Stuttgart - Neues Jahr, alter Brauch: auch 2012 steigen viele Gebühren für städtische Dienstleistungen wieder an. Doch nicht alle Abgaben werden angehoben, manche kommunale Dienstleistung wird sogar etwas preiswerter.
Abwasser
Die Abwassergebühren entwickeln sich allerdings leicht nach oben. Für den Kubikmeter Schmutzwasser steigt der Preis um zehn Cent auf 1,62 Euro. Auch der Regen, der auf das eigene – mehr oder weniger versiegelte – Grundstück fällt, kommt die Bürger teurer zu stehen: Für das in die Kanalisation und ins Rückhaltebecken geleitete Niederschlagswasser müssen künftig je Kubikmeter 57 statt 53 Cent entrichtet werden.
Müllabfuhr
Bessere Kunde kommt hingegen von der Abfallfraktion. Die Müllgebühren sinken im nächsten Jahr im Schnitt um drei Prozent, weil die Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) den Bürgern zu viel gezahlte Beträge zurückerstattet. Wer eine 60-Liter-Mülltonne hat, die alle 14 Tage geleert wird, spart also immerhin 3,60 Euro im Jahr. Der große Abfallcontainer mit 1100 Litern Inhalt wird um 74, 40 Euro billiger. Die niedrigeren Gebühren wurden auch möglich, weil die Stuttgarter in diesem Jahr viel Altpapier in der Grünen Tonne gesammelt haben, das die Stadt mit Gewinn vermarkten konnte.
Bäder
Wer sich im nächsten Jahr im Hallen- oder Freibad erfrischen möchte, muss tiefer in die Tasche greifen: Kinder zahlen 2,50 Euro statt 2,40 Euro, für Erwachsene steigt der Preis der Tageskarte um 20 Cent auf dann 4,10 Euro.
Kindergärten
Auch für den Kindergartenbesuch müssen Eltern mehr bezahlen – allerdings erst vom 1. September 2012 an. Bei täglich sechs Stunden kostet die Betreuung für ein Kind statt 88 dann 100 Euro (mit Familienpass 91 statt 82 Euro). Familien mit zwei Kindern müssen 75 statt 66 Euro bezahlen (mit Familienpass 68 statt 62 Euro). Für Familien mit Bonuscard bleibt der Kindergarten kostenlos.
Nahverkehr
Neue Preise gelten von Neujahr an auch im öffentlichen Nahverkehr: Im Schnitt hat der Verkehrs-und Tarifverbund Stuttgart (VVS) die Fahrpreise für Busse und Bahnen um 2,9 Prozent angehoben. Dafür bietet der Verbund ab dem 1. Januar für 1,20 Euro ein Kurzstreckenticket an, das auch wieder in den S-Bahnen gilt sowie in allen Nahverkehrszügen im VVS-Gebiet. Dort kann man es bei Fahrten von einer bis zur nächsten Haltestelle benutzen; beträgt die Entfernungen zwischen zwei Stationen aber mehr als fünf Kilometer, muss ein normaler Fahrschein erworben werden. In Stadtbahnen und Bussen können Fahrgäste das Kurzstreckenticket weiterhin bis zur dritten Haltestelle nach dem Einstieg nutzen.
Neues Metropol-Tagesticket
Ab 2012 gibt es zudem das Metropol-Tagesticket, mit dem in alle in der Region Stuttgart liegenden Städte – wie Aalen, Freudenstadt, Göppingen, Bad Wildbad oder Heilbronn – gefahren werden kann. Der Fahrschein kostet 18,50 Euro. Er gilt in allen Bussen und Bahnen der neun beteiligten Verkehrsverbünde werktags von 9 Uhr an sowie ganztägig an Sonn- und Feiertagen. Jede weitere Person kostet zusätzlich vier Euro. Das Ticket ist an allen VVS-Automaten und bei den Busfahrern erhältlich.


In den kommenden 4 Wochen stellen wir Ihnen alle 23 Stuttgarter Stadtbezirke näher vor >>



Teure Motivationhilfe
Irgendwo muss die Stadt das Geld ja herholen, welches sie der Deutschen Bahn AG seit 2001 systematisch als "Motivationhilfe" für S21 zuschießt. Den Stuttgartern wird vorenthalten, dass sie in Milliardenhöhe daran beteiligt sind. Jetzt bekommen Sie es zu spüren.
Selbstverständlich
Selbstverständlich hat alles mit S21 zu tun - der Stadt fehlen 110.000.000 Millionen im aktuellen Etat, genau die Summe, die man als Zinsen von der Bahn für die Überlassung des Gleisgeländes bekommen würde, wenn man nicht großzügig auf Zinsen verzichtet hätte. Das man auch noch ca. 480.000.000 Millionen bereits an die Bahn bezahlt hat, obwohl man frühestens in 15 Jahren über das Gelände verfügen kann, hilft dem Stadtetat auch nicht wirklich. Sollte dann, wovon Eisenbahnrechtler ausgehen, die Stillegung untersagt werden, hat man dieses Geld jahrzentelang unrentabel angelegt, was laut Gemeindeverfassung strafbar ist. Aber bis dahin braucht man die Schulen auch nicht mehr sanieren, dann hilft nur noch der Abbruch.
Kurzstrecken Ticket
Ich glaube ich höre/ lese nicht richtig? 20% Preiserhöhung bei den Kurzstrecken Tickets? Das kann doch wohl nicht richtig sein. Die bisherigen Nutzer dieses Tickets sind Straßenbahnfahrer. Manche mögen mich jetzt schlagen, aber bitte was soll das, den höheren Preis mit der erweiterten Nutzung zu begründen. Mir kommt die Erhöhung unverhältnismäßig vor. Das wird sicher wieder einige davon Abhalten den Nahverkehr zu benutzen. Diejenigen unter uns, die jetzt schon kaum den Euro aufbringen können, sind wieder die gelackmeierten. Ich könnte das zwar bezahlen, will es aber nicht. Ich geh dann mal zu Fuß…