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Fußball Die Stuttgarter leben von der Hoffnung

Thomas Haid und Heiko Hinrichsen, 14.12.2012 14:37 Uhr

Stuttgart - Als er die Leitung des Vormittagstrainings beendet hatte, da war der sonst so zuvorkommende Bruno Labbadia gar nicht gut drauf. „Mir ist kalt“, stöhnte der VfB-Chefcoach – dem offensichtlich auch beim Blick auf sein Kontingent an fitten Spielern ein Schauer über den Rücken gelaufen ist. Vor der letzten Bundesliga-Vorrundenpartie am Samstag in Mainz, der vier Tage später das Pokalachtelfinale gegen Köln folgt, hat der Winter Stuttgart fest im Griff. Parallel dazu wird die Personaldecke beim VfB immer dünner.

Zwar hält Labbadia mit dem Liga-Toptorjäger Vedad Ibisevic (zehn Treffer), dem spielfreudigen Christian Gentner oder dem robusten Innenverteidiger Georg Niedermeier und dem flinken Ibrahima Traoré noch einige gute Karten in der Hand. Doch für seinen Geschmack musste der 46-jährige Cheftrainer bereits zu viele Trümpfe abgeben. Neben dem überbelasteten William Kvist sowie Shinji Okazaki und den Langzeitverletzten Cacau, Johan Audel und Tunay Torun muss der VfB beim Tanz auf drei Hochzeiten neben dem Kapitän Serdar Tasci auch ohne den ebenfalls rot-gesperrten Gotoku Sakai in die letzten Aufführungen des Fußballjahres 2012 gehen. Der VfB kommt also auf dem Zahnfleisch daher.

Breiterer Kader in der Rückrunde

„Positiv ist, dass wir bereits 25 Punkte auf dem Konto haben. Das sind mehr als die 22 zum selben Zeitpunkt der letzten Vorrunde, die ja für Stuttgarter Verhältnisse auch schon ordentlich waren“, resümiert Labbadia, dem mit Blick auf die Rückserie aber ein wenig wärmer ums Herz werden dürfte. Schließlich kann sich der Trainer berechtigte Hoffnungen machen, dann auf einen breiteren Kader setzen zu dürfen.

Immerhin deutet einiges darauf hin, dass einige Langzeitverletzte nach dem Trainingslager im südtürkischen Badeort Belek (4. bis 12. Januar) in der zweiten Bundesliga-Halbserie wieder mitmischen können. So ist Cacau um eine Kreuzbandoperation herumgekommen – und dürfte im Februar wieder voll einsatzfähig sein. Tunay Torun kann bereits in Belek einsteigen. Und selbst bei Johan Audel, dem nach Spielen beim VfB II aktuell eine leichte Zerrung zu schaffen macht, ist kein hoffnungsloser Fall mehr. Daniel Didavi, der auf sein Comeback brennt und gerne schon am vergangenen Samstag gegen Schalke dabei gewesen wäre, steht wie Tim Hoogland in Mainz erstmals wieder im Kader.

„Es gibt einen Handlungsspielraum, der zwischen uns abgestimmt ist“, sagt der Präsident Gerd Mäuser darüber hinaus zum Thema Neuzugänge in der Wintertransferperiode, in der Fredi Bobic in den vergangenen Jahren (Vedad Ibisevic und Gotoku Sakai 2012, Tamás Hajnal und Shinji Okazaki 2011) ein gutes Händchen bewiesen hat. Dem Vernehmen nach stehen dem Manager jetzt drei bis vier Millionen Euro für Neuverpflichtungen zur Verfügung. „Wir haben schon länger gesagt, dass wir im Sturm den größten Handlungsbedarf sehen“, sagt Bobic, der allerdings vor blindem Aktionismus warnt: „Ein möglicher Neuer muss uns sofort weiterhelfen. So einen Spieler zu kriegen, ist im Winter sehr schwierig.“ Ein Kandidat ist Ishak Belfodil (20) vom FC Parma (die StZ berichtete).

Röcker rückt auf

Unabhängig davon überlegen Bobic und Labbadia aber auch, was perspektivisch das Beste für den VfB ist – erst recht, weil in der Winterpause der Abgang des Innenverteidigers Maza (31) wahrscheinlich ist. Nachdem er beim VfB zuletzt meist nur Ersatz gewesen ist, zieht es den Kapitän der mexikanischen Nationalmannschaft zurück in seine Heimat. Der VfB könnte mit einer Ablöse von rund 1,5 Millionen Euro rechnen.

Der Ersatz für Maza würde aus den eigenen Reihen kommen. Benedikt Röcker (23) rückt aus der zweiten Mannschaft auf. „Das ist ein Spieler, den wir sehr schätzen“, sagt Bobic – und fügt hinzu, „dass wir mit ihm schon sehr gute Gespräche über seine Zukunft geführt haben.“ Das Ergebnis lautet, dass Röcker einen Profivertrag erhält.

Profi ist Christian Gentner (27) schon lange. Aber da seine Abmachung im Juni endet, laufen die Verhandlungen über eine Verlängerung. Obwohl Gentner von anderen Bundesligisten umworben wird, ist Bobic zuversichtlich und sagt: „Wir wollen ihn unbedingt halten.“ Womöglich erfolgt auch in diesem Fall bald eine Vollzugsmeldung.