Galerie der Rücktritte Vielen Dank und Auf Wiedersehen
Nadia Köhler, 02.06.2010 08:56 Uhr
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Rücktritt von der Britischen Krone: Edward VIII Foto: dpa
Rücktritt von der Britischen Krone: Edward VIII Foto: dpa
Schauspieler, Manager, Sportler, sogar ein König: diese bedeutenden Persönlichkeiten wollten ihre öffentliche Funktion unerwartet plötzlich nicht mehr erfüllen.

Edward VIII


Er verzichtete auf nichts Geringeres als auf das britische Empire. Nur ein Jahr hielt es Edward VIII als König aus. Im Dezember 1936 dankte er ab. Der Grund: seine Liebe zu Wallis Simpson. Die war Amerikanerin und geschieden, also untragbar als Königin. Die Nation erbebte, das Land fiel in eine Verfassungskrise. Edward war’s egal, er begnügte sich fortan mit dem Titel "Herzog von Windsor". Gedankt hat es ihm die Dame nicht, sie vergnügte sich heimlich mit einem Autohändler.

Greta Garbo


In den 30er Jahren war sie wohl der größte, glamouröseste Star der Welt. "Die Göttliche" wurde die Schwedin genannt. Doch 1941 verreißen die Kritiker den Film ´"Die Frau mit den zwei Gesichtern", und plötzlich ist alles vorbei: Mit gerade einmal 36 zieht sich die Garbo aus dem Filmgeschäft zurück. Sie erscheint nie wieder auf der Leinwand und verschanzt sich in ihrer New Yorker Wohnung. Sie wird 40, 50, 60, 70, ja über 80, aber niemand sieht sie altern – irgendwie überirdisch.

Jerome D. Salinger


"Der Fänger im Roggen" erschien 1951. Bis heute verlässt kaum ein Schüler das Gymnasium, ohne Holden Caulfield, dem Helden des Romans, begegnet zu sein. Das Buch war eine Sensation, doch der Autor entzog sich nach der Veröffentlichung jäh der Öffentlichkeit. Sein letztes Buch erschien 1963. Das letzte verfügbare Foto von Salinger aber stammt von 1951 (siehe oben). Und so kam es, dass nach seinem Tod im Januar 2010 allen Nachrufen nur dieses Bild beigefügt werde konnte.

Björn Borg


1980 hatte er fünfmal hintereinander Wimbledon gewonnen, 1981 ging er zum sechsten Mal in Paris als Sieger vom Platz und 1983 stellte er seinen Schläger in die Ecke – da war Björn Borg erst 26 Jahre alt. "Ich hatte einfach keine Lust mehr", sagt der Schwede über den frühen Rückzug aus dem Tenniszirkus. Der Schritt in ein neues Leben wollte Borg nie recht gelingen. Geldsorgen trieben ihn dazu, in den 90er Jahren noch einmal mit seinem längst veralteten Holzschläger aufzuschlagen.

Jörg Menno Harms


Unter seiner Regie hatte sich der Umsatz von Hewlett Packard (HP) etwa verdoppelt. Seit 1993 stand Jörg Menno Harms an der Spitze des Computerunternehmens, als er im Januar 2000 plötzlich und völlig überraschend seinen Rückzug aus der Geschäftsführung verkündete. Mit 60 wechselte er als Vorsitzender in den Aufsichtsrat. Nach einem privaten Schicksalsschlag beschloss der Manager kurzfristig, das Leben abseits der Arbeit stärker in den Vordergrund zu stellen.

Jürgen Klinsmann


Im Sommer 2006 lag ihm ganz Fußballdeutschland zu Füßen. Der Boulevard flehte Jürgen Klinsmann an, Bundestrainer zu bleiben – hatte er es doch geschafft, eine als Gurkentruppe verschriene Nationalelf bei der Fußball-WM im eigenen Land zu einer Spitzentruppe zu formen. Doch der König ließ sich von seiner Nation nicht erweichen und fügte dem Sommermärchen ein hartes Ende hinzu. Seine Frau und die Kinder waren dem Schwaben damals wichtiger.
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