. Leider fehlt auf den 6er Positionen die Erfahrung, da verletzt (Gente) oder gesperrt (Leitner), spätestens jetzt rächt sich dass man Kvist weggeschickt hat, aber egal, da müssen die Jungs durch, und wer weiss ob das nicht befreiend wirkt morgen, allen Unkenrufen zum Trotz. Bin sehr gespannt und erwartungsfroh

Der VfB soll absteigen.: Dann haben wir hier endlich wieder Fußballsport im Sinne von SPORT. So wie er früher einmal war. Und nicht diesen unerträglichen und überhitzten overhype, der hier von den Medien (u.a. auch von der StZ und seinen Kommentatoren) veranstaltet wird. Einfach wieder nur ganz normal Fußball glotzen ohne den ganzen Stuss drumherum. Das wäre mein Wunsch als ehemaliger Fußballer. Und deswegen wärs am besten, sie steigen ab. Es tut mir Leid.

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