Fußball Der VfB findet nicht die Notbremse
Peter Stolterfoht, 18.12.2011 15:28 Uhr
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Ulreich im Spiel gegen Wolfsburg Foto: Pressefoto Baumann
Ulreich im Spiel gegen Wolfsburg Foto: Pressefoto Baumann
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Stuttgart - Es ist ein typischer Magath gewesen. In der 46. Minute hatte Wolfsburgs Trainer Gnadenlos den Mittelfeldspieler Hasan Salihamidzic eingewechselt, um ihn nur 20 Minuten später wieder vom Feld zu holen. Zeichen gesetzt, Spiel gewonnen. Denn ausgerechnet der für Salihamidzic in die Partie gekommene Sebastian Polter erzielte in der 74. Minute den Wolfsburger 1:0-Siegtreffer gegen den VfB Stuttgart. Der Magath hat es halt immer noch drauf, sagen sie jetzt in Wolfsburg und blicken einigermaßen beruhigt der Bundesliga-Rückrunde entgegen.

Von Gelassenheit darf beim VfB keine Rede sein. Die Niederlage am Samstag in der VW-Arena ist die nächste Umdrehung in der Abwärtsspirale mit nur einem Sieg aus den letzten acht Spielen. Felix Magath holt in solchen Situationen den Hammer raus, um eine Initialzündung auszulösen. Diesmal hat es Hasan Salihamidzic erwischt. Was soll's, denkt sich Felix Magath. Bei ihm heiligt der Zweck die Mittel.

Bei Bruno Labbadia nicht. Er werde jedenfalls nicht einen auf Haudrauf machen: "Das würde nicht passen, wäre nicht glaubwürdig", sagt er. Trotzdem scheint der VfB einen neuen Impuls zu brauchen. Den hat Fredi Bobic nur kurz nach Spielschluss gegeben, indem er davon sprach, dass er von der Mannschaft enttäuscht sei. Ein Tag später hört sich das beim VfB-Manager schon wieder versöhnlicher an: "Es war ja klar, dass auch Rückschläge kommen würden."

Julian Schieber konnte den VfB bisher nicht aus der Abwärtsspirale retten

Zur Tagesordnung sollte man allerdings nicht gleich wieder übergehen nach diesem Spiel in Wolfsburg. Wem gegen die derzeit wohl orientierungsloseste Vierabwehrkette der Bundesliga kein Tor gelingt, hat ein Problem. "Dieses Spiel muss uns zum Nachdenken bringen", sagt der Stürmer Cacau dann auch, dessen Offensivkollege Martin Harnik in den vom VfB dominierten ersten 30 Minuten beste Chancen zunichtemachte. "Wir hätten schon früh 2:0 führen müssen", sagt Bruno Labbadia, der sich darüber ärgert, dass damit die große Möglichkeit fahrlässig vergeben wurde, den Stuttgarter Negativtrend zu stoppen.

So geht die Talfahrt weiter und die Suche nach der Notbremse. Ein Griff ging schon einmal daneben. Denn die Hoffnung, mit der Rückkehr des lange Zeit verletzten Stürmers Julian Schieber gehe es mit dem VfB wieder aufwärts, erfüllte sich nicht. Vielmehr ist der Schieber-Effekt völlig wirkungslos verpufft, weil für ihn eine Partie von Beginn an - wie gegen die Bayern und jetzt in Wolfsburg - noch zu früh kommt. "Er war überhaupt nicht im Spiel, auch die Körpersprache hat nicht gestimmt", sagt Labbadia, der sich im Fall Schieber auch noch als Getriebener der von außen hineinspielenden Erwartungen zu erkennen gibt: "Aber wenn ich ihn nicht bringe, heißt es: Wie kann man nur?"

Nun erscheint die Verpflichtung eines Stürmers in der Winterpause fast schon unumgänglich, nachdem vom derzeitigen Stuttgarter Angriffspersonal selbst die freundlichsten Wolfsburger Einladungen zum Toreschießen nicht angenommen wurden. Zu ungewiss ist außerdem, wann Julian Schieber wieder richtig fit ist. Und von Cacau und Pawel Pogrebnjak sind auch soschnell keine Großtaten mehr zu erwarten.

