Galerie Stihl Waiblingen zeigt zeitgenössische Zeichnungen Die Linie wird durchdekliniert

Von Annette Clauß 

Über die Waiblingerin Hildegard Esslinger sagt Silke Schuck: „Sie dekliniert alle Möglichkeiten der Linie durch." Etwa, in dem sie sie regelrecht in einen mit Kreide grundierten Karton hineinschiebe. Ganz genau hinschauen muss man bei Niko Grindlers Fadenzeichnungen: Die Künstlerin zeichnet mit der Nadel und unterschiedlich dickem Garn, das sie beispielsweise durch Büttenkarton zieht.

Nadine Fecht wiederum hat für ihr Werk „Jedes Kollektiv braucht eine Richtung“ mit einer speziellen Vorrichtung insgesamt 1805 Kugelschreiber gleichzeitig in Bewegung gebracht. Ihr ebenfalls ausgestelltes Werk „Noise“ ist mit 3,55 auf 4,50 Meter das größte in der Ausstellung. „So etwas kann nur auf dem Boden entstehen“, erklärt Silke Schuck die Arbeitsweise: „Wir haben sechs Leute gebraucht, um es an die Wand zu bringen.“

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Eröffnung
„Die Linie ist Gedanke“ eröffnet am Freitag, 2. Juni, 19 Uhr, in der Kunstschule Unteres Remstal, Weingärtner Vorstadt 14. Die Ausstellung ist bis 27. August zu sehen und zeigt knapp 100 zum Teil großformatige Zeichnungen und drei Filme, die drei der Künstler bei ihrer Arbeit zeigen.

Vermittlung
Die Kunstschule Unteres Remstal bietet zahlreiche Workshops flankierend zur Ausstellung an, in denen Kinder und Jugendliche auch experimentelle Techniken wie Blindzeichnen oder das Zeichnen mit Nadel, Faden und Papier ausprobieren können. Am Mittwoch, 21. Juni, haben Lehrkräfte von 18 Uhr an die Möglichkeit, sich bei einem kostenlosen Infoabend Anregungen zu holen.