Gasförderung Fracking wird erlaubt

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Der Umwelt- und der Wirtschaftsminister wollen die umstrittene Gasförderung aus tiefem Gestein erlauben. Bedingung ist eine Prüfung der Umweltverträglichkeit.

Eine Demonstration gegen Fracking in Niedersachsen Foto: dpa
Eine Demonstration gegen Fracking in NiedersachsenFoto: dpa

Berlin - Die Opposition und die Umweltverbände laufen Sturm, doch Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sind überzeugt, einen guten Kompromiss gefunden zu haben. Das Fracking, die Gewinnung von Gas aus tiefen Gesteinsschichten mit Hilfe von Wasserdruck und Chemikalien, soll unter Auflagen gestattet werden. In einem Gesetzentwurf von Rösler und Altmaier wird fest­gelegt, dass Fracking nicht mehr dem Bergrecht unterliegt, sondern nur nach einer Umweltverträglichkeitsprüfung genehmigt werden darf. Eine solche Prüfung wäre Bestandteil eines Planfeststellungsverfahrens, an dem die Öffentlichkeit zu beteiligen ist. Auch soll Fracking in Wasserschutzgebieten – 14 Prozent der Fläche Deutschlands – nicht erlaubt sein.

Auffällig ist die unterschiedliche Interpretation ihres Werks durch die Minister. „Fracking bietet erhebliche Chancen“, sagte Rösler, und: „Die Industrie hat angekündigt, umweltverträgliche Methoden zu entwickeln.“ Ganz anders die Lesart von Altmaier: „Wir wollen Fracking einschränken, wir wollen es nicht ermöglichen.“ Er, so Altmaier, sei „auf die Bremse getreten“. In den USA mache man das Fracking in „menschenleeren Gebieten“. Die Firmen Exxon-Mobil und Wintershall haben in Norddeutschland seit Jahren Bohrungen laufen – doch an fast allen Standorten regt sich Widerstand durch Bürgerinitiativen. In Deutschland sollen je nach Schätzung 1,3 Billionen bis 2,3 Billionen Kubikmeter im Boden schlummern, der heimische Gasbedarf könnte so 13 bis 27 Jahre gedeckt werden. In Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein, wo die stärksten Gasvorkommen liegen, regiert Rot-Grün. Von dort ist Widerstand zu erwarten. Die geplanten Auflagen reichten nicht, kritisierte der Kieler Umweltminister Robert Habeck (Grüne): „Wir brauchen bundesweit ein gesetzliches Verbot dieser Risikotechnologie.“ Ähnlich äußerte sich der Stuttgarter Umweltminister Frank Untersteller (Grüne). Der SPD-Politiker Frank Schwabe kritisierte, dass „im Schnellverfahren eine Schmalspurregelung gefunden wurde“. Lob kam vom Bundesverband der Deutschen Industrie: Es sei „richtig und wichtig“, dass die Nutzung von heimischem Schiefergas durch Fracking „nicht grundsätzlich“ ausgeschlossen werde.

– Kommentar: Abwarten

– BASF trotzt der flauen Konjunktur   SEITE 11
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10 KommentareKommentar schreiben

brennender Wasserhahn: In den Gemeinden in der USA wo Fracking betrieben wird kann man das Trinkwasser anzünden und es brennt wunderbar. Dazu kommt noch dass die Leute krank wurden und vor allem Krebserkrankungen dramatisch stiegen. Tolle Idee mal wieder von CDU und FDP, die scheren sich einen Dreck um Menschenleben nur der kurzfristige Profit zählt, da geht man auch über Leichen.

kein einziges Rohr wird in den Boden gestoßen -wetten!: In Deutschland ist Fracking unmöglich! Da können die beschließen, was die wollen, es wird am massiven Widerstand scheitern!

Garzweile 4 !: Ich bevorzuge da klar die Variante Garzweiler 4. Braunkohle hat Zukunft !

Schon das Bild dieser Hetzveranstalltung: 'Unser Reichtum Wasser nicht Gas' Wasser haben wir mehr als genügend es regent das ganze Jahr vom Himmel. Leider läßt sich mit Wasser nicht heizen. Sitzen und kalt Wasser trinken. Echter Grüner Reichtum. Wie lange lassen wir uns von diesen Grünen Volksverhetzern und Panikverbreitern noch dirigieren?

Fracking: Die Lösung muss sein, die vorhandenen Energiequellen optimal zu nutzen. Es bringt doch auf Dauer keinen weiter, neue Enrgiequellen zu erschliessen, die man aller Voraussicht nach nicht im Griff hat. Man muss sich das Ganze mal überlegen, ich pumpe Chemie in den Boden um 'saubere' Energie aus Erdgas zu erhalten. Ein Widerspruch in sich! Das die Industrie hier gleich frohlockt ist klar, würde ich wohl auch tun, wenn ich ohne Skrupel und gesundem Menschenverstand an so ein Thema herangehe. Wenn die Industrie das so gerne nutzen möchte, bitte sehr. Dann sollten die Verträge aber so lauten, dass alle dadurch resultierenden direkten oder indirekten Umweltschäden von dem jeweiligen Betreiber getragen und beglichen werden muss. Sonst haben wir wieder das selbe wie bei der Kernenergie, hier darf der Steuerzahler für die Atommüllentsorgung zahlen, die Energiewirtschaft hat damit keine Sorgen! Ich würde jetzt wetten, dass wenn es um eine Haftung im vollen Umfang geht keiner mehr so schnell an die Sache rangehen möchte, einfach weil es nicht kalkulierbar ist. So schnell lösen sich manche Dinge von selbst. Einfach den Haftungsumfang voll auf den Betreiber und das auf mehrere Jahrzehnte festschrieben und man wird sehen, wer sich dann noch an etwas risikoreiches wie das Fracking wagt! Natürlich dürfen dann keine GmbH hier ran sondern nur Konzerne, die auch finanziell in der Lage sind die Kosten auch zu tragen.

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