Ulreich zeigt erneut sehr gute Leitungen

Ein Wintertransfer hatte jedenfalls in der vergangenen Saison große Wirkung. Der damals kurzerhand verpflichtete Tamös Hajnal war ganz maßgeblich daran beteiligt, dass der Abstieg verhindert wurde. Mittlerweile sticht der Ungar allerdings auch nicht mehr aus dem oft schwerfälligen Stuttgarter Gekicke heraus, das in Wolfsburg Erinnerungen an den Abstiegskampf der vergangenen Saison wach werden ließ. Der siebte Tabellenplatz am Vorrundenschluss ist da fast schon die Vorspiegelung falscher Tatsachen. Dasselbe gilt aber auch für ein Labbadia-Zitat: "Wir haben es leider verpasst, eine sehr gute Vorrunde zu krönen."

Sehr gut war am Samstag wieder einmal nur die Leistung von Sven Ulreich. Doch selbst die spektakulärsten Paraden des Torhüters setzten bei seinen Vorderleuten keine Kräfte frei - keine Spur von Kettenreaktion. So bleibt dem VfB zunächst nur ein Weg aus der Krise: irgendwie das Pokalspiel am Mittwoch gewinnen und daraus neuen Mut für die Rückrunde schöpfen. Vorsichtshalber sagt Bruno Labbadia aber schon einmal: "Der Hamburger SV ist ein absoluter Topgegner."

Kommentare (36)
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DEZ
20
Sami_28, 22:34 Uhr

fazit

leute ich bin sehr erfreut was ich hier lesen darf!mindestens 80 % plädieren für das einbinden der eigenen jugend und kritisieren labbadia scharf!bis auf wenige die es sicherlich nie begreifen werden ist uns allen klar, dass sich gehörig was ändern muss.und auch diese zeitung muss endlich beginnen genau obrige sachen zu fordern und anzusprechen! wir lassen uns nämlich nicht mehr lange verarschen bis es zu einer revolte kommt!

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DEZ
20
Joachim Leuze, 15:56 Uhr

@ MaSa..

...den größten Schutt sowie Müll den ich von allen hier angesiedelten Kommentare gelesen habe, kam mit Verlaubt von Dir! Seit mehr als 35 Jahren bin ich nun Fan des VfB! Aber was die in letzten Jahren an spielerisches Potential abgerufen wurde ist geradezu ein Armutszeugnis! Dabei galt die Mercedes-Benz-Strasse als eines der fußballerisch gefürchteste Adresse in Süddeutschland. Heute kommen die Gegner nicht einmal mit einem Hauch an Furcht und Demut nach Stuttgart, weil sie nichts zu befürchten haben. Schon in der Vorsaison hatte der VfB unheimliches Glück auf ihrem Konto, ansonsten wären nicht die Gladbacher in die Relegation, sondern vielmehr die Herren aus Canstatt. Und diese Saison verhält sich das nicht anders! Kaum mal ein überzeugendes Spiel! Kaum mal ein Spiel, welches mit Leidenschaft oder mannschaftlicher Geschlossenheit geführt wird! Der einzige kleine Unterschied: man bekommt weniger Gegentore! Es ist trotz einem einjährigem Aufenthaltes (welch ein Wunder) eines Bruno Labbadia keine Handschrift zu erkennen. Kein einstudierter Spielzug! Kein ordentliches System! Nichts! Früher wurde nach einer 1:0 Führung das zweite Tor gesucht, heute ziehen sie sich zurück, als würden sie mit einer 1:0 Führung nicht leben können und warten geradezu auf den Ausgleich! Das soll der "Stuttgarter Weg" sein? Das ich nicht lache, so geht es schnurstracks runter in Liga 2! Frankfurt läßt grüßen! Natürlich liegen die Wurzeln irgendwo anders begraben, aber das lag im Juli in der Hand der Mitglieder, die genau für diesen jetzigen Weg votierten. Sie hatten mit einer Abwahl eines Herr Hundt die einmalige Möglichkeit einen neuen Weg einzuschlagen; leider wurde auch das versäumt. Einerseits sind die Stuttgarter in Ihrer Mentalität sehr aufmüpfig und mutig, aber in Sachen "Stuttgarter Weg" haben sie auf der Mitgliederversammlung alles vermissen lassen, deshalb dürfen sich die Damen und Herren (Mitglieder und Fans) auch nicht mehr beklagen! Ich bin nur angefressen über die einmalige Möglichkeit, welche einfach nicht genutzt wurde. Und so lange ein Herr Hundt oder Herr Ruf die Fäden dieses Verein ziehen, wird sich der VfB sportlich nicht weiter entwickeln!

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DEZ
20
MaSa, 13:31 Uhr

@Martin....

...DU HAST MIT ALLEM ABSOLUT RECHT !!!

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